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Abschiedsstimmung im Gemeinderat

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Waging am See – Ganz im Zeichen des Abschiednehmens stand die jüngste Gemeinderatssitzung in Waging. Nach 33 Jahren hört nun Ortsheimatpfleger Franz Patzelt auf und legt sein Amt in die Hände von Claudia Schemmer, die sich bei der Sitzung dem Gemeinderat kurz vorstellte. Zweiter Bürgermeister Christian Reiter sagte nach acht Jahren im Gemeinderat ebenfalls in wohlgesetzten Worten leise »Servus«; er zieht ja von Waging nach Laufen, wo er schon seit Jahren beruflich als Geschäftsleitender Beamter in der Stadt tätig ist. Für ihn wird Karl Heinz Neumann nachrücken, der allerdings erst in der nächsten Sitzung vereidigt wird; dann wird auch ein neuer Zweiter Bürgermeister gewählt.


Sowohl für Franz Patzelt wie auch für Christian Reiter sind eigene Veranstaltungen geplant, um sie gebührend zu verabschieden: für Patzelt am 26. April, für Reiter am 17. Mai. Dennoch aber gab es auch in der Gemeinderatssitzung schon viel Lobendes über die beiden zu hören. Bürgermeister Herbert Häusl stellte zu Franz Patzelt fest, dieser habe in den vergangenen drei Jahrzehnten viel dazu beigetragen, dass die Waginger Geschichte aufgeschrieben wurde. Besondere Verdienste habe er sich im Zusammenhang mit den Bajuwaren-Grabungen erworben, wesentlich den Bau des Museums initiiert, später auch den Bau des Bajuwarenhauses. Und schließlich sei er jetzt treibende Kraft gewesen für die Herausgabe der drei Heimatbücher.

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Patzelt selbst rief in seinem kurzen »Schlusswort« dazu auf, all das von ihm gesammelte Archivmaterial, das seit kurzem im Untergeschoß der Tourist-Info lagert, auch zu nutzen, und legte den Gemeinderäten mit Nachdruck ans Herz, den Bajuwaren in Waging ein »Wohnzimmer« zu erhalten, also das Museum in einer »nennenswerten Form« weiterzuführen.

Vertretungszeit war »wirklich heftig«

Dass Christian Reiter aus dem Gemeinderat ausscheidet, sei »für uns schon ein Schlag gewesen, auch in der Verwaltung«, machte Bürgermeister Häusl seinem bisherigen Stellvertreter ein großes Kompliment. Reiter sei mit seinem Sachverstand immer ein guter Berater gewesen. Auch sei er sehr sozial eingestellt gewesen, das Sozialreferat, das er über all die Jahre inne hatte, habe er mit viel Herzblut ausgefüllt. Reiters größte Leistung aber habe darin bestanden, dass er acht Monate lang die Gemeinde geführt hatte, als er, Häusl, im Krankenhaus lag – und das alles neben seinem normalen Beruf.

Dies nahm auch Reiter in seiner Abschiedsrede auf. Diese Vertretungszeit sei »wirklich heftig« gewesen, sagte er. Als Grund für seinen Wegzug und sein damit verbundenes Ausscheiden aus dem Gemeinderat nannte er unter anderem auch die Tatsache, dass ihn sein Amt in Laufen »zeitlich so fordert, dass für eine verantwortungsvolle Ausfüllung des Amts als Zweiter Bürgermeister und Gemeinderatsmitglied fast nicht mehr genügend Zeit bleibt«. Einig waren sich er und Bürgermeister Häusl, dass man in der Vergangenheit schon mal »miteinander gehakelt« habe, dass dahinter aber stets der Grundgedanke gestanden sei, das Beste für Waging erreichen zu wollen. Mit besten Wünschen und Dank an alle Wegbegleiter nahm Reiter Abschied aus dem Rat und gab als Zeichen dafür den Rathausschlüssel an den Bürgermeister zurück. he