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Über 2000 Besucher bestaunten 100 Kelten, Römer und Bajuwaren

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Hoch im Kurs bei den Kindern stand neben dem Ponyreiten vor allem das Schießen mit Pfeil und Bogen. Dies war anfangs gar nicht so einfach.
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»Eintauchen in die Geschichte« konnten Groß und Klein beim Bedaius-Familienfest in Stöffling. Zu bestaunen gab es unter anderem authentische Gewänder von Römern. (Fotos: Müller)

Seeon-Seebruck. »Wir hatten mehr als 2000 Besucher, über 100 historische Darsteller, beste Stimmung und auch der Nebel hat sich rechtzeitig verzogen«, freute sich Matthias Ziereis über ein überaus gelungenes Bedaius-Familienfest, das von der Tourist-Info Seebruck und dem Verkehrsverein Truchtlaching bereits zum sechsten Mal am Keltengehöft Stöffling durchgeführt wurde.


Das abwechslungsreiche Programm laufe auch deshalb immer so »harmonisch« ab, weil sich die historischen Gruppen aus nah und fern »sehr gut kennen, verstehen und untereinander absprechen«, lobte Ziereis, der selbst wieder als römischer Legionär Quintus Tiberius Octavius in Erscheinung trat.

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Und so strömten die bestens gelaunten Besucher am Tag der Deutschen Einheit ohne Unterlass auf das einladende Festgelände, um sich mit waschechten Kelten, Römern und Bajuwaren bei herrlichem Wetter auf eine kurzweilige Zeitreise zu begeben.

Als besonderen Höhepunkt erwies sich das gemeinsame Exerzieren verschiedener Römergruppen, deren Legionäre gleich mehrmals in voller Montur aufmarschierten und zwischendurch immer wieder aus ihrem arbeits- und entbehrungsreichen Soldatenleben berichteten. Neben den »Chiemgaurömern« gab sich unter anderem auch die Isinger Römergruppe »Bedaienses« an diesem Tag die Ehre.

Die weiteste Anfahrt hatte die Alemannengruppe »Nagaroon« aus Baden-Württemberg. Getoppt werden konnte dies nur noch von Keltin Claudia Bennich, die extra aus Irland an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war.

Große Besuchertrauben bildeten sich um den Nachbau eines römischen Pfeilgeschützes, das die Lehrer Kurt von Kiesling und Marcus Altmann vom Gymnasium Schloss Ising vorstellten. Dieses Meisterwerk der experimentellen Archäologie entstand im Rahmen eines deutschlandweiten Projekts mit universitärer Unterstützung. »Auch wenn die Römer damit bis zu 300 Meter weit schossen, betrug die beste Kampfentfernung 100 oder 150 Meter, dabei konnten drei Pfeile pro Minute abgeschossen werden«, betonte von Kiesling.

Vorgeführt wurden auch alte Handwerke wie das Spinnen, Wolle färben und Weben, Kettenhemden flechten, Glasperlen drehen, Salz sieden, Schmieden, Töpfern und Schnitzen. Für die jüngsten Zeitreisenden gab es zudem ein buntes Kinderprogramm mit Schildbemalen, Limeswürfelturm, Schellenarmbänder und Stirnbänder flechten, Münzen prägen, Lederbeutel erstellen, Kinderschmieden und Korn mahlen. Hoch im Kurs standen auch das Ponyreiten mit dem Bertlhof und das Pfeil- und Bogenschießen mit den Bajuwaren Gerhard und Agnes Würdinger.

Das Bayerische Fernsehen filmte zudem für seine Sendereihe »Schlemmerreise«, die Band »Coll« aus Österreich sorgte für die Musik und ums leibliche Wohl der Gäste kümmerte sich die Keltenküche des Verkehrsvereins.

Einige hartgesottene historische Darsteller übernachteten sogar am Keltengehöft, um auch am nächsten Tag Gäste zu begrüßen – leider ließ sich der Nebel dann aber nicht mehr vertreiben. mmü