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»Ärger haben wir nur mit den Ämtern«

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Über 50 Jahre gibt es die Metzgerei Hirschbichler in Inzell. Innungsobermeister Rudolf Riedler (von links) überreichte an Hubert, Marianne und Renate Hirschbichler eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer. (Foto: Wittenzellner)

Ein intensiver Gedankenaustausch und Ehrungen standen im Mittelpunkt der Herbstversammlung der Metzger-Innung im Michlwirt in Palling. Dabei erhielt die Metzgerei Hirschbichler aus Inzell eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer,


Innungsobermeister Rudolf Riedler ging in seinen Ausführungen auf aktuelle Themen aus der »Metzgerwelt« ein. So sei beispielsweise die digitale Speicherung aller Kassendaten eine Herausforderung im Tagesgeschäft für die Metzgereien. Er wies darauf hin, dass man über die jeweiligen Landratsämter Hilfe und Beratung für die Beantragung eines Förderprogramms für Neuanschaffungen im Technikbereich erhalte.

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Wieder in ruhigem Fahrwasser

Der berufliche Nachwuchs geht nunmehr nach der Auflösung des Standorts in Traunstein in Rosenheim zur Schule. Pro Jahrgang sind aus dem Innungsbereich jeweils rund zehn Auszubildende in der Berufsschule, so Riedler. Die Prüfung wolle man aber auch in den kommenden Jahren weiterhin in Traunstein durchführen. Umfangreiche Werbemaßnahmen für die Metzgerausbildung habe man im Oktober wieder im Rahmen der Berufsausbildungsmesse (BIM) im Bildungszentrum der Handwerkskammer durchgeführt und an drei Tagen für den Ausbildungsberuf als Metzger und Metzgereifachverkäuferin geworben.

Der bayerische Fachverband befinde sich nach bewegten Zeiten nunmehr wieder »in ruhigem Fahrwasser«. Dabei stünde jedoch der Austritt von vier Innungen im Raum, was dazu führe, dass die Zahl der Mitgliedsbetriebe von rund 2000 auf rund 1450 zurückgehen würden. »Das bedeutet, dass wir alle mehr bezahlen müssen«, warnte der Obermeister.

Mit Blick auf die Neuwahlen in der Innung im kommenden Jahr, machte Riedler deutlich, dass er und sein Stellvertreter Martin Langwallner für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stehen würden.

Für ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum wurde die Metzgerei Gasthof Hirschbichler aus Inzell ausgezeichnet. »50 Jahre im täglichen Geschäft ist nicht immer einfach«, sagte Innungsobermeister Riedler. Die Familie habe einen anerkannten Metzgereibetrieb in Inzell und Umgebung geschaffen und sich auch immer wieder durch die Ausbildung von Lehrlingen ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr habe man das Firmenjubiläum gefeiert, nun überreichte Innungsobermeister Riedler den Familienangehörigen eine Ehrenurkunde.

Markus Haas vom Vorsorgebüro Berger aus Bad Reichenhall ging auf das Thema Altersarmut ein, das auch im Handwerksbereich ein Thema sei. Dem habe man von Versicherungsseite das Produkt »Fleischerrente« entgegengesetzt. Mansor Weigert vom Münchner Verein nahm das Thema auf und ging unter anderem auf das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das im kommenden Jahr in Kraft tritt, ein. Dieses soll ebenfalls die Altersvorsorge der Mitarbeiter stärken.

Ämterschelte in Sachen Ausbildung für Flüchtlinge

Amelie Schneider von der Handwerkskammer ging auf die Flüchtlingsthematik ein und warb bei den Metzgermeistern darum, dass sich diese auch von negativen Erfahrungen nicht entmutigen lassen sollten. Das einhellige Credo der Betriebsinhaber war dabei, dass man mit den zumeist jungen   Menschen keine negativen Erfahrungen gemacht habe. »Ärger haben wir nur   mit den Ämtern«, betonte beispielsweise Metzgermeister Sebastian Krutzke. Einig waren sich die anwesenden Betriebsinhaber, dass das Prozedere in der Auslegung der Rechtsvorschriften im Landkreis Traunstein deutlich strenger als im Berchtesgadener  Land sei. Die Bereitschaft, jungen ausbildungsfähigen und -willigen Flüchtlingen eine Ausbildung zu ermöglichen, sei ungebrochen vorhanden. awi

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