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Über 15 000 Besucher beim Georgiritt in Traunstein

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Prächtiges Bild vor weiß-blauer Kulisse: Die Pferde ziehen hinauf zum Ettendorfer Kircherl. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Der Ostermontag ist in Traunstein wieder ganz im Zeichen des Georgiritts und des Schwertertanzes gestanden. Die beliebte und bereits 1762 erstmals urkundlich erwähnte Brauchtumsveranstaltung war auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht. Tausende kamen bereits am frühen Vormittag auf den Traunsteiner Stadtplatz zum Schwertertanz oder säumten die abgesperrten Straßen Richtung Ettendorfer Kircherl, um sich den Zug der 418 prächtig und kunstvoll geschmückten Pferde aus der Region anzuschauen.


Der Traunsteiner Sankt-Georgs-Verein hatte schon im Vorfeld der Großveranstaltung durch das traditionelle Rittbitten (wir berichteten) dafür gesorgt, dass sich auch am diesjährigen Georgiritt viele Pferdebesitzer aus der näheren und weiteren Umgebung beteiligten. Jung und Alt zogen mit ihren Pferden, aber auch mit kleinen Ponys oder Maultieren über den Stadtplatz zum Ettendorfer Kircherl. Der Himmel präsentierte sich passend in Weiß-blau.

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Bereits um 9.30 Uhr war es auf dem Stadtplatz mit dem Schwertertanz losgegangen. Nach einer musikalischen Einstimmung durch die Traunsteiner Stadtmusik und dem Spielen der Bayernhymne waren die Schwerttänzer an der Reihe. Auf der Bühne führten sie ihren Tanz auf, dessen Wurzeln in das Jahr 1530 zurückreichen und der 1925 wiederbelebt wurde. Seine Symbolik soll den Sieg des Frühlings über den Winter darstellen, man »jagte den Winter, den finsteren Gesellen« hinaus. Damals, in der Stadtkammerrechnung im Jahr 1530 urkundlich noch als »junge Gesellen« bezeichnet, führten die beim Turnverein Traunstein angesiedelten Schwerttänzer ihre Darbietung auch in diesem Jahr wieder perfekt auf.

Punkt 10 Uhr ging es dann in der Prozession, angeführt vom Herold und begleitet von Rittern und Landsknechten in ihren historischen Kostümen, unter dem Geläut der Glocken der Stadtkirche Richtung Ettendorf hinauf. Viele Besucher standen an den Straßenrändern und erfreuten sich an dem Aufmarsch der historischen Gruppen und Musikkapellen. Es wurde getrommelt, mit Pfeiferln mittelalterliche Melodien gespielt und geblasen.

In den städtischen Ehrenkutschen saßen unter anderem Landrat Hermann Steinmaßl, Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Bergens Bürgermeister Bernhard Gietl und eine Reihe von Stadträten. Auch Sue und Tim French, Mitinitiatoren der Partnerschaft zwischen der englischen Stadt Haywards Heath und Traunstein, sowie der Stellvertretenden Bürgermeisterin der Partnerstadt Wesseling, Sabine Geyr, durften den Georgiritt von einer Kutsche aus erleben. Am Ettendorfer Kircherl spendete die Geistlichkeit nach der Jahrhunderte alten Tradition den Segen für Ross und Reiter.

Die Verantwortlichen des Sankt-Georgs-Verein, der zusammen mit der Stadt Traunstein und der Stadtpfarrei Sankt Oswald für die Ausrichtung des Georgiritts verantwortlich zeichnet, zeigten sich in einer ersten Stellungnahme mit dem Verlauf der beliebten Traunsteiner Brauchtumsveranstaltung sehr zufrieden. (Ein ausführlicher Bericht folgt.)

Die Beamten der Polizeiinspektion Traunstein waren gemeinsam mit Bereitschaftspolizisten und Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr damit beschäftigt, den Verkehr in und um die für mehrere Stunden gesperrte Traunsteiner Innenstadt zu regeln. Darüber hinaus lief der Georgiritt ohne nennenswerte Probleme ab. awi