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75-Jähriger erhängte sich in der Zelle

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Der 75-jährige Sondermoninger, der 3,5 Kilogramm Sprengstoff im Garten seines Sohnes versteckt hatte, hat sich am Mittwochmorgen in seiner Gefängniszelle in Traunstein erhängt.


Neben seiner Leiche lag ein Abschiedsbrief, über den Inhalt will die Polizei aber nichts verraten. Die Obduktion am Institut für Rechtsmedizin in München ergab keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden am Tod des Mannes. Die Ermittlungen zur Todesursache laufen.

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Der Sprengstoff-Fund in Sondermoning hatte am Wochenende und zu Wochenbeginn deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Der 75-Jährige hatte 3,5 Kilo TNT mit funktionsfähigem Zünder im Garten seines Sohnes versteckt; beim Rasenmähen entdeckte der 32-jährige Familienvater am vergangenen Freitagnachmittag den Sprengsatz unter der Grasnarbe. Einer technischen Sondergruppe der Polizei gelang es, den Sprengsatz zu entschärfen.

Gegen den 75-jährigen Vater, der im Nachbarhaus lebte, erhatte der Ermittlungsrichter am Wochenende Haftbefehl erlassen. Hintergrund der Tat soll ein lange schwelender Erbschaftsstreit gewesen sein. Der Senior hätte sich wegen versuchten Mordes und versuchter Herbeiführung einer Explosion verantworten müssen.

In die Schlagzeilen war der Mann schon früher geraten. In den neunziger Jahren hatte der Sondermoninger in München dreimal dieselbe Sparkasse überfallen und rund 100 000 DM erbeutet. 1999 wurde er verurteilt.

Sein Selbstmord im Gefängnis in Traunstein ist nicht der erste Suizid in der Anstalt, der für Aufsehen sorgt. Im Juni 2012 hatte sich ein 40-jähriger Äthiopier in seiner Zelle das Leben genommen. Nur einen Tag nach seinem Selbstmord hätte er sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten müssen. Er soll am 12. Dezember 2011 in Traunstein-Kotzing seine ehemalige Lebensgefährtin umgebracht haben. Damals wurde auch bekannt, dass der Suizid des Äthiopiers der dritte innerhalb von 15 Monaten in der JVA Traunstein war. san