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»A bissal was zum G'sundlacha«

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Einen humorvollen Abend im Museum Klaushäusl boten Siegi Götze (links) und die Geschwister Enzinger (Lisa, Valentin und Christoph) aus Surberg.

Grassau. Siegi Götze hatte nicht zu viel versprochen, als er den Volksmusikabend im Museum Klaushäusl unter das Motto »A bissal was zum G'sundlacha« stellte, denn die Geschichten, die er bot, strengten das Zwerchfell extrem an. Musikalisch unterhalten wurde von den Geschwistern Enzinger aus Surberg.


Lange habe er überlegt, ob der Titel des Abends auch in diese Zeit mit dem extremen Hochwasser passe und ob es nicht besser wäre, abzusagen. Man denke an alle, die nun nicht in ihrem eigenen Haus sein können und gemeinsam mit dem Hausherrn, Museumsleiter Klaus Thiele, wurde beschlossen, den Erlös des Abends den Hochwasser-Geschädigten zu spenden. Er wisse, was es heißt, sein Haus aufgeben zu müssen, sagte Götze und erzählte, wie es ihm in Marquartstein erging, als er aufgefordert wurde, einen Koffer zu packen und das Haus zu verlassen und wie er viele Stunden Wasserkübel geschleppt und Sandsäcke gefüllt habe.

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Mit diesem Abend wolle er das Lachen zurückbringen, sagte Götze. Mit dem »Karpfenrennen am Starnberger See« von Karl Valentin stieg er in den lustigen Abend ein. Da fahren Karpfen Motorboot und den Fußgängern ist es verboten, während des Rennens den See zu betreten.

Noch lustiger wurde es, als Götze aus Texten des Humoristen Toni Lauerer, der 1959 in der Oberpfalz geboren wurde und in Furth im Wald zuhause ist, zitierte. Aus der Sicht eines Kindes kommt da die »Wahrheit« zum Vorschein, als die Eltern ihre Wohnung verkaufen wollen, um ihr Haus zu finanzieren und dem Käufer die Vorteile anpreisen. Da man ja nicht lügen darf, weil man sonst im Suppentopf als Fleischeinlage in der Hölle schmort, verbessert das Kind seine Eltern und erzählt sogar von dem Mann »Salpeter« der im Bad in der Ecke sitzt. Wie sich anschließend die Verkaufsverhandlungen gestalteten, kann man sich vorstellen. Ebenso lustig war die Beschreibung des Hauses, in dem in jedem Zimmer etwas steht, im Wohnzimmer die Mama und im Kinderzimmer die 16-jährige Schwester, die sich beschwert, noch keinen Mann gefunden zu haben. Auch ein »Bockzimmer« ist vorhanden, in das die Mutter immer zum Bocken geht. Der Autor muss ein hervorragender Beobachter sein, was sich auch in der Anekdote über den Geburtstag der Mutter spiegelte, die schon das dritte Jahr ihren 39. feiert, wie auch bei den Gedankenspielen eines Junggesellen, der gerne heiraten möchte und eines Ehemannes, der sich nach den ledigen Jahren zurücksehnt.

Bei allen Geschichten, die Götze zudem mit Witzen würzte und auf seine ganz besondere, humorvolle Art zum Besten gab, lachte das Publikum fast Tränen. Die Geschichten waren so lustig, da sie von allen nachvollzogen werden konnten.

Auch die Geschwister Enzinger, Lisa, Valentin und Christoph stelle Götze vor und dankte allen Eltern, die weder Kosten noch Mühen scheuen, um ihre Kinder zu fördern und auch ein Instrument lernen zu lassen. tb