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Überfahrbarer Kreisverkehr oder verkehrsberuhigte Zone?

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Vor der Schule könnte ein überfahrbarer Kreisverkehr oder eine verkehrsberuhigte Zone entstehen, die Bushaltestelle soll vom Eingang weiter vor in Richtung MAXIMUM verlegt werden. Drei Varianten wurden beim Bürgerdialog vorgestellt. (Foto: Mix)

Traunreut – Umbau und Sanierung der Fridtjof-Nansen-Straße standen am Dienstagabend beim Bürgerdialog im Studiotheater des k1 auf der Tagesordnung. Bürgermeister Klaus Ritter stellte drei mögliche Varianten der frühestens 2018 beginnenden Maßnahme vor. Elternbeiräte und Lehrer der Werner-von-Siemens-Mittelschule nutzten die Gelegenheit, ihre Meinung dazu zu äußern.


Die gesamte Nansenstraße vom Rathausplatz bis zur Werner-von-Siemens-Straße soll überplant werden und wurde laut Bürgermeister Klaus Ritter noch in das Förderprogramm für das Sanierungsgebiet Stadtkern mit aufgenommen. Eindeutiger Brennpunkt in der Straße ist der Bereich vor der Mittelschule, wo beim Bringen und Holen der Kinder immer wieder beengte und auch gefährliche Situationen entstehen. Drei mögliche Varianten für den Umbau der Straße liegen derzeit vor, die zur Diskussion stehen.

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Straße auf sieben Meter verschmälern

Die beauftragte Firma ING sieht einen überfahrbaren Kreisverkehr vor der Schule vor und die Verlegung der Bushaltestelle weiter weg in Richtung MAXIMUM, um davor mehr Parkflächen für die Eltern zu schaffen. Die Straße sollte auf sieben Meter verschmälert werden, die Linksabbiegespur an der Ampel zur Werner-von-Siemens-Straße soll wegfallen. Auf der Seite der Firma Heidenhain sollte es keinen Gehweg mehr geben, dafür entstehen Aufstellflächen für Lastwagen vor dem Firmentor. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite bliebe ein breiter Gehweg. Zudem gebe es dann auch noch ausreichend Platz für Fahrradschutzstreifen, wie Klaus Ritter betonte.

Stadtplanerin Professor Anne Beer sieht keinen Kreisverkehr vor, sondern eine ebene Aufstellfläche für Pkw. Eine dritte Variante wurde noch vom Tiefbauamt der Stadt entwickelt. Sie stellt entlang der Schule einen schwellenfreien, verkehrsberuhigten Bereich dar, in dem nur noch Schritt-Tempo gefahren werden darf und wo alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Gleichzeitig sollte die Einfahrt zur Robert-Koch-Straße gegenüber der Schule gesperrt werden.

Der Elternbeiratsvorsitzende der Mittelschule, Klaus Vongehr könnte sich mit dem verkehrsberuhigten Bereich schon anfreunden, stellte allerdings in Frage, ob sich die Autofahrer auch wirklich an die in so einer Spielstraße geltende Beschränkung auf sieben Stundenkilometer halten. Ihm wäre am liebsten noch ein Zebrastreifen oder eine Querungshilfe, damit die Kinder gefahrlos über die Straße kommen. Wie Verkehrsreferent Roger Gorzel ausführte, darf jedoch in einem verkehrsberuhigten Bereich kein Zebrastreifen gebaut werden.

Elternbeirätin Christine Reuter sieht nicht nur beim Bringen und Holen der Kinder, wenn viele Elternfahrzeuge Platz zum Parken brauchen, ein Problem. Es müsse auch der kürzeste Weg für die Schulkinder zum Bus gefahrlos gestaltet werden. Durch die Sperrung der Robert-Koch-Straße sieht Bürgermeister Ritter hier eine gute Möglichkeit, da die Kinder dann durch diese Straße unbehelligt gehen können. Auf der Schulseite der Nansenstraße, wo auch der Bus halten wird, sei außerdem der Gehweg breit genug für die Kinder.

Auch Lehrer der Schule meldeten sich zu Wort. Martin Falter betonte, dass die aktuelle Situation für die Schüler sehr gefährlich ist, »wir können nur froh sein, dass noch nie was passiert ist«. Eine Spielstraße einzurichten hält er für eine gelungene Entzerrung der Situation und würde die Zone sogar noch weiter in Richtung Rathausplatz ausdehnen. Dem stimmte auch sein Kollege Holger Dudla zu. Einen ganz anderen Vorschlag brachte Martin Hundsberger vor, ebenfalls Mitglied des Elternbeirats an der Schule. Er könnte sich vorstellen, dass die Pestalozzi-Straße wieder geöffnet wird, damit die Schüler direkt im Hof der Schule abgesetzt und abgeholt werden können und somit von der Nansenstraße ganz wegkommen. Zum Schutz der Anwohner sollte es nach seinen Worten auch möglich sein, die Straße nur zu bestimmten Zeiten und nur für Fahrten zur Schule zu öffnen. Reinhard Piehler, Vorsitzender des Agenda-Arbeitskreises Verkehr, betonte, dass der Arbeitskreis mit den drei Varianten gut leben könne. Er plädierte aber dafür, von Anfang an beiderseitige Fahrradschutzstreifen einzuplanen.

Der Bürgermeister ging auch noch auf die Straßenausbaubeitragssatzung ein. Sollte diese wieder eingeführt werden müssen, müssten beim Ausbau der Nansenstraße 35 Prozent der Kosten für die Straße und 50 Prozent für die Gehsteige auf die Anlieger umgelegt werden. Bei geschätzten 1,1 Millionen Euro Gesamtkosten wären das 475 000 Euro, die sich die Anlieger, die Firma Heidenhain und Stadt Traunreut als Träger der Schule teilen müssten.

Stadt hat sich noch auf keine Variante festgelegt

Klaus Ritter betonte, dass bisher noch keine Festlegung auf eine Variante erfolgte. Die weiteren Schritte werden nun eine erneute Diskussion im Stadtrat unter Einbeziehung der eingebrachten Vorschläge mit abschließendem Beschluss sowie die Ausschreibung der Arbeiten im Jahr 2017 sein. Der Umbau in zwei Phasen wird dann voraussichtlich 2018 und 2019 erfolgen. Gleichzeitig werden die Stadtwerke in dem Bereich 50 Meter Kanalisation und auf der gesamten Straßenlänge die Wasserleitungen erneuern. mix