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Eine der beiden Erstaufnahmeeinrichtungen hat der Landkreis im ehemaligen Kreiswehrersatzamt in Traunstein eingerichtet. (Foto: Pültz)

730 Flüchtlinge aus der Ukraine im Landkreis angekommen

Immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine kommen in den Landkreis Traunstein. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Michael Reithmeier, Pressesprecher im Landratsamt, am gestrigen Mittwoch mitgeteilt, dass bereits 730 Personen eingetroffen seien. Der Landkreis habe fast alle – rund 90 Prozent von ihnen – auf private Unterkünfte verteilen können. In den eigenen dezentralen Einrichtungen stehe damit nach wie vor Platz zur Verfügung.


Immer wieder kommen Busse im Landkreis Traunstein an. In der Regel wissen die Verantwortlichen aber nicht, wann genau die Flüchtlinge eintreffen. Reithmeier spricht von einer »sehr dynamischen Lage« und berichtet, der Landkreis sei jedoch stets bereit, sie zu empfangen. So habe er rund um die Uhr einen Bereitschaftsdienst entwickelt – mit der Folge, dass immer jemand da ist, egal wann der Bus kommt. Und so sei der Landkreis etwa auch in der Lage gewesen, Flüchtlinge willkommen zu heißen, die am Dienstag gegen 23 Uhr im Erstaufnahmezentrum im ehemaligen Kreiswehrersatzamt in Traunstein ankamen.

Wenn die Flüchtlinge im Landkreis Traunstein im ehemaligen Kreiswehrersatzamt in Traunstein – oder auch im Impfzentrum in Altenmarkt, der zweiten eingerichteten Anlaufstation – aus dem Bus steigen, erfolgt dann immer dasselbe Vorgehen. Zunächst einmal werden sie nach Angaben von Reithmeier auf Corona getestet und dann registriert. Geprüft werde anschließend, ob sie Ansprüche auf Sozialleistungen besitzen. Und dann erfolge die Zuteilung in eine der Unterkünfte.

In den Erstaufnahmestationen geht laut Reithmeier alles sehr schnell. In der Regel seien die Flüchtlinge maximal einen Tag in diesen Stationen, die nur vorübergehend ihr Quartier bilden. 24 Stunden nach ihrer Ankunft seien sie dann schon anderswo fest und dauerhaft untergebracht. »Die Arbeit läuft sehr gut«, berichtet Reithmeier. Zugute komme, dass sich das Krisenteam schon zeitig auf die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet habe.

730 Personen – zu 85 Prozent Ukrainer – kamen laut Reithmeier bislang in den Landkreis Traunstein. Registriert habe er sowohl Flüchtlinge, die der Bund und der Freistaat zugewiesen und mit Bussen in die Region geschickt haben –, als auch »Selbstanreiser«, die sich auf den Weg zu Verwandten begeben haben.

Der Landkreis sei in der Lage, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als er unterbringen müsse. Mit 730 Personen habe er die Quote, die ihm zufalle, erfüllt, so Reithmeier weiter. Doch die Kapazitäten seien noch nicht ausgeschöpft. Noch habe der Landkreis die Möglichkeit, weitere Türen zu öffnen. Sowohl in den eigenen Unterkünften, als auch privat sei noch Platz frei.

Um aufnahmefähig zu bleiben, hofft der Landkreis auf weitere Unterstützung aus den Reihen der Bürger. So freut er sich über jedes private Angebot. Wer Flüchtlingen ein Zuhause geben will, kann sich per E-Mail an die Adresse liegenschaften(at)traunstein.bayern wenden.

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