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Überraschende Wende: Keine Asylbewerber in Geißing

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Rund 200 Bürger waren zur Informationsveranstaltung am Donnerstagabend gekommen, die zum Teil hitzig und kontrovers über die Thematik diskutierten. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Die Diskussion um ein mögliches Asylbewerberwohnheim in dem ehemaligen Ausbildungsstätte der Post in der Nußbaumerstraße in Geißing hat seit Tagen die Öffentlichkeit beschäftigt (wir berichteten). Die Stadt Traunstein sah sich deshalb unter Mitwirkung des Landratsamts veranlasst, kurzfristig eine Informationsveranstaltung durchzuführen. Dabei wollte sie verunsicherte oder aus unterschiedlichsten Gründen und Überzeugungen aufgebrachte Bürger zu informieren.


Diese Veranstaltung fand nun am Donnerstagabend im völlig überfüllten Pfarrsaal Heilig Kreuz statt – und sie brachte eine überraschende Wende: Laut Auskunft des Vertreters der Eigentümer, Rechtsanwalt Dr. Marcus Rupprecht aus Rosenheim, ziehen sie ihre Pläne zurück. Sie verzichten nach der massiven Protestwelle auf die ursprünglichen Pläne, dort Wohnraum für vorerst bis zu 38 Menschen zur Verfügung zu stellen.

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Rupprecht attackierte in seiner Erklärung die Kritiker scharf. Er sei schlichtweg »baff« und hielt den Anwesenden unter viel Gelächter und Unmutsbekundungen einen kurzen Grundsatzvortrag in Sachen Demokratie und Grundgesetz. Er überraschte dann alle Anwesenden mit der nicht erwarteten Aussage: »Wir hören auf, wir wollen nicht mehr.« Man sei nach der massiv geäußerten Kritik nicht bereit, ein »so unglaubliches Verhalten zu akzeptieren«, sagte der Jurist und fügte hinzu: »Das Problem wird sich deshalb nicht lösen.« Über die weiteren Pläne zu dem Objekt äußerte er sich nicht.

Die Unterbringung der Asylbewerber im ehemaligen Telekom-Gebäude sei zwar nun »vom Tisch«, fügte Oberbürgermeister Manfred Kösterke hinzu, aber das Thema sei für die Große Kreisstadt an sich noch nicht beendet. Die Situation im Bezirk werde dramatisch werden, sagte er und fügte auf mögliche weitere Alternativstandorte für die Unterbringung von Asylbewerbern unmissverständlich hinzu: »Die Große Kreisstadt Traunstein wird sich hier nicht verweigern.«

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Samstag im Traunsteiner Tagblatt. awi