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»Übersee soll bunter werden«

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Übersee. Elan und Lust auf Veränderungen vermittelten die Gemeinderatskandidaten sowie Kreistagskandidat und Ortsvorstand Franz Gnadl bei der SPD-Wahlversammlung im Wirtshaus »D´ Feldwies«. Die flotte Musik des Trios »Bluesianer« tat dazu ein Übriges. »Übersee soll bunter werden, mit neuen Gesichtern und neuen Ideen«, brachte Christian Keller die Aufbruchstimmung auf den Punkt.


In der SPD habe sich in den vergangenen Monaten ein Wandel vollzogen, meinte Spitzenkandidat Volker Eidner. Dank der Motivation des früheren Bürgermeisters Franz Gnadl und der engagierten Verstärkung aus der jungen Generation habe man »aus dem tiefen Loch« vom vergangenen November herausgefunden.

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Auch Keller erklärte: »Mit einem breiten Meinungsaustausch innerhalb der Bürgerschaft und vielfältigen Ideen, wie beispielsweise Begegnungsstätten von Jung und Alt sowie Lokalitäten für die Jugend, wollen wir Übersee ein neues Gesicht geben.« Der 32-Jährige bedauerte, dass der Ort nicht mehr dem früheren Attribut des »Blumendorfes« entspreche. Viele der historisch gewachsenen Strukturen seien in den vergangenen Jahren durch »den unkontrollierten Bauwahn« verloren gegangen. Mittlerweile sehe er Übersee als »Vorort von München«, der mehr und mehr zum Schlafort für Auswärtige werde. Als Folge befürchte er ein weiteres Sterben von Geschäften, Lokalen, Vereinen und der gesamten Infrastruktur. Nach Kellers Dafürhalten ließe sich das alles nur mit einem Dorfentwicklungskonzept aufhalten, das Übersee ganzheitlich betrachtet. Erste Schritte seien dazu mit der seinerzeit erfolgreichen »Zukunftswerkstatt« in der Ära Gnadl eingeleitet, dann aber nicht weiter verfolgt worden.

Auch im Tourismus hält Keller neue Wege und Aktivitäten für unerlässlich. »Wir haben mit See, Bergen, Natur, Kultur und Brauchtum alles, was ein Touristenherz begehrt, aber wir machen nichts draus.« Seine Vision: Man müsse gemeinsam neue Gästeangebote entwickeln, etwa zu den Themen Gesundheit und sanfter Tourismus. Übersee sollte nicht nur lebenswert sein, sondern auch liebenswert werden. »Für diese neuen Ideen muss man uns aber auch reelle Chancen geben und dürfe nicht als 'Zugereiste' oder 'zu jung' abqualifiziert werden«, ergänzte Kandidatin Yvonne Schenzinger.

Kurz und knapp fasste Spitzenkandidat Eidner seine Wünsche für die nächste Legislaturperiode zusammen: Mehr Zusammenarbeit und Transparenz im Gemeinderat sowie mehr Öffentlichkeitsarbeit unter einem neuen Grünen-Bürgermeister Anton Stefanutti.

Der konnte sich Seitenhiebe auf den politischen Gegner nicht verkneifen: »Die in jüngster Zeit immer wieder beschworene Einigkeit und Zusammenarbeit im Gemeinderat ist ein reines Märchen. Das hat es nur zwischen der CSU und der FBL gegeben. Mit anderen nicht.« Er selbst und Wolfgang Hofmann (Bayernpartei) seien stets als »Einzelkämpfer« unterwegs gewesen.

Bei der Diskussion um eine Werbung für neue Gewerbebetriebe sah sich Stefanutti im Gegensatz zur CSU und FBL. Er bezeichnete dies als fast unmöglich. Er setze stattdessen auf eine Unterstützung und Weiterentwicklung schon bestehender Betriebe in Übersee. In Sachen »Chiemseeufer« bewertete er den neuen Bebauungsplan als »Dolchstoß für die Gemeinde«. Ihm mache vor allem die Verkehrssicherheit bei großem Andrang an heißen Sommertagen Sorgen: »Da werden wir noch unser blaues Wunder erleben.« bvd