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745 Einzelfotos zu einem Bild zusammengesetzt

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Eine erste Rohfassung des Traunsteiner Wimmelbilds ist inzwischen fertig. In etwa vier Wochen soll das Bild dann ganz fertig sein.

Traunstein. Es wimmelt nur so auf dem Stadtplatz: Die Panzerknacker räumen die Sparkasse aus und werden von Batman gestoppt, Zombies und Orks stapfen übers Pflaster, eine Schar Kinder rutscht Schlitten an Schlitten über ein schmales Schneefeld, dazwischen Frauen mit Kinderwagen, Cafébesucher, Taucher, Rettungsschwimmer und Angler, Radfahrer, Footballspieler, die historische Feuerwehr, die eine Plüschkatze vom Baum rettet, Trommler, Feuerspucker, Tänzer, Demonstranten und vieles, vieles mehr. Man wird mit dem Schauen und Entdecken kaum fertig. Typisch Wimmelbild eben.


Allerdings ist das Bild, das jetzt im Club Kafka in Traunstein präsentiert wurde, etwas ganz besonderes: Keine Zeichnung, wie es sie zuhauf in den beliebten Bilderbüchern gibt, sondern ein Foto oder vielmehr 745 Einzelfotos mit Alltagsszenen, die zu einem Großen zusammengefügt wurden. 450 Statisten und 50 Helfer hatten an diesem Mammutprojekt der Firma »Kamerakind« Mitte April teilgenommen (wir berichteten). Acht Wochen und über 150 Bearbeitungsstunden später durften sich eben jene Mitwirkende das Bild nun zum ersten Mal anschauen.

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Anstatt langer Reden zeigten die »Kamerakinder« Stefan Kohler, Ingo Tauber und Sabine Berger einen Film zur Entstehungsgeschichte von »Traunstein wimmelt«, in dem deutlich wurde, wie viel Arbeit und Herz in diesem Bild steckt – und wie chaotisch es zwischendurch immer wieder zuging. Zu Wort kamen neben den drei Initiatoren vor allem Helfer und Statisten.

Fast noch aufwändiger als die Vorbereitungen jedoch war die Nachbearbeitung – schließlich lagen zwischen nebeneinanderliegenden Bildern und Szenen oft mehrere Stunden – und dadurch unterschiedliche Lichtverhältnisse. Und das alles bei einer Datenmenge, die zwischenzeitlich sogar bei 26 Terabyte lag. Da dauerte das »Zwischenspeichern« schon mal zwei Stunden.

Ganz fertig ist das Megabild auch jetzt noch nicht. Die rund 250 Besucher im Kafka bekamen eine Rohfassung zu Gesicht. Noch etwa vier weitere Wochen will »Kamerakind« am Traunsteiner Wimmelbild feilen, ehe es im Internet für die Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht wird.

Der ursprüngliche Plan, mit dem Wimmelbild ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen, ist inzwischen zur Nebensache geworden. »Den Plan haben wir jetzt erst einmal auf die lange Bank geschoben. Zumal der Eintrag an die 10 000 Euro kosten würde«, so Kohler. ka