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Überraschender Rücktritt in Seebruck

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Die provinzialrömische Archäologin Andrea Krammer ist überraschend als 2. Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium und Leiterin des Seebrucker Römermuseums zurückgetreten. Das Foto zeigt sie bei den archäologischen Ausgrabungen 2015 an der Seebrucker Pfarrkirche. (Foto: M. Müller)

Seeon-Seebruck – Weiterer schwerer Schlag für den Heimat- und Geschichtsverein Bedaium in Seebruck: Zwei Jahre nach dem überraschenden Tod des langjährigen Vorsitzenden, Museumsleiters und Ortsheimatpflegers Dr. Alfons Regnauer hat die stellvertretende Vorsitzende und Museumsleiterin Andrea Krammer aus persönlichen Gründen ihren Rückzug von allen ihren Ämtern erklärt.


Der Entschluss, aus der Vorstandschaft des 1979 von Carl Ostermayer und Dr. Alfons Regnauer ins Leben gerufenen Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium auszuscheiden und die Museumsleitung nach nur einem Jahr wieder abzugeben, sei ihr nicht leicht gefallen, »aber ich bin mir sicher, dass es für mich die richtige Entscheidung war«, so die provinzialrömische Archäologin.

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Besonders in Erinnerung bleiben werden ihre lebendigen Museumsführungen, das von ihr heuer neu konzipierte, museumspädagogische Programm und die sensationellen, archäologischen Entdeckungen und von ihr begleiteten Ausgrabungen im letzten Sommer an der Seebrucker Pfarrkirche (frührömische Tempelmauer) und gegenüber der ehemaligen Herzklinik Jander (römische Grundmauern/viele Kleinfunde). Ein weiterer Höhepunkt war das von Krammer organisierte, dreitägige Colloquium »Römische vici und Verkehrsinfrastruktur in Raetien und Noricum« im März 2015 in Seebruck, zu dem sich rund 80 Archäologen und Historiker aus diversen europäischen Ländern eingefunden hatten, um sich über ihre neuesten Forschungsergebnisse auszutauschen. Ihr Mentor Dr. Regnauer, der am 6. September 2014 an seinem 73. Geburtstag völlig unerwartet verstorben war, hatte davon immer geträumt.

Die Zusammenarbeit mit Krammer sei nicht nur bei den letztjährigen Ausgrabungen sehr gut gewesen, so Hans Fenzl, der Mitte 2015 das Amt des Seebrucker Ortsheimatpflegers übernommen hatte. Da sie sich mit ihrer couragierten und resoluten Art, ihrem Organisationstalent und Sachverstand (viele begeisternde Vorträge) nicht nur in Archäologen-Kreisen einen Namen gemacht hat, stehen der Wahl-Grabenstätterin nun sicherlich viele Türen offen. »Ich freue mich schon auf neue spannende Aufgaben«, so die Doktorandin und zweifache Mutter.

Wie die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium, Dr. Christine Kreitmair, betonte, sei man vom Rücktritt Krammers völlig überrascht worden. Schnell sei ihr aber auch klar gewesen, dass man nach vorne blicken müsse: »Die Struktur steht, es geht mit dem Verein, dem Museum und den Führungen weiter, aber ohne Museumsleiter«. Wichtig sei, dass alle Beteiligten im Sinne des Museums und Vereins »weiter an einem Strang ziehen«, so Kreitmair. Man hoffe in Zukunft auch auf die Mitarbeit von Evelyn Edelmann, der Tochter von Diakon Georg Oberloher, die vor- und frühgeschichtliche Archäologie studiert habe und die entsprechende fachliche Kompetenz mitbringen würde. mmü