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700 Euro für 15 Jahre

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Die neuen Urnenstelen im Pettinger Friedhof: Der Gemeinderat verständigte sich auf eine Gebühren- und Nutzungsregelung. (Foto: Höfer)

Petting – Knapp 5000 Euro betrug zuletzt das Defizit bei den Friedhofsgebühren. Dieser Umstand und die neu geschaffene Möglichkeit einer Urnenbestattung in Stelen gaben Anlass, im Pettinger Gemeinderat über die Gebühren und die Nutzung der »Bestattungseinrichtungen« zu diskutieren.


»Satzung zur Änderung der Satzung« stand jeweils als Titel über den beiden Doppelseiten, denn in Kürze will die Gemeinde die gesamte Satzung neu erstellen. Unter Zeitdruck wollte man eine so wichtige Regelung nicht erstellen, wie Geschäftsleiter Reinhard Melz dazu erklärte. Was es aber aktuell brauche, seien Festsetzungen für die Bestattung in den neuen Urnenstelen. So werden begrifflich aus den bisherigen Urnengräbern Urnenerdgräber, im Gegensatz dazu die Urnenkammern in den Stelen. 700 Euro sollte eine solche Bestattung für die Dauer von 15 Jahren kosten.

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Ob nicht zehn Jahre auch reichen würden, gab Melz zu bedenken. »Zehn Jahre sind gleich vorbei«, widersprach zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl, während Franz Vordermayer meinte: »Verlängern ist immer möglich.« Und Kammern würden somit wieder schneller frei, der Druck auf die Gemeinde zur Erstellung weiterer Stelen bliebe geringer.

Prechtl verglich auch die vorgesehene Preiskalkulation bei jeweils 15 Jahren: »450 Euro für ein Urnenerdgrab und 700 für eine Urnenkammer.« Für Vordermayer akzeptabel, weil bei Erdbestattungen der Aufwand für Familie und Angehörige größer sei, brauche es doch hierfür einen Grabstein, und – so ergänzte Martin Häusl – die Vorleistung durch die Gemeinde sei bei den Stelen ungleich größer.

Die Regelung bei den Stelen sieht vor, dass auf den einheitlichen Abdeckplatten lediglich Ruf- und Familienname sowie Geburts- und Sterbetag angebracht werden dürfen, dazu ein kleines Porzellanbild des Verstorbenen. Aus den »christlichen Motiven« für etwaige Ornamente werden nun »religiöse Motive«. Blumenschmuck darf nur anlässlich einer Beisetzung aufgestellt werden. Christian Mayer würde es bedauern, wenn Bezeichnungen wie »Hubervater« nicht mehr zulässig wären, worauf Melz vorschlug, dies nicht so streng zu regeln.

Generell sei man im Vergleich zu den Nachbargemeinden sehr günstig, stellte Vordermayer mit Blick auf eine Vergleichstabelle fest. Von einer »gewissen Spreizung« sprach auch Bürgermeister Karl Lanzinger, »aber fast alle sind teurer als wir«. Würde man allerdings die 700 Euro auch für zehn Jahre verlangen, läge Petting hierbei an der Spitze, rechnete Prechtl aus. »Die Kalkulation muss kostendeckend sein«, betonte der Rathauschef, »wenn für 15 Jahre 700 Euro, so wären es für zehn halt 500 Euro«, überschlug Lanzinger grob.

Die bislang festgelegte Gebühr für einen Leichenträger in Höhe von 13 Euro erschien Melz nicht mehr zeitgemäß, wenngleich das in der Regel Nachbarn übernähmen. »Es wäre gut, wenn es so bleibt«, kommentierte das der Bürgermeister, schloss aber nicht aus, dass künftig auch der Bauhof zum Einsatz kommen könnte, »und eine Stunde ist da gleich vorbei.« Zukünftig würden dafür 30 Euro pro Mann fällig.

Prechtl war es, der das Thema Kühlung aufs Tapet brachte. »Wir können nicht im Sommer mehr verlangen als im Winter«, stellte Vordermayer gleich klar, worauf Roland Krammer ironisch anmerkte, die Leute sollten schauen, dass sie eher im Winter sterben. »Dieses Thema beraten wir mit einer neuen Kühlung«, beendete Lanzinger die Diskussion. Der vorgeschlagenen Änderungssatzung inklusive der diskutierten Varianten stimmten die Räte geschlossen zu. höf

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