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70 Jahre Vertreibung aus dem Sudetenland

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Museumsleiter Erhard Zaha vor den von ihm gemalten Bildern; es sind Ansichten aus der alten Heimat, unter anderem ist sein Vater beim Pflügen zu sehen.

Anger – Eine Ausstellung zum 70-jährigen Gedenken an die Vertreibung der Sudetendeutschen ist im Pommerhaus in Anger zu sehen. Initiiert und umgesetzt wurde die Schau von Museumsleiter und Heimatpfleger Erhard Zaha; er ist selbst aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden.


Zaha will mit seiner Ausstellung nicht nur an die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen erinnern, sondern auch an die hiesigen Bauern und Hausbesitzer, die damals zahlreiche Unterkünfte für die Vertriebenen zur Verfügung gestellt hatten. Zuerst sei die Skepsis groß gewesen, sie habe sich aber dann schnell gelegt, erinnert sich Zaha.

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So habe ein halbwegs glückliches Ende genommen, was so furchtbar mit der offiziellen Erklärung von Edvard Benes am 5. Juni 1945 begonnen hatte: »Alle Deutschen müssen fort! Was wir im Jahre 1918 vorhatten, wird heute durchgeführt.« Es sollte ihnen »nur noch ein Taschentuch belassen werden, in das sie ihre Tränen wischen können«.

Sämtliche Sudetendeutsche wurden als Staatsfeinde gebrandmarkt. Wer sich vor den vordringenden sowjetischen Truppen und tschechischen Banden nicht mehr rechtzeitig retten konnte, wurde ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, drangsaliert, gefoltert oder gar bestialisch ermordet. Die mit Viehwaggons durchgeführten Deportationen ins »Restreich« waren gegen Ende des Jahres 1946 abgeschlossen; in dieser Zeit kamen 272 000 Deutsche ums Leben.

In Piding existierte von 1946 bis 1949 ein riesiges Flüchtlingslager, viele Sudetendeutsche wurden in Anger einquartiert: in den Gasthäusern, im Pfarrhof und in Höglwörth. 1949 gründete sich die Ortsgruppe Anger der Sudetendeutschen Landsmannschaft.

Die Ausstellung im Pommerhaus umfasst zahlreiche Exponate und Schautafeln. Von Erhard Zaha gemalte Bilder aus seinem Heimatdorf sind dort ebenso zu finden wie eine von seinem Großvater eigens gezimmerte Kiste, fein säuberlich beschriftet, in der die Habseligkeiten der Familie Zaha aufbewahrt wurden.

Die Ausstellung ist am Sonntag, 4. Dezember, von 9.30 bis 11.30 Uhr sowie von 16 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 11. Dezember, von 16 bis 19 Uhr geöffnet. fb