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»Aber das ist für mich dann wirklich das allerletzte Mal«

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Die Vorstandschaft stellte sich zur Neuwahl.  Einstimmig  wählten die Mitglieder (von links) Schriftführerin Tine Henne, Kassierin Constanze Lüssow, Vorsitzende Adelheid Meirer und die zweite Vorsitzende Michaela Bauer. (Foto: Flug)

Unterwössen – Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins »Wössner Regenbogen« zeigte sich seine Bedeutung für das Gemeinwohl im Ort. Der Regenbogen dehnte sein Angebot weiter aus, neue Mitglieder haben sich dem Verein angeschlossen. Wirtschaftlich wird er immer mehr zu einem Unternehmen. Dass sich dieser Trend auch künftig fortsetzt, liegt nach der Neuwahl weiter in der Hand der bewährten Vorstandschaft.


Seit Bestehen hat der Wössner Regenbogen sein Tätigkeitsfeld und seine Angebote jährlich erweitert, berichtete Vorsitzende Adelheid Meirer. Der Regenbogen hat die Trägerschaft für die offene Ganztagsmittelschule unter der Leitung des Sozialarbeiters Peter Best übernommen. Die Mittagsbetreuung ist Schlüssel zur Ganztagsschule mit feststehenden, verpflichtenden Betreuungszeiten.

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»Nachbarschaftshilfe unterm Regenbogen«

Die Zusammenarbeit mit dem »Zentrum Bayern Familie und Soziales« ermöglicht dem Wössner Regenbogen die »Nachbarschaftshilfe unterm Regenbogen«. Die dem bayerischen Sozialministerium angegliederte Landesbehörde leistet eine Anschubfinanzierung von 10 000 Euro. Das neue Projekt bringt sogenannte niedrigschwellige Betreuungsangebote. Das sind Angebote, die die Familienpflege und ehrenamtliche Pflege unterstützen und erleichtern. Adelheid Meirer betonte, dass dieses Programm ohne die Sponsoren vor Ort nicht laufen würde.

Darüber hinaus sagte sie, Tobi Gerger habe dem Unterwössner Jugendtreff eine neue Struktur gegeben mit Sportangebot, Spielen und gemeinsamem Kochen. Dagegen sei es im Oberwössner Jugendtreff ruhig. Der warte auf seine neuen Räume im zum Bürgerhaus umgebauten Alten Schulhaus Oberwössen, so Meirer.

Gewandladen wird gut angenommen

In dem 20 Jahre bestehenden Mütterzentrum sieht die Vorsitzende ein »Superangebot« im Achental. Der Erfolg fußt nach ihrer Einschätzung auf dem flexiblen Betreuungsangebot, das einspringt, wenn Hilfe nötig ist. Ungeduldig wartet der Verein auf den Bezug neuer Räumlichkeiten in der ehemaligen Sauna des Alten Bads. Der Regenbogen plant dort, die Zeiten für jüngere Kleinkinder auszudehnen. Gemeinde und Regenbogen ermöglichten außerdem ein neues Spielgerät, einen originalgroßen Bulldog auf dem großen Spielplatz am Wössner Bach.

Der Verein hat derzeit 24 aktive und 223 fördernde Mitglieder. Der erfolgreichen Arbeit stellte Adelheid Meirer all das gegenüber, was nötig ist, um die Vorhaben praktisch und finanziell umzusetzen. Sie verdeutlicht die Anstrengungen im Verein mit Märkten, Festen, Vorträgen und Veranstaltungen. Meirer freut sich, dass die Bürger im Achental den Gewandladen gut annehmen und unterstützen. Sein Plus sei, dass er sich zum Kommunikationszentrum zwischen Jung und Alt entwickelt habe. Meirer unterstreicht die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Ans Ende setzt sie ihr persönliches Fazit: »Die vergangenen 20 Jahre haben mir sehr gut gefallen. Um es mit Konfuzius zu sagen: 'Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie wieder in deinem Leben arbeiten'.«

Die Fäden für dieses Angebot – sie nennt es selbst ein kleines wirtschaftliches Unternehmen – hält Kassierin Constanze Lüssow zusammen. Wieder verzeichnet sie eine Umsatzsteigerung auf Ausgaben von 164 000 Euro im Jahr 2016. Der Regenbogen trug 2016 selbst rund 40 000 Euro zum Haushalt bei. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich in der Zukunft dieser Vereinsbetrieb schultern lässt. »Bald wird das nicht mehr ohne einen hauptamtlichen Geschäftsführer gehen«, prognostizierte Meirer. Jetzt aber, bei der Neuwahl der Vorstandschaft, machte sich erst einmal Erleichterung breit. Das bewährte Team stellte sich wieder zur Wahl. Adelheid Meirer hob den Finger: »Aber das ist für mich dann wirklich das allerletzte Mal!« Einstimmig fiel die Zustimmung für Meirer, die zweite Vorsitzende Michaela Bauer, Kassierin Constanze Lüssow und Schriftführerin Tine Henne aus.

»Vorzeigeverein ist für die Gemeinde unabkömmlich«

Bürgermeister Ludwig Entfellner verfolgte mit dem zweiten Bürgermeister Barthl Irlinger und der Bezirksrätin Annemarie Funke die Versammlung. Auf die Frage nach dem Zeitrahmen für den Umzug des Mütterzentrums im Alten Bad sah er den Umbau des Komplexes insgesamt auf einem guten Weg. Bis voraussichtlich September werde geplant und diskutiert, dann sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Für den Umbau der ehemaligen Sauna in das neue Mütterzentrum erwartet er den Startschuss zum Ende des Jahres.

Entfellner sieht die Arbeit im Regenbogen in weiten Bereichen als Pflichtaufgabe der Gemeinde. »Der Vorzeigeverein ist für die Gemeinde unabkömmlich und besonders wertvoll«, wertete der Bürgermeister. Annemarie Funke bewunderte das rund um den Regenbogen entstandene »Netzwerk«, das für die soziale Arbeit im Achental »eine großartige Erleichterung bringe«. lukk