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900 Bürger wollen wieder ein Volksfest

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Florian Brandl (rechts) übergab 903 Unterschriften für ein Volksfest und einen Festplatz an Bürgermeister Klaus Ritter. (Foto: Mix)

Traunreut – Im Stadtrat wurde der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Volksfest vorgetragen. Diese beschloss, die Suche nach einem Festplatz aufzugeben und anstelle eines Volksfestes das heuer erstmals durchgeführte Familienherbstfest auszubauen. Zwei Stunden vor der Stadtratssitzung hatte Florian Brandl Bürgermeister Klaus Ritter noch Unterschriftenlisten übergeben, mit denen über 900 Unterzeichner ihren Wunsch nach einem Volksfest in Traunreut ausdrücken.


Die Unterschriftenlisten lagen zehn Wochen in Geschäften in der Kernstadt aus, gleichzeitig lief eine Online-Petition. Insgesamt gaben dabei 903 Bürger ihr Votum für ein Volksfest und einen dauerhaften Volksfestplatz ab. Im Begleitschreiben zu den Unterschriftenlisten steht: »Wir, die Bürger der Stadt Traunreut, wollen wieder ein Volksfest, das Brauchtum, Tradition und Menschen verbindet.« Außerdem wollen die Unterzeichner, dass wieder ein Festplatz angelegt wird. Weiter heißt es in dem Schreiben: »Wir bitten Sie als ersten Bürgermeister der Stadt Traunreut gemeinsam mit dem Stadtrat das traditionelle Volksfest wieder einzuführen und einen dauerhaften Festplatz zu schaffen.«

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Diese Hoffnung wurde jedoch schon gleich bei Übergabe der Listen zerstört, als Klaus Ritter dem Überbringer den abschließenden Bericht der Arbeitsgruppe Volksfest mitteilte. »Wir haben halt einfach keinen geeigneten Platz und müssten das akzeptieren«, erläuterte der Bürgermeister und führte aus, dass künftig das Familienherbstfest der ARGE als Ersatzfest von der Stadt unterstützt werde. Dieses Fest sei ausbaufähig, Termin, Dauer, Örtlichkeit, man könne über alles diskutieren. »Langzeitziel ist es, weitere Schausteller hinzuzugewinnen.« Dabei sollten ruhigere Fahrgeschäfte Vorrang haben, wie zum Beispiel eine Schiffschaukel oder traditionelle Elemente, wie es sie auf der sogenannten »alten Wies’n« in München auch gibt. Einen Einzug am Eröffnungstag, den Bieranstich oder auch wieder einen Seniorentag könnte sich das Stadtoberhaupt dabei gut vorstellen.

Das diesjährige Herbstfest auf dem Rathausplatz, das aufgrund der kurzen Planungszeit nur im kleineren Rahmen stattfand, habe sehr gut funktioniert, es habe erfreulicherweise keine Beschwerden der Anwohner gegeben. Die Unterschriften als Stimmungsbild aus der Bevölkerung nahm der Bürgermeister gerne entgegen, stellte aber fest: »Man muss nicht unbedingt an alten Dingen festhalten, die nicht funktionieren, und sollte ruhig mal ein neues Konzept probieren.«

Für Florian Brandl ist ein Herbstfest in der Stadtmitte durchaus ein Kompromiss, auf dem man aufbauen könne. Er ist in Traunreut aufgewachsen, sei mit seiner Familie immer sehr gerne auf dem Volksfest gewesen. Die Hoffnung, dass es irgendwann mal wieder einen Festplatz und ein »richtiges« Volksfest geben wird, will er trotzdem noch nicht ganz aufgeben. mix