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Überlegungen zur Erweiterung der Schule

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Die linke größere Turnhalle soll zum Schulhaus umgebaut und aufgestockt werden. Die kleinere Turnhalle rechts soll durch eine 2,5-fache Turnhalle ersetzt werden. (Foto: T. Eder)

Grassau – Der Grassauer Schulkomplex ist in die Jahre gekommen. Eine Generalsanierung ist daher dringend erforderlich. In der Schulverbandssitzung wurde der erste Entwurf mit Abbruch der alten Turnhalle, einem Umbau der zweiten Turnhalle und einer Sanierung vorgestellt.


545 Schüler werden in Grassau unterrichtet, darunter 242 in der Grundschule und 293 in der Mittelschule. Die Tendenz ist leicht steigend. Der älteste Bestand der Schulhausgebäude sei sehr sanierungsbedürftig und nicht barrierefrei, erklärte Verbandsvorsitzender Rudi Jantke. Des Weiteren werden dringend weitere Schulräume benötigt.

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Kosten für Sanierung liegen bei 2,4 Millionen Euro

Die Kosten der Generalsanierung mit elektrischer und energetischer Sanierung, Fenstertausch, kontrollierter Be- und Entlüftung wie auch Barrierefreiheit werden auf 2,4 Millionen Euro geschätzt. Hierfür würde es keinen Zuschuss geben, da die Bagatellgrenze unterschritten wird. Als Bagatellgrenze werde gesehen, wenn die Kosten der Sanierung geringer als 25 Prozent eines vergleichbaren Neubaus ausfallen. Folglich müsste man laut Jantke mindestens vier Millionen Euro ausgeben, um einen Zuschuss von 40 bis 50 Prozent zu erhalten. Demzufolge sei es günstiger, komplett zu sanieren und die Förderung mitzunehmen.

Derzeit findet der Sportunterricht in einer einfach und einer eineinhalbfachen Turnhalle statt. Laut Jantke gibt es bereits einen ersten Entwurf für eine große Lösung. Die alte einfache Turnhalle werde dabei abgerissen und an dieser Stelle eine 2,5-fache Turnhalle errichtet. Die vorhandene 1,5-fache Turnhalle wird zum Schulgebäude umgebaut und aufgestockt. Anschließend könnte dann die Sanierung des alten Gebäudes in Angriff genommen werden.

Derzeit wird gerade der Gesamtraumbedarf der Schule ermittelt. Laut Schulleiter Johannes Zeitel fehlen 14 Räume. Dies wird sich in den kommenden Jahren auch nicht ändern. Die Schülerzahlen seien leicht steigend. Rathauschef Jantke fügte an, dass voraussichtlich zur offenen Ganztagesschule im Mittelschulbereich auch der Bedarf im Grundschulbereich kommen werde und auch hierfür Räume benötigt werden. Zudem gebe es in Grassau seit 28 Jahren eine Flüchtlingsunterkunft. Wenn man die Integration angehen möchte, müssen zusätzliche Unterrichte eingeführt werden, so Jantke.

Schulrat Gustl Trimpl sah den Umbau der Turnhalle problematisch. Auch Schulrat Hans Genghammer hatte »ein ungutes Gefühl«, wenn man eine Halle in »tadellosem Zustand« zerstören würde. Für den Schulsportunterricht sei es positiv zwei Hallen zu haben und nicht eine große, die mit Vorhang getrennt werde.

Zu den Turnhallen ergänzte Schulleiter Zeitel, dass die gesamten Sanitärbereiche saniert werden müssen. Um alle Gebäude stehen zu lassen und ein weiteres zu bauen, dafür fehle der Platz, betonte Verwaltungschef Robert Höpfner.

»Schüler nicht irgendwohin befördern«

Hans Genghammer schlug vor, die Grundschule auszusiedeln und für diese ein neues Gebäude im Anschluss an die bestehende, ältere Turnhalle zu bauen. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck meinte, die Schüler könnten auf Übersee und Unterwössen verteilt werden. Man gebe Millionen aus und in anderen Gemeinden liege Schulraum brach. Diese Diskussion hätte man laut Jantke bei der Einführung der sechsstufigen Realschule führen müssen. »Das Ziel kann nicht sein, Schüler irgendwo hin zu befördern.«

Das sieht auch Zeitel skeptisch. Es sei absolut schwer zu managen, wenn Schüler zu Fachunterrichten chauffiert werden müssen. Bei der Kooperation mit Unterwössen und Nutzung deren Räume gebe es schon Reibungsverluste. Zudem müssten dann in drei Richtungen Busse fahren. Auch die Anzahl der fehlenden Räume hörte sich für Scheck hoch an. Laut Zeitel solle an der bestehenden Schulstruktur mit Regelbereich und M-Zweig festgehalten werden. Diese Lösung sei durchdacht.

Aufwandsträger ist die Gemeinde Grassau, die letztlich auch über die Erweiterung und den Umbau entscheiden muss. Die Gebäude werden dann von der Gemeinde an den Schulverband vermietet, wobei auch hier Grassau entsprechend ihrer Schülerlast die Hauptlast trägt. tb