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Abschied für Teisendorfer Rektor Wilhelm Hilger

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Schulamtsdirektor Frank Thieser (Mitte) mit dem bisherigen Schulleiter Wilhelm Hilger und seiner Nachfolgerin Michaela Märzendorfer. (Fotos: Mergenthal)
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Die Sechstklässler trugen den »Cup Song« vor.

Teisendorf. Mit einem Festakt ist der langjährige Teisendorfer Schulleiter Wilhelm Hilger von Schulamtsdirektor Frank Thieser in den Ruhestand verabschiedet worden. Unter den Gästen und Ehrengästen waren Landratsstellvertreter Helmut Fürle, Vertreter von Gemeinde, Nachbargemeinden, Kirche, Kindergarten und Elternschaft sowie das gesamte Lehrerkollegium. Zugleich führte Thieser Hilgers Nachfolgerin, Michaela Märzendorfer, die als Konrektorin Hilger schon öfter im Krankheitsfall vertreten hatte, in ihr Amt ein. Zahlreiche Schüler gestalteten ein buntes Rahmenprogramm.


»In den zurückliegenden zwölf Jahren erlebten wir dich als Vordenker mit Weitblick in vielen Belangen, wenn es um Änderungen und Neuausrichtungen der Schule ging«, hob Bürgermeister Thomas Gasser hervor. Er stellte Hilgers Fähigkeiten anhand diverser Berufe dar – vom Lehrer über den Architekten der Schullandschaft bis hin zum »Koch«, der schnell erkannt habe, dass eine Ganztagsschule auch adäquat mit Essen versorgen muss.

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Maurer, Bankkaufmann und Historiker in einem

Während der Generalsanierung sei Hilger Maurer, Zimmerer, Schreiner, Maler, Elektriker und Trockenbauer gewesen. Als »Florist« habe er einen bunten Strauß an schulischen Angeboten – bis hin zum europäischen Computerpass – gebunden, als »Bankkaufmann« die Gemeindefinanzen im Blick gehabt. Besonders würdigte er Hilgers Engagement als »Historiker«, der den Namen »Franz von Agliardis«, nach dem die generalsanierte Schule benannt worden ist, mit Leben erfüllt habe. Zum Dank überreichte er ihm die silberne Ehrennadel und den Ehrenkrug des Marktes Teisendorf. Erfreut zeigte sich Gasser, dass Michaela Märzendorfer die Stelle zugeteilt wurde. Als Symbol für frühzeitiges Erkennen notwendiger Neuerungen und »optimalen Weitblick« schenkte er ihr ein kleines Fernrohr.

Einen Rückblick auf Hilgers Lehrerkarriere mit 43 Jahren im öffentlichen Dienst, davon 40 Jahren im Schuldienst, gab der Schulamtsdirektor. Nach dem Studium in München legte Hilger als Lehramtsanwärter an der Hauptschule Traunreut 1978 die Zweite Staatsprüfung ab. Es folgten die Konrektoren-Stellen an der Grundschule-Süd in Traunreut (ab 1987) und an der Grund- und Hauptschule Traunstein. 2002 wurde Hilger Leiter der Grund- und Hauptschule Teisendorf, heute »Franz von Agliardis Grund- und Mittelschule Teisendorf«.

Thieser würdigte auch seine Übernahme von Zusatzaufgaben wie die Planung und Verwirklichung von vier Schüler-EDV-Räumen mit Internetzugang und die Mitorganisation beim Aufbau der M-Klassen. Er hob Qualitäten wie pädagogisches Einfühlungsvermögen, konstruktiven und kritischen Umgang mit Herausforderungen oder erfolgreichen Gewinns außerschulischer Partner hervor. Nach Übergabe einer Urkunde an Hilger wünschte er dessen Nachfolgerin alles Gute.

Einen humorvollen Rückblick gaben aus dem Kollegium Therese Haberlander, Michaela Märzendorfer und Wolfgang Bürger. Sie erwähnten Neuerungen wie die Gründung eines Fördervereins und der Ganztagsschule sowie die Anstellung einer Jugendsozialarbeiterin. Die Schule würde ohne Hilgers Visionen, Hartnäckigkeit und Tatkraft nicht so dastehen. Für sein Engagement und die »ausgefochtenen Kämpfe« dankten ihm die Elternbeiratsvorsitzenden Christine Amort-Kruselburger und Petra Wimmer. Sie kündigten an, dass sie weiter für einen schönen Pausenhof kämpfen wollen.

Wilhelm Hilger dankte der ganzen Schulfamilie und der Gemeinde, besonders dem ehemaligen Bürgermeister Franz Schießl, der auch gekommen war, und verabschiedete sich mit drei Wünschen: dass die Teisendorfer Pädagogen Respekt und Anstand von Seiten aller Eltern erfahren, dass das dreigliedrige bayerische Schulsystem überarbeitet wird und dass Märzendorfer Kapitän eines mit dem ZDF-»Traumschiff« vergleichbaren Schiffes wird.

»Cup Song« und eine Akrobatik-Aufführung

Umrahmt wurde die Feier vom Lehrerchor und Schülern. Den »Dätscher« führte die Klasse 1 a auf, ein »Irisches Segenslied« sangen die Klassen 2 a, 3 a und 4 a, diverse Plattler zeigten Sebastian Kiel und Josef Mösenlechner aus der 8 b, und Klavierstücke trug Maria Willberger aus der 9 b M vor. Viel Applaus gab es auch für zwei Beiträge der Sechstklässler: den »Cup Song« und eine Akrobatik-Aufführung zum Stück »Poker Face«. vm