Advent in Traunwalchen

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Hoch hinaus ging es für Martina Rücker (rechts) und Inka Metz vom Gartenbauverein Traunwalchen beim Schmücken des Christbaums am Dorfbrunnen. (Fotos: Rasch)
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Der sechsjährige Bene (links, mit seinem Bruder Valentin) vom Baumeisterhof hat sich schon jede Menge gute Taten überlegt, die er in Form von Strohhalmen beim »Kripperl füllen« in die wunderschöne Natur-Krippe legen möchte.

Traunreut – Rechtzeitig zum Adventsbeginn haben am Freitagnachmittag Martina Rücker und Inka Melz vom Gartenbauverein Traunwalchen am Dorfbrunnen vor der Pfarrkirche Traunwalchen eine rund fünf Meter hohe Tanne weihnachtlich geschmückt.


Normalerweise ist das Schmücken des Christbaums, den jedes Jahr Hans Parzinger spendet, Aufgabe der »Blattläuse«, der Nachwuchsgruppe des Gartenbauvereines. »Wegen Corona haben wir uns aber darauf verständigt, das Schmücken nur zu zweit und ohne viel Aufhebens zu übernehmen,« sagte Martina Rücker dem Traunsteiner Tagblatt. Um bis an die obersten Zweige zu gelangen, ging es für die mutigen Damen in einem Stapler-Korb hoch hinaus.

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Unterdessen ging es auch am Baumeisterhof hoch her: Hier wurde im ehemaligen Stallgebäude eine Natur-Krippe aufgestellt, mit allem was dazugehört. Beide Aktionen sind miteinander verbunden.

Nachdem, wie berichtet, in der Pfarrei keine Gottesdienste für Kinder stattfinden dürfen, hat sich das Kindergottesdienst-Team (KiGo-Team) in Zusammenarbeit mit dem Gartenbauverein für die Adventszeit etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um die Kinder im Dorf auf Weihnachten vorzubereiten.

Alle vier Adventswochen stehen unter einem anderen Thema: Los geht es am morgigen Sonntag mit dem sogenannten »Kripperl füllen« am Baumeisterhof. Dieser alte bayerische Brauch soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist an andere Menschen zu denken und ihnen zu helfen. Die Kinder sind aufgerufen, eine gute Tat zu vollbringen, indem sie beispielsweise ohne Murren im Haushalt helfen, sich bei den Hausaufgaben besondere Mühe geben, kleineren Geschwistern zur Hand gehen oder an ältere Menschen, die man gerade jetzt nicht besuchen darf, einen Brief schreiben.

Für jede Freundlichkeit und jede gute Tat dürfen sie jeweils einen Strohhalm in die Krippe legen. Das kann jeden Tag sein, oder einmal in der Woche. Je mehr Strohhalme die harte Krippe polstern, desto weicher wird das Jesuskind am Heiligen Abend gebettet sein. »Wir freuen uns auf viele gute Taten und eine reichlich gefüllte Krippe«, erklärte Magdalena Janetzky vom KiGo-Team. Sie weist auch darauf hin, dass nicht nur die Krippe während der Adventszeit aufgesucht werden kann, sondern auch die weiteren, kreativen Ideen rund um Weihnachten zum Mitmachen einladen.

So lautet das Motto ab dem zweiten Advent: »Schafe hüten.« Die Kinder können Schafe basteln und sie am Dorfbrunnen in Traunwalchen neben dem Christbaum aufstellen. In der dritten Adventswoche heißt das Thema »Wunschbörse«. Dazu ist die gesamte Bevölkerung aufgerufen, ihre Wünsche aufzuschreiben, sie in einer Wunschbox am Dorfplatz abzugeben und einen anderen Wunsch mitzunehmen.

Am vierten Advent wird das Friedenslicht verteilt. Die Kinder bekommen mit Wachs verzierte Gläser, in denen sie das Licht mit nach Hause nehmen dürfen. Um auch den älteren Menschen, Freunden, Nachbarn oder Verwandten, die sie momentan nicht sehen dürfen eine Freude zu bereiten, können die Lichter auch dort vorbeigebracht werden. Am Heiligen Abend ist dann ein Stationen-Gang durch Traunwalchen geplant: Die Route führt von der Pfarrkirche aus übers Pfarrheim durch das Dorf zum Baumeisterhof. ga

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