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Über vier Millionen Euro Schaden

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Marquartstein. Über vier Millionen Euro Schaden richtete das Juni-Hochwasser an., sagte Bürgermeister Andreas Dögerl im Gemeinderat. So betrage die Schadenssumme bei privaten Haushalten 2,6 Millionen Euro, beim Gewerbe 1,3 Millionen Euro und in der Landwirtschaft rund 300 000 Euro. Seit dem Pfingsthochwasser 1999 war es das vierte sogenannte »Jahrhunderthochwasser« im Ort.


Glücklicherweise habe das Wasserwirtschaftsamt seit 2002 einiges unternommen, was sich jetzt bewährt habe, so Dögerl. So wurden zwischen den Brücken in Marquartstein und Staudach an der Tiroler Achen Spundwände eingezogen, der Triebwerkskanal wurde saniert und der Anströmwinkel an der Brücke Richtung Unterwössen verbessert.

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Mit Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und Gemeinderat werde derzeit besprochen, was noch machbar sei. Beschlossen wurde bereits, dass der Achendamm in der Öd mit Spundwänden verstärkt und erhöht werden soll. Beim Staatlichen Landschulheim, besonders am Achenhaus, das nicht mehr bewohnbar sei, soll die Überflutung auch der alten Landstraße und des Ortsteils Altmarquartstein verhindert werden.

An der Kreisstraße war die Tiroler Achen zwischen 3.30 und 8 Uhr um zwei Meter gestiegen, erinnerte Dögerl. Probleme gab es auch an der Alten Achenbrücke, die gesperrt werden musste, weil sieben bis acht Bäume das Geländer durchschlugen. Freiweidach und das Mauthner Feld wurden vollkommen überschwemmt.

Übergangslösungen zum Hochwasserschutz

Möglichst noch heuer will das Wasserwirtschaftsamt »trotz viel zu wenig Personal« an der Ostseite des Damms bis zur Fußgängerbrücke spunden. Dann soll der Damm von der Einfahrt des Kieswerks bis zur Alten Brücke gespundet werden. Weil die größeren Maßnahmen mehrere Jahre dauerten, wolle die Gemeinde Übergangslösungen finden. So soll ein Ingenieurbüro die Oberflächenentwässerung untersuchen. Bereits zuvor hatte der Gemeinderat beschlossen, Pumpen und mobile Wehre zu beschaffen.

In Niedernfels soll der Kiesfang am Tennbodenbach ausgebaggert werden. Das undichte Bett des Schaiter Bachs im Graben vom Kaiserblick in den Tennbodenbach werde abgedichtet. Als verbauter Wildbach sei für den Tennbodenbach das Wasserwirtschaftsamt zuständig, so Dögerl.

Wegen des lehmigen Untergrunds macht auch die Oberflächenentwässerung in Piesenhausen Probleme. Deshalb sollen die Sickergruben gespült werden. Mittelfristig soll auch die Kanalbreite vergrößert werden, wo zwei Oberflächenkanäle in einen unterirdischen Kanal zusammenfließen am »Millibankerl« in Piesenhausen. Durch die Verbreiterung werde es weniger Rückstau geben, so Dögerl. Auch das Feuerwehrhaus an der Hochlerchstraße war betroffen. Neben dem Einbau wasserdichter Kellerfenster und der Parkplatzentwässerung werde die Kommunikationstechnik verbessert.

Das Bewusstein aller muss sich wandeln

Insgesamt müssten langfristige Möglichkeiten gefunden werden, so Dögerl. Auch das Bewusstsein aller müsse sich verändern. Langfristig wirksame Maßnahmen sollten regionen- und länderübergreifend abgestimmt werden. Eine länderübergreifende Konferenz bis Kufstein sei geplant. Die Mitarbeit aller Gemeinden sei gefordert, um Retentionsräume zu schaffen.

Die Gemeinde als Sicherheitsbehörde müsse die Einsatzpläne mit den Rettungsorganisationen überarbeiten. gi