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Steiner: „Sechsstreifiger Ausbau der A8 ist unabdingbar“

"Absolute Ungeheuerlichkeit": Auch Abgeordnete Ludwig fordert 6 Streifen für A8

Rosenheim – Der Vorschlag des Bundesrechnungshofs, die A8 zwischen Rosenheim und der Bundesgrenze durchgängig mit einem Standstreifen auszubauen und bei Bedarf für den Verkehr freizugeben, stößt bei der Rosenheimer Abgeordneten Daniela Ludwig auf harte Kritik. Auch sie fordert einen sechsspurigen Ausbau – ohne Kompromisse.

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Die heimischen Abgeordneten Klaus Steiner (Lkr. Traunstein) und Daniela Ludwig (Lkr. Rosenheim) fordern beide sechs Spuren plus Standtreifen für die A8 – und zwar durchgängig vom Inntaldreieck bis zur Bundesgrenze. (Foto: Tobias Hase/dpa-Archiv)

Der Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung einen Bericht des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zum Ausbau der A8 zwischen Chiemsee und Bundesgrenze zur Kenntnis genommen und fordert einen wirtschaftlichen, sicheren, dauerhaften sowie umwelt- und landschaftsbildschonenden Ausbau der A8. Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig zeigt sich in diesem Sinne weiterhin von der Notwendigkeit des 6-streifigen Ausbaus überzeugt.

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„Die hohe Verkehrsbelastung, die baulichen Mängel sowie der nicht ausreichende Lärmschutz an der A8 sind absolut nicht tragbar und gehen zu Lasten der Verkehrssicherheit sowie der Anwohner“, so Ludwig. Derzeit beträgt die Spitzenbelastung bei Rosenheim über 100.000 Fahrzeuge, bei Felden rund 95.000 Fahrzeuge und an der Bundesgrenze bei Bad Reichenhall 86.500 Fahrzeuge. Darüber hinaus wird eine steigende Verkehrsbelastung prognostiziert.

„Die Forderung des Bundesrechnungshofs, sich auf einen vierstreifigen Ausbau mit temporärer Seitenstreifenfreigabe zu beschränken, geht vor allem zu Lasten der Verkehrssicherheit. Das Argument, dass bei dieser Variante darüber hinaus Kosten beim Lärmschutz eingespart werden könnten, ist eine absolute Ungeheuerlichkeit“, kritisierte Ludwig.

„Ein sechsstreifiger Ausbau mit Seitenstreifen sichert dagegen ein hohes Maß an Verkehrssicherheit und verhindert Staus, Verkehrsbehinderungen und Unfälle. Dies muss bei der Planung oberste Priorität haben. Verkehrsbelastung Die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus wurde darüber hinaus bereits bei der Ausarbeitung des Bundesverkehrswegeplans geprüft. Gerade angesichts der steigenden Verkehrsbelastung brauchen wir eine Infrastrukturplanung, die auch künftigen Entwicklungen standhält und nicht nach wenigen Jahren wieder neu begonnen werden muss. Das ist Planung im Sinne des Steuerzahlers", so Ludwig.

"Insofern begrüße ich es sehr, dass der Abschnitt zwischen Inntaldreieck und Bernau bereits in der Planfeststellung für einen sechsstreifigen Ausbau ist und setze mich dafür ein, dass auch die Planungen für das verbleibende Teilstück bis zur Bundesgrenze zügig aufgenommen werden. Dabei fordere ich einen nachhaltigen Ausbau, der neben der Verkehrssicherheit vor allem einen qualitativ hochwertigen Lärmschutz für die betroffenen Anwohner sicherstellt. Dies ist nur mit einem sechsstreifigen Ausbau möglich“, betonte Ludwig.

 

Vier oder sechs Spuren für die A8? Abgeordneter Steiner wird erneut deutlich

Traunstein – Der Traunsteiner Abgeordnete Klaus Steiner übt deutliche Kritik an der Diskussion um den Ausbau der A8: „Es ist nicht mehr nachvollziehbar, mit welchen Winkelzügen Argumente gegen den sechs-streifigen Ausbau konstruiert werden.“

Steiner bezieht sich dabei insbesondere auf Äußerungen von Seiten des Bundesrechnungshofes, wonach der Ausbau der A8 ab dem Bernauer Berg bis zur Landesgrenze nicht mehr „wirtschaftlich“ sei. Als Argument wird von Seiten der Rechnungsprüfer angeführt, dass der Verkehr ab dem Bernauer Berg abnehme.

Eine Behauptung die für den Überseer Landtagsabgeordneten nicht nachvollziehbar ist. „Wohin soll denn der Verkehr, der sich bereits auf der Autobahn von München kommend befindet, ab dem Bernauer Berg verschwinden?“, argumentiert der Überseer Abgeordnete. Offen bleibe auch, nach welchen Maßstäben die „Wirtschaftlichkeit“ bemessen werde. Man fordere den sechs-streifigen Ausbau mit Standstreifen nicht, weil man sich ein Denkmal setzen wolle, sondern weil die massive Forderung der exportorientierten Wirtschaft in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land dahinter stehe. Die Betriebe kritisieren wiederum die Politik, weil bei der Ausbaufrage keine Lösung in Sicht sei.

Steiner forderte auch eine klare Aussage der sogenannten Ausbaugegner. Diese wollen den Anbau einer Standspur an die bisherige Autobahn in den Bereichen, an denen sie bisher nur 2-spurig ohne Standstreifen verlaufe. Diese „Standspur“ soll nach der Argumentation der Ausbaugegner um drei Fahrspuren und einen Pannenstreifen nach Bedarf „zuschaltbar“ sein – wenn also die Verkehrsdichte dies erfordere.

"Wenn man diese Argumentation weiterführt, dann muss diese Standspur die Breite einer vollen Fahrspur haben", da sonst das Zuschalten nicht möglich sei – immerhin müsse sich der Verkehr dort ebenfalls sicher bewegen können, so Steiner weiter. Die Ausbaugegner sprechen sich also ebenfalls für drei volle Fahrspuren aus. Der Unterschied zu den Ausbau-Befürwortern liegt also nur in einem weiteren Standstreifen.

Steiner will es auf den Punkt bringen: "Wir wollen drei volle Fahrspuren und einen Standstreifen. Der Unterschied in der Breite sind zwei Standstreifen von jeweils 2,5 bis 3 Metern." Wie eine sechsspurige Autobahn mit Standstreifen aussehen kann, wird bereits auf der Hochfellnbrücke bei Bergen deutlich. Dort wurden drei volle Fahrspuren und ein Standstreifen gebaut.

Die Argumentation der Ausbaugegner sei auch deswegen nicht nachvollziehbar, da bei einem Zuschalten des „Pannenstreifens“ wiederum keine Standspur zur Verfügung stünde. „Wenn wir schon Hand an die alte A8 legen und jeder eine Erweiterung will, dann macht es Sinn, gleich drei volle Fahrspuren und einen Standstreifen zu bauen.“

oberer Teil: Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig; unterer Teil: Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Klaus Steiner