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»Überdimensioniert«: Bauausschuss lehnt Antrag ab

Reit im Winkl. Einen kleinen, ansehnlichen Bauernhof betreibt die Familie Heistracher im Reit im Winkler Ortsteil Blindau im Nebenerwerb. Heute hat man sich auf der fast 500 Jahre alten Hofstelle auf etliche Nischen spezialisiert. So will man den Bedürfnissen der Gäste entgegenkommen und den Kleinbetrieb auch rentabel halten. So werden etwa Kamerun-Schafe gezüchtet, es leben aber auch Haflinger, Legehennen, Bienenvölker und ein Esel auf dem Hof.


Nun gedenkt Hubert Heistracher seinen Betrieb zu erweitern und stellte in der Gemeindeverwaltung einen entsprechenden Antrag. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde dieser behandelt – und mit eins zu fünf Stimmen abgelehnt. Die Räte brachten dabei mehrere gravierende Einwände gegen den beantragten Neubau der beiden landwirtschaftlichen Gebäude vor.

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Zunächst herrschte eine gewisse Verwunderung darüber, wieso die Gebäude derart groß geplant seien, insbesondere das Lagergebäude. Während der Pferdestall bei einer Höhe von 3,50 Metern auf der Grundfläche 21,5 Meter mal elf Meter messen soll, soll ein zweites, als Lagergebäude beschriebenes Haus nur geringfügig kleiner werden, allerdings sechs Meter hoch. In Summe sollen so also fast 470 Quadratmeter überbaut werden. »Die Größe der Lagerhalle müsste vom Antragsteller genau begründet werden«, so ein Einwand seitens der Gemeindeverwaltung gegen dieses »überdimensionierte« Vorhaben, dem auch die Mitglieder des Bauausschusses folgten.

Ein weiterer Einwand war die Situierung der Erweiterungsbauten, die in erheblicher Entfernung zur Hofstelle »inmitten der grünen Wiese« entstehen sollen. Die Zufahrt sei zudem nicht direkt über den eigentlichen Hof möglich, vielmehr müsse man die Neubauten von der anderen, der nördlichen Seite, anfahren. Dies bewirke, dass ein Weg über einen sehr steilen Hang neu angelegt werden müsse, dass ein Grüngürtel zerschnitten werde und dass im Winter dieser Weg die vorbeiführende Langlaufloipe und den Winterwanderweg kreuzen würde.

Bürgermeister Josef Heigenhauser gab ferner zu bedenken, dass wohl auch das Amt für Landwirtschaft und Forsten den Antrag in dieser Form nicht befürworten werde.

Gleichzeitig brachten aber einige Mitglieder des Bauausschusses zum Ausdruck, dass sie die Erweiterung des als »Bioland-Hof« zertifizierten Betriebs durchaus begrüßen, wenngleich sie angesichts der angeführten Bedenken dem Antrag in dieser Form nicht zustimmen können.

Nach kurzer Diskussion votierten schließlich fünf Mitglieder des Bauausschusses gegen den Antrag, ein Gemeinderat stimmte für die Erweiterungsbauten. ost