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Über 300 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet

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Teisendorf – Über die Entwicklung der Molkerei und des Frischdienstes Berchtesgadener Land informierte Geschäftsführer Bernhard Pointner bei der Weihnachtsfeier der Molkerei Berchtesgadener Land im Poststall in Teisendorf.


Pointner zog mit einem gemeinsam von Milchwerken und dem Frischdienst Berchtesgadener Land erreichten Umsatzvolumen von 236 Millionen Euro eine sehr positive Bilanz für beide Unternehmen. Die Molkerei steigerte die verarbeitete Milchmenge um 13 Millionen auf über 300 Millionen Kilogramm Milch. Verarbeitet am einzigen Standort in Piding werden die Milchspezialitäten zu 80 Prozent in Deutschland und zu 20 Prozent in 14 weiteren europäischen Ländern an über 150 Kunden verkauft. Diese Vielfalt in der Kundenstruktur sichere eine ausgewogene Risikostreuung.

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Zum Milchpreis berichtete Pointner, man habe auch in der für die Landwirtschaft sehr massiven Milchkrise 2016 national weiterhin die höchsten Milchpreise von 40 Cent brutto an die Bergbauern und über 50 Cent an die Bio-Landwirte bezahlt. Möglich sei dies nur, da entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Landwirt über die Molkerei, den Handel und letztendlich die Verbraucher – Hand in Hand fair zusammengearbeitet wurde.

Auch ging Bernhard Pointner auf die Entwicklung der Molkerei und die aktuelle Milchmarktsituation ein. Die Molkerei erreichte ein Umsatzvolumen von 217 Millionen Euro und realisierte damit eine Steigerung um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verkaufsmannschaft habe es geschafft, die Berchtesgadener Land Milchspezialitäten in einem extrem schwierigen, von Niedrigstpreisen geprägten Umfeld zu verkaufen. So wurde erreicht, dass die Mehrwerte wie »ohne Gentechnik«, Grundfütterung mit Gras, echte Herkunftsgarantie für Rohstoff und Verarbeitung usw. bei den Kunden ankamen und faire Preise bezahlt wurden. Unterstützend wurde das Marketingbudget deutlich aufgestockt, um die Kunden für das Ziel »Faire Preise für unsere Landwirte« zu begeistern. Das sei gelungen. »Noch nie war das Ansehen unserer Molkerei und ihre Landwirte höher und die nationale Bekanntheit größer«, freute sich daher der Geschäftsführer.

Molkerei rüstet sich für die Zukunft

Über 15 Millionen Euro wurden heuer in verschiedenste, technische und bauliche Projekte investiert, berichtete Pointner weiter. Zuletzt wur-de die neue Energiezentrale in Betrieb genommen. Dort wird inzwischen mittels Gasturbinen Strom für den Standort erzeugt. Dies schützt insbesondere die Erhitzungsanlagen vor Schäden und Verlusten durch Stromausfälle. Zudem steht die Erweiterung der Verwaltung inkl. einer Markenwelt samt kleinem Kino zur Kommunikation der Mehrwerte der Marke gegenüber Kunden und Medien kurz vor dem Abschluss. Für 2017 sind Projekte zur Erneuerung und Erweiterung von Technik und Gebäuden in zweistelliger Millionenhöhe geplant. Die Investitionen seien nötig, um auch künftig als selbstständige Genossenschaft erfolgreich am Markt agieren zu können.

Frischdienst: Umsatz von knapp 20 Millionen Euro

Weiter legte Pointner die Entwicklung der zweiten Genossenschaft vor. Der am Standort in Piding sitzende Frischdienst der Molkerei habe mit seinem Sortiment von über 1800 Produkten, die an Verarbeitungskunden im Umkreis von rund 80 Kilometer verkauft werden, einen Umsatz von knapp 20 Millionen Euro realisiert. Die 50 Mitarbeiter erwirtschafteten im hart umkämpften Gastronomiegeschäft den höchsten Unternehmensumsatz seit der Firmengründung 1964. Der Frischdienst beliefert rund 1400 Kunden zwischen Berchtesgaden und Altötting bzw. zwischen Salzburg und Rosenheim aus der Gastronomie, Hotellerie und dem Handwerk mit Milch- und Milchprodukten, nationalen Käsespezialitäten sowie einem breiten Trockensortiment.

Tierwohl- und Weideprämie

Das Tierwohl steht weiter im Fokus, berichtete Pointner. Molkerei und Landwirte arbeiten seit einigen Jahren konsequent an der Fortentwicklung einer artgerechten Tierhaltung mit ausreichend Bewegung. So wurde mit dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium und den Landwirtschaftsämtern vor Ort das Projekt »Kleine Laufställe – Neu- und Umbauprojekte« realisiert. Inzwischen seien vier Hofberater angestellt, die die Landwirte bei der Umsetzung von Laufställen, Laufhöfen und Weidegang unterstützen. Ab 2017 werde den Landwirten zum bestehenden, überdurchschnittlichen Milchpreis zusätzlich eine Tierwohl- und eine Weideprämie bezahlt. Diese Maßnahmen bereiten das Ziel vor, künftig nur noch Milch von Kühen in den Premiumsortimenten zu verarbeiten, denen ausreichend Bewegung gewährt wird. fb