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Acht neue Häuser in St. Leonhard

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Das neue Baugebiet »St. Leonhard West II« wird im Westen (links) und im Süden (vorne) von einem Graben begrenzt, der aber nicht mehr zum Planungsbereich dazugehört. Acht Bauplätze sollen hier hinter dem Jugendhaus mit seinem großen Garten und den zwei südlich angrenzenden Häusern entstehen. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – St. Leonhard wird demnächst um acht weitere Häuser anwachsen. Der für die Neuausweisung erstellte Bebauungsplan »St. Leonhard West II« steckt derzeit im Verfahren – und steckt momentan ein wenig fest. Denn die im Kataster der Verwaltungsgemeinschaft Waging festgehaltenen Grundstücksgrenzen stimmen offenbar nicht ganz; von daher muss erst die Grenzsituation bereinigt werden, ehe das Verfahren weitergeführt werden kann. Zudem muss die Ableitung des Regenwassers neu geregelt werden, weil die an zwei Grundstücksseiten vorbeiführenden Gräben nun nicht mehr zum Baugebiet gehören und daher nicht für die Ableitung genutzt werden können.


Diese Problematik schilderte Bürgermeister Martin Fenninger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Trotzdem wurden die bisher eingegangenen Stellungnahmen der Behörden behandelt. Von Seiten der Bürger waren keine Anregungen vorgebracht worden. Aber die Neuregelung der Entwässerung war ein Thema. Die 7000 Quadratmeter große, ausgewiesene Fläche wird im Süden von einem etwas größeren, im Westen von einem kleineren Graben begrenzt. Die Neuvermessung hat aber ergeben, dass beide Gräben nicht Teil der Baufläche sind.

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Deswegen sei nun geplant, so Bürgermeister Fenninger, das Wasser über einen neuen Stauraumkanal abzuleiten, der in den Erschließungsstraßen verlegt werden soll. Weiter sollen zur Entlastung dieses Kanals bei Starkregen auf jedem Grundstück eine Zisterne eingebaut werden mit einer Drosselung, damit der Wasserabfluss geregelt abläuft. Beides muss noch mit dem Wasserwirtschaftsamt geklärt werden.

Dadurch wird die Erschließung natürlich etwas teurer, die Grundstückspreise bleiben, aber bei 95 Euro pro Quadratmeter. Die Grundstücke sind nach Auskunft der Gemeinde noch nicht vergeben; die meisten werden nach den Richtlinien des Einheimischenmodells verkauft. Wegen der Umplanung, und weil vom Vermessungsamt die genauen Messergebnisse noch nicht da sind, verzögert sich das Verfahren jetzt etwas. Die neuerliche Auslegung von 14 Tagen wird sicher erst im Juli stattfinden. So antwortete Bürgermeister Fenninger auf die Frage von Stephan Eglseer »Wie lang zieht sich das dann noch hin?« mit der Feststellung, dass wohl mit einem Baubeginn im September zu rechnen sei.

Die Zufahrt zum neuen Baugebiet erfolgt über den Zugang zwischen dem Garten des Jugendhauses und dem benachbarten Wohnhaus. Da dieser aber zu schmal ist, gibt es mit der Kirche, der das Jugendhaus-Grundstück gehört, eine Tauschregelung. So kann die Zufahrt auf fünf Meter verbreitert werden.

Bei den Anregungen der Behörden ging es unter anderem um die Ausgleichsfläche, die östlich von Enzersdorf als extensive, blütenreiche Wiese angelegt werden soll. Hier soll laut der Unteren Naturschutzbehörde eine hochwertige Ausgleichsfläche entstehen, die für Insekten, Schmetterlinge und Heuschrecken einen wertvollen Lebens- und Rückzugsraum bietet. Zudem legt der Naturschutz Wert auf den Hinweis, dass entlang der Gräben – auch wenn sie nicht zum Baugebiet gehören – Gras-, Hochstauden- oder Röhrichtbestände zum Schutz der artenreichen Heuschreckenfauna auf Dauer bestehen bleiben müssen. Hier darf also auch während der Bauarbeiten kein Aushub abgelagert werden.

Das Wasserwirtschaftsamt konkretisiert in seiner Stellungnahme die Behandlung und Ableitung von Niederschlagswasser. So sollen auf den Grundstücken im Zuge der Erschließung Regenwasserzisternen mit je vier bis sechs Kubikmetern Rückstauvolumen errichtet werden. Einfache Zisternen können aus Sicht des Amtes nicht als Rückhaltung angerechnet werden, da sie in der Regel gefüllt sind und somit für weitere Regenereignisse nicht zu Verfügung stehen. Der Gemeinderat stimmte den Vorgaben zu und hofft nun, dass das Verfahren bald zu Ende geführt werden kann. he