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Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel hat ein Tourismuskonzept

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Freude über ein gelungenes Werk bei (von links) Bürgermeister Herbert Häusl, Professorin Ulrike Pröbstl-Haider, Ökomodellregion-Managerin Marlene Berger-Stöckl und Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber: Nun hat die Ökomodellregion ein eigenes Tourismuskonzept. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Anstrengende Wochen liegen hinter den Verantwortlichen der Waginger Tourist-Info und der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel. In weniger als drei Monaten haben sie mit Fachleuten aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sowie interessierten Bürgern unter Leitung von Prof. Ulrike Pröbstl-Haider ein Tourismuskonzept erstellt.


Nachdem dieses in Otting präsentiert worden war, wurden Elemente daraus zu einer Bewerbung verwoben, mit der die Region an einem Wettbewerb des Bayerischen Umweltministeriums teilnimmt. Als Pilotprojekt sollen dabei drei Gemeinden ausgewählt werden, die sich zu einer Naturtourismus-Region entwickeln und dafür jeweils eine Förderung von bis zu 70 000 Euro erhalten.

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Gewinner werden erst am 5. Juli bekannt gegeben

Gerade noch rechtzeitig vor dem Abgabetermin 30. April ist die Bewerbung abgeschickt worden. Jetzt ist Abwarten angesagt. Die Gewinner werden erst am 5. Juli bekannt gegeben. Das Konzept war mit prognostizierten Kosten von 28 000 Euro verbunden. Die Leader-Region Traun-Alz-Salzach hatte dafür eine Förderung von 12 000 Euro zugesagt.

Für die Bewerbung konnten die Macher aus einem umfangreichen Pool schöpfen. In den Workshops waren viele Ideen entstanden. So war die Auswahl der Vorschläge, die Eingang ins Konzept fanden, nicht ganz einfach. Es wurden 18 Punkte herausgegriffen. An diesen soll, wie Prof. Pröbstl-Haider sagte, weitergearbeitet werden. In der Versammlung beim Oberwirt in Otting stellte sie diese Punkte vor.

In den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft und Gastronomie wurden fünf Vorschläge nahezu gleichwertig genannt. Das waren die Projekte »Vögel – Vielfalt in der Feldflur« mit Wettbewerb, Kartierung, Infotafel und eventuell sogar Beobachtungsplattform, Naturerlebniswege für Familien am Seeufer und Dobelbach, ein Radtourenvorschlag »Bierweg – vom Getreide bis zur Verkostung«, die Weiterführung des Streuobstprojekts mit Pflanzungen und begleitenden Veranstaltungen sowie die Herausgabe einer Broschüre »Gesichter der Ökomodellregion«, in der Bioerzeuger des Einzugsgebiets vorgestellt werden sollen.

Im Bereich Bildung, Erlebnis und Lernen wurden drei Vorschläge ausgesucht. Die meisten Stimmen erhielt der Vorschlag, zertifizierte Kulturlandschaftsführer auszubilden. Weitere Projekte betrafen eine Plattform zur Vernetzung von Umweltbildungsangeboten, ein Lehrpfad an der Grenze zu Österreich und ein Bildungsangebot zum Thema »Landschaftsgeschichte erleben«.

Zum Themenkomplex Produktentwicklung entfielen die meisten Stimmen auf Landschaftswandern, Erlebnisarchitektur, Jugendspiele zur Ökomodellregion, Einkaufen in der Ökomodellregion eventuell über eine Online-Plattform und das Thema »Wilde Küche«. Unter Landschaftswandern ging es um den Ausbau eines Langstrecken-Wanderkonzepts. Erlebnisarchitektur will den Bau besonderer Übernachtungsmöglichkeiten etwa in Bäumen oder Fässern anregen. Die Jugendspiele sollten die Jugend an die Inhalte und Schwerpunkte der Ökomodellregion heranführen. Bei der »wilden Küche« stand das Finden und Kochen mit Wildkräutern im Vordergrund.

Förderung von Bio in der Gastronomie

Bei Gewerbe und Handel ging es vorrangig um die Förderung von Bio in der Gastronomie, gefolgt vom Thema »Kreative Speisekarte«, die auch Informationen zu Produkten, Herstellung und Region aufweist. Weitere Projekte waren »Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Tourismusbetrieben« und das »Ferienwohnungskörberl«. Letzteres sollte den Gästen zu Beginn ihres Urlaubs angeboten werden.

Ziel des Konzepts war zwar ursprünglich keineswegs die Teilnahme an dem Wettbewerb, aber man erhoffte sich davon zusätzliche Motivation. So hob Wagings Bürgermeister Herbert Häusl heraus, die Workshops seien »hochkarätig besetzt und hervorragend besucht« gewesen. In der Ökomodellregion gehe es darum, mit der natürlichen Landschaft und regional beziehungsweise biologisch erzeugten Nahrungsmitteln zu punkten. Das Konzept sei wirklich »erarbeitet, nicht übergestülpt worden«, über 120 Personen hätten mitgemacht, mehr als erwartet.

Auch Professorin Pröbstl-Haider meinte, sie sei sehr überrascht gewesen über die Fülle an Vorschlägen – genau 53 an der Zahl. Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber nannte das 123 Seiten umfassende Tourismuskonzept »ein tolles Ergebnis in kurzer Zeit«. Viele tolle Ideen seien dabei entwickelt worden, »eine enorme Summe, die uns noch lang begleiten wird«. Damit sei ein praxisorientierter Leitfaden mit vielen Ansätzen entstanden, der dem Gast die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel erkennbar und erlebbar machen solle: »Jetzt freuen wir uns auf die Umsetzung.«

Dazu meinte die Managerin der Ökomodellregion, Marlene Berger-Stöckl, der genaue Weg der Umsetzung sei noch nicht klar; aber sicher würden die Vorschläge nicht in Schubladen verschwinden. Bürgermeister Häusl schlug vor, dass man sich nochmals treffen und dabei beraten solle, welche Vorschläge man vorrangig angehen wolle. he

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