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Abwasserpumpwerk Raiten offiziell eingeweiht

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Bürgermeister Josef Loferer und Pfarrer Martin Straßer weihten das neue Abwasser-Pumpwerk in Raiten offiziell ein. Neben dem Pumpwerk ist das rote Notstromaggregat zu sehen. (Foto: Reichenbach)

Schleching – Im Rahmen einer Feier mit Vertretern der Behörden und Handwerksbetriebe sowie der betroffenen Grundstückseigentümer übergab Bürgermeister Josef Loferer gemeinsam mit Planer Christian Sextl vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Grabenstätt das neue Pumpwerk in Raiten offiziell seiner Bestimmung.


Das Pumpwerk Raiten fördert täglich das gesamte Abwasser der Gemeinde Schleching von derzeit rund 2300 Einwohnern. Über die neue Druckleitung zwischen Raiten und Donau (Gemeinde Marquartstein) wird das Schmutzwasser dem Freispiegelkanal in Donau zugeführt und zur Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Achental in Grassau weitergeleitet.

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Der Bau einer neuen Druckleitung und des Pumpwerkes war nach den Schäden des Hochwassers 2013 erforderlich, erklärte Loferer. Die Schäden am Kanal entlang der Tiroler Achen mussten einige Wochen lang mit einer mobilen Pumpe überbrückt werden. Um die Entwässerung langfristig zu sichern und weitere Schäden zu vermeiden, beschloss der Gemeinderat im Juni 2013, das Ingenieurbüro Christian Sextl mit einem Vorentwurf zur Verlegung der Kanaltrasse mit Pumpwerk zu beauftragen. Die bisherige Pumpstation bei Donau war seit 1981 in Betrieb.

Im August 2013 stellte Sextl dem Gemeinderat die Planung vor: Vorgesehen waren eine rund 1200 Meter lange Leitung westlich der Bundesstraße 307 und ein modernes Pumpwerk mit einer Tiefe von 7,30 Meter und eine Grundfläche von etwa viermal fünf Meter nördlich von Raiten. Bei der Zwei-Schacht-Lösung in »Trockenaufstellung« sind zwei Pumpen in einem separaten Schacht »sauber« zu bedienen.

Die Bauarbeiten begannen im November 2013, die Tiefbauarbeiten waren im April abgeschlossen, die restlichen Arbeiten am 15. Juli. Für den Fall eines Stromausfalls steht ein Notstromaggregat zur Verfügung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 700 000 Euro. Gefördert wurde das Projekt sowohl vom Freistaat Bayern als auch von der Bundesrepublik Deutschland.

»Das Entgegenkommen der Grundeigentümer war überwältigend«, betonte Bürgermeister Josef Loferer. Ohne Durchleitungsrecht und Tausch von Grundstücken wäre das Projekt nicht so schnell umzusetzen gewesen. Der Vorsitzende der Dorferneuerung Peter Oster, Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern, stand mit Rat und Tat zur Seite. Die Regierung von Oberbayern habe schnell den Genehmigungsbescheid für den Zuschuss in Aussicht gestellt. Auch die Gemeinde Marquartstein habe hierbei tatkräftig unterstützt. Loferer würdigte außerdem die Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes von Sachgebietsleiter Gewässerschutz Achim Breidenstein, des Landratsamtes und des Staatlichen Bauamtes Traunstein.

Geschäftsleiter Matthias Bauhofer des Abwasserzweckverbandes Achental und Bauhofleiter Peter Hell brachten praktische Vorschläge ein. So führt jetzt anstelle einer steilen Leiter eine Eisentreppe auf den tiefen Grund des Schachtes. Loferer freute sich besonders über den unfallfreien Verlauf der Bauarbeiten. Sextl schilderte neben den technischen Daten des Pumpwerkes und der 200-Millimeter-Druckleitung die Schwierigkeiten während der Bauphase, besonders beim Fundament des Pumpwerks, durch Grundwasser. Außerdem sei die Bauzeit über den Winter ungünstig und eng gewesen. Das Pumpwerk laufe seit Inbetriebnahme stabil. Sextl lobte das gute Zusammenwirken aller beteiligten Betriebe.

Pfarrer Martin Straßer weihte das Gebäude und spendete den Segen vor allem für die Menschen, die am Bau beteiligt waren und künftig dort arbeiten. Er zitierte aus dem Buch Genesis »Macht euch die Erde untertan!«, was aber im »richtigen Sinn« verstanden werden solle.

Anschließend besichtigten die Gäste den Trockenschacht des Pumpwerks. Die Gemeinde dokumentierte den Baufortgang auf Fototafeln. Die Baupläne, unter anderem mit dem Verlauf der Druckleitung, waren ebenfalls ausgehängt. Die Feier klang im Gasthof Geigelstein gemütlich aus. bre