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Überarbeiteter Rathausentwurf fand allgemeinen Zuspruch

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Der überarbeitete Entwurf des neuen Seebrucker Rathauses wurde bei einer Bürgerinformationsveranstaltung präsentiert. So könnte das neue Rathaus von der Südseite her aussehen. Dort ist eine großzügige Bürgerterrasse vorgesehen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Dass die Gestaltung des neuen Rathauses in Seebruck die Bürger beschäftigt, zeigte die rege Beteiligung bei einer Bürgerinformationsversammlung. Rund 150 Interessierte diskutierten vor dem Rathaus mit den Entwurfsplanern und Fachleuten, um eine stimmige Planung zu erarbeiten, die sich auch optisch in das Ortsbild einfügt. Schließlich stellt das Rathaus an der Römerstraße einen Mittelpunkt des Dorfes dar.


Als Vertreter des Rathausausschusses erinnerte Gemeinderat Michael Regnauer an die Vorgeschichte des Verfahrens und stellte gleichzeitig klar: »Wenn man sich für was Neues entscheidet, muss man sich von Altem verabschieden.« Mit dem Neubau eines Rathauses befasst sich die Gemeinde konkret seit über fünf Jahren. Ausgangspunkt war die Verwaltungszusammenlegung, die sehr umstritten war. Die Kritiker sprachen sich für den Erhalt der Dienstelle in Seeon aus. Die Gemeinde leistet sich seit über 30 Jahren mit dem Rathaus in Seebruck und der Dienststelle in Seeon mit dem Standes- und Einwohnermelde- sowie dem Ordnungsamt zwei Verwaltungsgebäude.

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Glasfront und Dachform überzeugten nicht

Nach intensiven Diskussionen mit den Bürgern hatte sich der Gemeinderat für einen Neubau des Rathauses am jetzigen Standort in Seebruck ausgesprochen und gleichzeitig beschlossen, einen Architektenwettbewerb für ein neues Rathaus auszuschreiben. Die Wahl fiel auf ein Münchner Architekturbüro, das zunächst nur mit einer Entwurfsplanung beauftragt wurde.

Der ursprüngliche Architektenentwurf sah an der Südseite des 35 mal 15 Meter großen Neubaus eine großzügige Glasfront vor, die jedoch massiv kritisiert wurde. Auch die Dachform fand sowohl im Gemeinderat als auch in der Bevölkerung wenig Gefallen. Daraufhin wurde der Entwurf überarbeitet und jetzt der Bevölkerung präsentiert. Um sich ein Bild von den Ausmaßen des geplanten Bauvorhabens zu machen, wurde die Situierung des Gebäudes optisch aufgesteckt. Pläne und Modelle ergänzten das Informationsmaterial.

Im überarbeiteten Entwurf, der von den Architekten vorgestellt wurde, wurden die Wünsche und Anregungen des Gemeinderats im Wesentlichen auch umgesetzt. Die geforderten Dachüberstände wurden dabei ebenso berücksichtigt, wie eine einheitliche Fassade an der Südseite. An der Ost-, West- und Nordseite des Gebäudes könnten sich die Architekten eine hölzerne Fassade vorstellen. Mit Lärchenholzschindeln könnte auch das Satteldach eingedeckt werden, um auch hier in Anlehnung an die Wurzeln einer traditionellen Bauweise zu erinnern. So finden sich in dem Entwurf Anklänge an regionale Bauformen historischer Bauten der Umgebung.

Im Einzelnen sind dies der weite Dachüberstand mit einer sichtbaren Konstruktion aus Flugpfette und schräger Abstützung und die seitlichen »Wetterschirme«, die den südlichen Zugangsbereich schützen. Ein Steinbelag auf der Bürgerterrasse soll Erinnerungen an die antike Römerstraße wecken.

Wie der Diskussion zu entnehmen war, entspricht die Überplanung mit kleinen Ausnahmen auch den Vorstellungen der großen Mehrheit. Die Fassadengestaltung auf der Ostseite überzeugte allerdings weniger. Hier sollte inständig über eine Modifizierung nachgedacht werden. Es wurde auch angeregt, im Zuge des Neubaus einen neuen Standort für die Aussegnungshalle zu untersuchen. Die Aussegnungshalle befindet sich unmittelbar nördlich des Gemeindeamts. Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Ruth habe er diesbezüglich mit der Pfarrei bereits Kontakt aufgenommen. Eine Verlegung der Aussegnungshalle in den Friedhofsbereich sei aber aus Platzgründen nicht möglich.

Weiter wurde der Wunsch geäußert, im neuen Rathaus einen Raum zu integrieren, um darin die fünf Vereinsfahnen unterzubringen. Diese und weitere Vorschläge sowie die Bauweise – dem Bürgermeister schwebt eine Holzständerbauweise vor – sollen jetzt im Gemeinderat diskutiert werden, um dann dem auslobenden Büro eine konkrete Planung des viergeschossigen Gebäudes zu übertragen.

Gesamtkosten betragen rund 4,28 Millionen Euro

Für das Neubauprojekt stehen geschätzte Gesamtkosten in Höhe von 4,28 Millionen Euro im Raum. Der Baukörper wird auf 2,8 Millionen Euro geschätzt, der Rest verteilt sich auf die Infrastruktur und auf die Außenanlagen. Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Ruth hat die Gemeinde für das Projekt bereits eine Million Euro in die Rücklagen eingestellt. Ruth ist zuversichtlich, dass die Finanzierung auch gestemmt werden kann.

Gleichzeitig warnt er aber davor, die Kosten im Auge zu behalten. »Wir müssen aufpassen, dass uns die Kosten nicht davon schwimmen.« Ruth geht auch davon aus, dass bis März oder April nächsten Jahres die Planreife vorliegt und Mitte 2015 mit dem Bau begonnen werden kann. Er rechnet mit einer Bauzeit von etwa 20 Monaten. Während der Bauzeit soll die Verwaltung in die Gruber Alm in Roitham ausweichen. Die ehemalige Gastwirtschaft bei Seeon befindet sich seit geraumer Zeit im Besitz der Gemeinde. ga