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»ÖDP-Urgestein« Felix Weingarten geehrt

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Sehr gerührt zeigte sich der 88-jährige Felix Weingarten aus Taching (zweiter von links), als der ÖDP-Kreisverband Traunstein ihn für 35-jährige Mitgliedschaft in der Ökologisch Demokratischen Partei ehrte – obwohl es die Partei auf dem Papier erst seit 31 Jahren gibt. Des Rätsels Lösung: Weingarten trat bereits 1978 der GAZ, der Vorgängerorganisation der ÖDP, bei. Mit im Bild (von links) Kreisvorsitzender Bruno Siglreitmaier, der Waginger Ortsvorsitzende und Kreisrat Georg Huber sowie Helmut Kauer, ÖDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Traunstein.

Traunstein. Seit 31 Jahren gibt es die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP). Einer ihrer Gründerväter, der 88-jährige Felix Weingarten aus Taching, wurde jedoch bei der Kreisversammlung im Gasthaus Sailer-Keller in Traunstein für 35-jährige Parteimitgliedschaft geehrt. Des Rätsels Lösung: Weingarten war einer der wesentlichsten Vorstreiter für die ÖDP, war bereits 1978 in die GAZ (Grüne Aktion Zukunft) eingetreten, hatte zunächst gemeinsam mit deren Vorsitzendem Herbert Gruhl 1980 an der Gründung der »Grünen« mitgewirkt, sich dann jedoch von diesen wieder abgewendet und mit Herbert Gruhl sowie anderen ökologisch gesinnten Freunden die ÖDP gegründet. »Die GAZ gilt deshalb als Vorgängerorganisation der ÖDP«, erläuterte Kreisrat Georg Huber in seiner Laudatio bei der Kreisversammlung.


Plädoyer für den Umweltschutz

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Viele Jahre engagierte Tätigkeit zeichnen Felix Weingarten aus, betonte Georg Huber. So habe der heute 88-Jährige als Gemeinderat in Taching gewirkt, zwölf Jahre als ÖDP-Kreisrat. Das »ÖDP-Urgestein« war viele Jahre Vorsitzender des Kreisverbandes Traunstein, half zusätzlich bei der Aufbauarbeit im Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land mit.

Weingarten zeigte sich gerührt über die Ehrung. Er rief die Anwesenden auf, weiter »vehement für den Umweltschutz einzutreten«. Er verwies darauf, »welche nicht wieder gutzumachenden Schäden die ewige Wachstumsideologie der Politik bewirkt«. Aus Erfahrungen müssten Politiker lernen. »Sie dürfen nicht jedes Jahr ein Mehr an Energie- oder Rohstoffverbrauch, an Flächenversiegelung oder Schuldenanstieg hinnehmen, sondern müssen aktiv dagegen steuern.«

Der Waginger ÖDP-Ortsvorsitzende Georg Huber rief ins Gedächtnis, wie konsequent Felix Weingarten gehandelt hat: »Er lehnte in seiner Kreistagszeit von 1990 bis 2002 jeden Haushaltsentwurf des Landkreises ab, da jedes Jahr neue Schulden in Kauf genommen wurden.« Huber weiter: »Hätten die anderen Parteien damals Felix unterstützt, dann hätten wir die Landkreisverschuldung bis heute wohl ziemlich abbauen können und müssten nicht jedes Jahr drei Millionen Euro allein für Zinsen zahlen.«

Kreisvorsitzender Bruno Siglreitmaier betonte, die ÖDP werde bei den Kommunalwahlen 2014 und anderen Abstimmungen weiterhin aktiv ihre Ideen und Ziele in die Diskussion einbringen und bei der Erarbeitung zukunftsfähiger Entscheidungen mitwirken.

Wahlen dominierten das Jahr der ÖDP

Auch Formalitäten wie Rechenschaftsbericht der Vorstandschaft sowie Neuwahlen der Kassenprüfer und eines weiteren Beisitzers standen auf der Tagesordnung. Bruno Siglreitmaier berichtete, Arbeitsschwerpunkt des ablaufenden Jahres sei die Organisation der Wahlen gewesen. Er zeigte sich mit dem Ergebnis bei der Landtagswahl »einigermaßen zufrieden«. Eine geordnete Kassenführung bestätigte Renate Jodelsberger-Schrott ÖDP-Schatzmeister Roman Babuczki.

Bei den Neuwahlen wurden Stefan Obermayer aus Fridolfing als Beisitzer, Renate Jodelsberger-Schrott und Manfred Schrott aus Trostberg als Kassenprüfer des ÖDP-Kreisverbandes bestimmt. Der zweite Teil des Abends galt dem Sammeln von Ideen und Vorschlägen zur bevorstehenden Kreistagswahl. Als Top-Themen wurden die Bereiche Energie und Verkehr, Schuldenabbau sowie mehr Umweltschutz und CO2-Einsparung bewertet. kd

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