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80 Jahre »Edelweiß« Roth-Kirchanschöring

Kirchanschöring. Als der Bayrischzeller Lehrer Joseph Vogel 1883 den »Verein für Erhaltung der Volkstracht im Leitzachtaler« gründete, leitete er damit die Trachtenbewegung ein. Am 12. März 1933 versammelten sich mehrere Burschen aus Roth und Umgebung und beschlossen, eine Tischgesellschaft zu gründen. Im Mai 1933 erhielt diese den Namen: Gebirgs-Trachten-Erhaltungsverein »Edelweiß« Stamm Rott.

Dieses Bild aus dem Archiv zeigt die Teilnehmer der Fahnenweihe von 1937. Noch sind nicht alle abgebildeten Personen zweifelsfrei identifiziert. Über Hinweise, wer auf dem Bild wer ist, freut sich Marianne Heidenthaler.

Nach 30 Jahren wurde die zweite neue Fahne geweiht

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Bereits im ersten Jahr schlossen sich 52 Mitglieder dem Verein an, um die Tracht zu erhalten und das Brauchtum zu pflegen. Am 20. Juni 1937 fand in Roth die erste Fahnenweihe statt – schon damals mit dem heutigen Patenverein »D' Mühlberger« Waging. Nach dem Krieg wurde in den 50-er Jahren die Tradition neu belebt.

Die Fahne wurde zum 30. Gründungsfest durch eine neue ersetzt, die im Juli 1963 geweiht wurde. Nach weiteren 20 Jahren musste auch diese Fahne 1983 ersetzt werden. Das 60. Jubiläum wurde mit einer Fotoausstellung im Frühjahr 1993 begonnen und mit einem Festabend im September abgeschlossen. Das 70. Gründungsfest feierten die Rothler mit einem Trachtenfest mit 3000 Besuchern.

In all den Jahrzehnten wurde neben den Besuchen von Trachten- und Gründungsfesten der Ortsvereine auch das Gaufest des Gauverbandes I, dem die Rothler Trachtler seit 1934 angehören, besucht. Neben Plattlern und Tänzen werden auch die verschiedenen Bräuche gepflegt, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Seit Ende der 50-er Jahre wird vom Stephanitag bis Faschingsdienstag das Aperschnalzen geübt. Auch wird turnusmäßig ein Maibaum in Kirchanschöring aufgestellt. Erstmals wird 1949 eine Maibaumaufstellung in der Chronik erwähnt. Auch beteiligt sich der Verein an der Gautrachtenwallfahrt nach Maria Eck, abends ist Vereinsmaiandacht in Kirchstein, musikalisch umrahmt von der Rothler Stubnmusi. Ein Höhepunkt im Vereinsjahr ist stets das Sonnwendfeuer am »Pongratzberg«.

Die 1950 gegründete Kindergruppe löste sich trotz vieler Bemühungen wieder auf. 1968 wurde eine neue Kinder- und Jugendgruppe aufgebaut. Seitdem haben viele Kinder das Plattln und Tanzen erlernt. Mit viel Freude beteiligen sie sich an den Gau-, Gebiets- und Vereinspreisplattln. Mit etwa 16 Jahren wechseln sie zu den »Aktiven« des Vereins. Hier wird das Können vertieft. Aber vor allem ändert sich das Gwand: Die Dirndln erhalten ihr Mieder mit Talergeschnür, tragen handgestrickte weiße Strümpfe und ein Schultertuch mit Fransen bis zu ihrer Hochzeit. Von da an wird das Röckigewand getragen. Bei den Buam wird das Gwand noch durch die lange grüne Tuchhose ergänzt.

1977 wurde ein Trachtenkinderchor gegründet, der viele Jahre zur Trachtenjugend gehörte und aus dem ein Dirndlzweigesang und ein Dreigesang hervorgingen. 1979 fanden sich einige Mitglieder zur Rothler Stubnmusi zusammen. Auch die Seeholzmusi und einzelne Musikanten sind aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Nachdem schon viele Jahre Einakter gespielt wurden, begann 1987 mit dem ersten Dreiakter das richtige Theaterspielen. So blickte im letzten Jahr die Theatergruppe auf das 25-jährige Bestehen zurück.

Nach acht Jahrzehnten Vereinsgeschichte ließ die Vorstandschaft die Vereinsfahnen nun aufwändig restaurieren. Dies war Dank des soliden Kassenstandes, der Unterstützung der Gemeinde, der Theaterkasse sowie diverser Spender möglich. Die Fahnen und Fahnenbänder sieht der Verein als Dokumente an, die unbedingt erhaltenswert sind.

Fürs Archiv sucht die Vorstandschaft noch Stücke von der Original-Tracht, besonders aus der Anfangszeit, da damals noch die graue Joppe und bei den Dirndln grüne Schürzen getragen wurden. Auch Fotos wären hoch erwünscht. Ansprechpartner ist die Familie Heidenthaler, Telefon 08685/1328.

Am Samstag wird zum 80-jährigen Bestehen in der Lodronhalle in Kirchstein der Jubiläumsabend begangen. Mit dabei sind neben zahlreichen Mitwirkenden aus den eigenen Reihen und dem Patenverein »D' Mühlberger« Waging am See auch die Adlgasser Sänger und die 6-Egg-Musi. Am Sonntag werden die restaurierten Fahnen bei einem Dankgottesdienst um 10 Uhr kirchlich gesegnet. Die musikalische Umrahmung übernehmen die Rothler Stubnmusi, der Ribinger Zwoagsang und die Blaskapelle Kirchanschöring. Bereits um 8.30 Uhr ist Empfang der Vereine. Nach dem Gottesdienst gibt es ein gemütliches Beisammensein in der Lodronhalle. Zur Unterhaltung spielt die Blaskapelle Kirchanschöring.

Mitglieder und Helfer treffen sich am Freitag bereits ab 8 Uhr zum Aufbau und zum Herrichten in der Lodronhalle. Ab 14 Uhr lädt der Gartenbauverein Lampoding zum Girlandenbinden ein. Buchsspender sollen sich bei Rosa Mooslechner unter Telefon 0160/ 933 88434 melden. Am Samstag wird ab 7.30 Uhr hergerichtet.