weather-image
25°

98 Pfarreien sammelten Rekordsumme von 425 000 Euro

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Schwester Bernadette organisierte die Verteilung von Hilfsgütern in Albanien.

Die Balkanhilfe »Junge Leute helfen« kann ein Rekordergebnis vermelden: 98 Pfarreien zwischen Inn und Salzach sammelten gemeinsam 425 000 Euro. Konkret wurden mit 84 Hilfstransporten 25 000 gesammelte Hilfspakete und 1438 Paletten Lebensmittel in die Krisenregionen der Länder Kosovo, Albanien, Bosnien, Montenegro und Kroatien gebracht.


Jugendliche packten fleißig mit an

Anzeige

Ermöglicht wurde dieser Erfolg durch Hunderte von Helfern von den katholischen Gruppen wie Landjugend, Katholischen Frauengemeinschaften und Frauenbund, Kolpingfamilien, KAB, KJG, Burschenvereinen, Pfadfindern, Jugend 2000, Landvolk sowie den Pfarrgemeinderäten aus 98 Pfarreien. Diese haben mit ihren Ortsverantwortlichen wochenlang geworben, verpackt und die Hilfsgüter in das Zentrallager in Kienberg überbracht. Dort haben etwa 200 Jugendliche die ersten acht Hilfstransporte verladen und 15 000 gefüllte Bananenkisten bis zu sechs Meter hoch eingelagert. Darunter waren 50 Buben zwischen 11 und 17 Jahren der Gruppe »GetStrong«, die sich bei einem Einkehrwochenende in Obing zudem mit dem Thema »Dienmut« intensiver beschäftigt haben sowie zahlreiche Firmlinge aus Obing, Tacherting, Kirchanschöring, Petting und Rosenheim.

Weit mehr als 6000 Familien haben auf Konten gespendet oder die Sparschweinchen bei den Sammelpunkten großherzig gefüttert. Groß war auch wieder der karitative Einfallsreichtum: Ein Kaufhaus gab Lebensmittelpakete zu Vorzugspreisen ab, eine Bäckerei spendete großzügig Bares statt der üblichen Kundengeschenke, die Ministranten von Altötting sammelten bei der »Aktion Kilo« Lebensmittel vor Supermärkten und eine Net-Kindergruppe in Siegsdorf ging Klopfer-Singen.

Doch nicht nur die Jugend, auch die Bewohner des Seniorenheimes in Nußdorf packten wieder zahlreiche Pakete und gaben eine außerordentlich hohe Summe. Zahlreiche Frauengemeinschaften spendeten den Reinerlös der Weihnachtsbasare, viele Kindergärten und Schulen packten Weihnachtspakete »von Kindern für Kinder«, Benefizkonzerte wurden organisiert und vieles mehr.

Spenden um 60 Prozent gestiegen

Bedingt auch durch die Flutopferhilfe in Bosnien ist das Spendenaufkommen insgesamt im Jahr 2014 um über 60 Prozent gestiegen. 84 Hilfstransporte – dies entspricht optisch einer Kolonne von 1,5 Kilometern – überbrachten 1250 Tonnen Hilfsgüter oder geschätzte 1,5 Millionen Mahlzeiten, die insbesondere an vier Armenküchen in Zagreb, Sarajevo, Pristina und Ferizaj an etwa 1500 Bedürftige täglich verteilt werden. Regelmäßig erfolgt auch die Verteilung von Lebensmitteln durch sieben Caritasstationen an bedürftige Familien. In Krankenhäusern, Alten- und Waisenheimen sowie durch Behindertenverbände erreicht die Hilfe vor Ort besonders die sozial Schwachen. Hier sind die großzügigen Spenden von Firmen wie Hipp, Adelholzen und Dr. Oetker hervorzuheben, welche oft ganze Sattelzüge an Spendenware zur Verfügung stellen.

»Jeder von Notleidenden ist von der Nächstenliebe, die sie erfahren dürfen, gerührt und insbesondere bekommen sie durch diese gute Nachricht der Hilfeleistung ihre Menschenwürde zurück, die sie durch die Armut verloren haben. Viele bedanken sich mit Tränen in den Augen und wissen diese Hilfe sehr zu schätzen«, schreibt Violeta Ferati von der Caritas in Ferizaj im Kosovo.

Nutztiere für verarmte Bauern

Eine große Freude ist den Organisatoren auch, dass wichtige Nachhaltigkeitsprojekte durch konkrete Spenden zunehmend unterstützt werden: Allein 16 000 Euro konnten für den Kauf von Nutztieren in Bosnien unter dem Motto »Der gute Hirte« eingesetzt werden, welche verarmten Bauern wieder eine Existenz ermöglicht. Wegen der fehlenden Berufsschulen sind aber auch die Bildungspatenschaften für Studentinnen und Auszubildende in kostenpflichtigen Schulen wichtig. Im Sommer werden Jugendliche wieder bei Hausbauprojekten in Albanien mitarbeiten. Allen Helfern vor Ort, den treuen Spendern, den Pfarrämtern und besonders dem Pfarramt Obing für die Bewältigung der Formalitäten gilt ein herzlicher Dank. Wöchentlich werden nun weitere Hilfstransporte starten und Not lindern. fb