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75 Jahre Haflinger-Zuchtvereinigung Chiemgau

Traunstein. Leider nur wenige Mitglieder und Pferdezüchter trafen sich zur Herbstversammlung der Haflinger-Zuchtvereinigung Chiemgau im Gasthof Jobst in Rettenbach. Dabei gab der Vorsitzende Bernhard Dirscherl einen Rückblick auf die Aktivitäten und Erfolge der heimischen Haflingerzüchter.

Für seine Verdienste rund um den Haflinger zeichnete der Vorsitzende der Haflinger-Zuchtvereinigung Chiemgau, Bernhard Dirscherl (links) Lambert Parzinger mit der goldenen Ehrennadel des Pferdezuchtverbandes Oberbayern aus.

So erinnerte er an die gemeinsame Jahreshauptversammlung mit den Kaltblutzuchtgenossenschaften Traunstein und Berchtesgadener Land sowie die von der Genossenschaft veranstaltete Hengstpräsentation heimischer Beschäler der Rassen Haflinger, Edelbluthaflinger und Süddeutsches Kaltblut. Letztere war ein sehr großer Erfolg.

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Bei den Stutbuchaufnahmen in Tengling und Aschau erhielten sechs heimische Stuten die Fahrkarte zur Landesschau der drei- und vierjährigen Stuten in München, wo drei von ihnen die Staatsprämienanwartschaft erhielten. »Navara« und »Nailah« von Franz und Gertrud Mayer aus Siegsdorf schafften den Sprung in den Endring. »Andora« von Hermann und Thomas Jetzlsperger wurde zudem zweite Reservesiegerstute bei den Edelbluthaflingern.

Am Oberbayerischen Fohlenchampionat in Moosen nahmen 17 Fohlen aus dem Chiemgau teil. Das Siegerhengstfohlen Haflinger und das Reservesiegerhengstfohlen Edelbluthaflinger stellten dabei Lothar Weiss und Christine Gruber (Karlstein bei Bad Reichenhall). Beim ersten Bundes-Fohlenchampionat in München-Riem stellten sie das Bundessiegerhengstfohlen Haflinger. Bei der Bundesstutenschau erreichte Bernhard Heistinger (Garching/Alz) mit »Pretty« den Klassenreservesieg der zehn- bis 14-jährigen Stuten. Leider nur mäßige bis schlechte Preise erzielten die Züchter beim Fohlenmarkt in Traunstein. Dies liege an den schlechten Auftriebszahlen, aber auch an der Nachfrage nach mehr ausgebildeten Pferden als nach Fohlen.

Bei der Hengst-Körung der Haflinger und Edelbluthaflinger in München-Riem wurde der Edelbluthaflingerhengst »Namba« aus der Zucht von Hermann und Thomas Jetzlsperger (Burgkirchen) im Besitz von Johann und Eduard Kartmann (Engelsberg) gekört. Bei der Genossenschafts-Stutenprämierung anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Zuchtvereinigung wurden 39 Stuten und fünf Stutenfamilien vorgestellt. Die »Miss Chiemgau Haflinger 2013« ist die Stute »Sowina« von Lothar Weiss und Christine Gruber aus Karlstein bei Bad Reichenhall. Den Titel »Miss Chiemgau Edelbluthaflinger 2013« errang die Stute »Olympia« im Besitz von Hermann Fuchs aus Ainring.

Rückblick auf die Anfangszeiten

Dirscherl ging auf die Anfangszeiten in den 30er Jahren ein, in denen die Haflingerzucht noch von der Wehrmacht gesteuert wurde, um Tragtiere für den Kriegseinsatz zu züchten. 1938 wurde die Haflingerzuchtgenossenschaft Chiemgau gegründet, die vom Pferdezuchtverband Traunstein bis zu dessen Auflösung in den 60er Jahren verwaltet wurde. Unter den zahlreichen Hengststationen mit ihren wichtigsten Beschälern nannte Dirscherl besonders Gut Sossau, das mit seinen Pferden die Haflingerzuchtvereinigung Chiemgau auf vielen Zuchtschauen erfolgreich vertreten hatte.

Für seine Verdienste rund um den Haflinger wurde Lambert Parzinger aus Seeon mit der goldenen Ehrennadel des Pferdezuchtverbandes Oberbayern ausgezeichnet.

Jugendbeauftragter Franz Mayer berichtete über den Vorführkurs im Frühjahr in Zusammenarbeit mit der Kaltblutpferdezuchtgenossenschaft Traunstein. Höhepunkt im Jungzüchterjahr war sicher der Jungzüchter-Schauring zur Genossenschafts-Stutenprämierung im Herbst. 26 Kinder und Jugendliche zeigten in drei Altersklassen vor großem Publikum, dass sie das Erlernte aus dem Vorführkurs bestens in die Praxis umsetzen können und Pferde auf dem Musterungsdreieck ansprechend vorstellen und mustern können.

Zum Abschluss der Herbstversammlung wurde die Siegerehrung und Preisverteilung der Genossenschafts-Stutenprämierung vorgenommen.