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80 Kilometer Blühstreifen angesät

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Blühstreifen zwischen Straßen und Maisfeldern sieht man in den Landkreisen Traunstein in diesem Sommer noch viel öfter als im vergangenen Jahr. Rund 80 Kilometer wurden angesät und stehen jetzt in voller Blüte. Darüber freuen sich (von links) der Traunsteiner Maschinenring-Geschäftsführer Raphael Röckenwagner, Hubert Mayer aus Pullach bei Seebruck, der selbst drei Kilometer Blühstreifen entlang seiner Felder hat, Laufens Maschinenring-Geschäftsführer Herbert Galler und Josef Freiwang aus Seebruck-Heimhilgen, der im Landkreis Traunstein Vorreiter bei der Blühstreifen-Kampagne war.

Es ist eine echte Erfolgsgeschichte: Immer mehr Bauern nehmen einen in der Regel drei Meter breiten Streifen um ihre Äcker und Maisfelder aus der Produktion und lassen darauf Blühstreifen ansäen.


In den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sind es in diesem Sommer rund 80 Kilometer. Das ist mehr als doppelt so viel als im vergangenen Jahr. Ihren Ausgang nahm die Erfolgsgeschichte der blühenden Feldraine in Heimhilgen bei Seeon. Dort bewirtschaftet Josef Freiwang seinen Bauernhof. Freiwang war 30 Jahre Bauernverbands-Ortsobmann in Seeon und begeisterte sich für die Kampagne »Blühende Rahmen«, die der Bayerische Bauernverband (BBV) vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat.

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Erst experimentierte er an den eigenen Feldrändern mit Blumen- und Wildkräutermischungen. Seit vier Jahren legt er nun auch für Berufskollegen und im Auftrag des Maschinenrings Blühstreifen an. Wir besuchten den engagierten Landwirt, um Details zu erfahren. Mit von der Partie waren die Geschäftsführer der Maschinenringe (MR) Traunstein und Laufen, Raphael Röckenwagner und Herbert Galler, sowie Hubert Mayer, ein Nachbar von Freiwang und mit drei Kilometern Blühstreifen entlang seiner Felder der »Spitzenreiter«. Kein zweiter Landwirt in den beiden Landkreisen hat eine so große Fläche mit Blumen und Kräutern einsäen lassen wie Mayer. Die beiden Maschinenringe werben bei ihren Mitgliedern für die Aktion Blühstreifen. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben.

Alles geschieht freiwillig und ohne Zuschüsse

Immer mehr Bauern machen mit und betreiben so beste Imagewerbung für ihren Berufsstand. »Wir haben von Anfang an darauf geschaut, es den Bauern so einfach wie möglich zu machen«, betonte Röckenwagner. Alles geschehe freiwillig und es gebe keine staatliche Förderung. Im Landkreis Traunstein ohne die acht Gemeinden des ehemaligen Landkreises Traunstein, die vom MR Laufen betreut werden, haben sich heuer 44 Landwirte beteiligt und 30 Kilometer ansäen lassen. Den Großteil dieser Arbeit hat Josef Freiwang erledigt.

Der Maschinenring Laufen hat sich heuer erstmals intensiv mit dem Thema Blühstreifen auseinandergesetzt, berichtete Herbert Galler. Bei den Bauern sei man auf offene Ohren gestoßen. In den, vom MR Laufen betreuten, acht Gemeinden im Kreis Traunstein und im Kreis Berchtesgadener Land haben 88 Landwirte mitgemacht und zusammen rund 35 Kilometer Blühwiesen anlegen lassen. Die Differenz zu den eingangs genannten 80 Kilometern in beiden Landkreisen ergibt sich daraus, dass viele Bauern auch selbst aktiv geworden sind und ohne Zutun der Maschinenringe Blühstreifen angesät haben.

Aktion soll ein »Selbstläufer« werden

»Jeder ist aufgerufen mitzumachen«, betonte Galler. Ziel sei es nun, die Aktion zu einem »Selbstläufer« zu machen. Die beiden Maschinenringe rühren nicht nur die Werbetrommel: Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle haben in der vergangenen Woche 120 Infotafeln aufgestellt, um auf die Blühstreifen aufmerksam zu machen.

Freiwangs Nachbar Hubert Mayer, dessen Hofzufahrt von einem bunten Blumenteppich gesäumt ist, sieht die Aktion als »billigste und beste Werbung für unsere Landwirtschaft«. Das bestätigen ihm auch die Familien, die auf seinem Bauernhof Urlaub machen. Außerdem würden die Blühstreifen nicht nur das Auge erfreuen: Wegen des niedrigen Wuchses schaffen sie an Straßeneinmündungen mehr Übersichtlichkeit. Bienen, Hummeln und andere Insekten finden hier vielfältige Nahrungsquellen, die auch empfindlichen und seltenen Arten einen reich gedeckten Tisch bescheren, so Mayer. fb