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60 Jahre Freie und Unabhängige Wähler im Landkreis

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Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang des FW/UW-Kreisverbands Traunstein von den Quadrophonikern mit (von links): Stefan Weißleder (Klavier), Dirk Wnendt ( erster Tenor), Toni Morawietz (zweiter Tenor), Dr. Andreas Nowack (dritter Tenor), Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm (Bariton) und Franz Wögerbauer (Bass). (Foto: M. Müller)

Chieming – Den FW/UW-Kreisverband Traunstein gibt es heuer seit 60 Jahren. Dieses Jubiläum wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs im Chiemseer Wirtshaus mit rund 120 Gästen aus dem ganzen Landkreis gefeiert. Für beste Stimmung und Unterhaltung zwischen den Reden sorgten in Frack und Zwirn die stimmgewaltigen Quadrophoniker.


Dazu gehören der stellvertretende FW/UW-Kreisvorsitzende und -Kreistagsfraktionsvorsitzende sowie Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm (Bariton), Kinderarzt Dr. Andreas Nowack (dritter Tenor), Physiotherapeut Toni Morawietz (zweiter Tenor), der evangelische Pfarrer Dirk Wnendt (erster Tenor) sowie die Lehrer Franz Wögerbauer (Bass) und Stefan Weißleder (Klavier). Im Stile der »Comedian Harmonists« gaben sie Ohrwürmer wie »Küssen kann man nicht alleine« zum Besten und auch ihre Zugaben wurden mit Applaus und Bravo-Rufen bedacht. Mit viel Humor führte Kamm durch den Abend und nahm dabei mit Vorliebe seine politischen Weggefährten aufs Korn.

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Georg Gschwendner war treibende Gründungskraft

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler, Andreas Danzer, blickte auf 60 Jahre Kreisverband zurück und erinnerte an seine Amtsvorgänger Georg Gschwendner (Übersee), Ludwig Kleißl (Waging), Horst Greßmann (Tacherting), Hubert Neuberger (Schnaitsee/Ehrenvorsitzender) und Josef Wimmer (Surberg) sowie an die bisherigen Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Georg Gschwendner, Franz Haberlander (Traunreut), Eduard Wiesmann (Traunreut) und seit 2001 Dr. Lothar Seissiger (Siegsdorf).

Georg Gschwendner sei bei der Gründung des Kreisverbands 1958 die »treibende Kraft« gewesen, so Danzer. Nach der ersten Kreistagswahl 1960 habe man als Parteifreie Wählerschaft vier von 45 Kreistagssitzen errungen. Ab 1984 sei man als Unabhängige Wählergemeinschaft/Freie Wähler angetreten und ab 1996 als Freie Wähler/Unabhängige Wähler.

Bei der Kreistagswahl 2014 erreichten die FW/UW mit elf von insgesamt 70 Kreistagssitzen ihr bisher stärkstes Ergebnis. Seit 2015 verfüge man sogar über zwölf Kreistagsmandate, da Sandra Sonntag von der FDP zu den Freien Wählern wechselte. Damit hatte auch die »Männerwirtschaft« ein Ende »und das hat uns auch sehr gutgetan«, so Danzer.

»Ich habe mich hergetraut, und zwar gerne«, scherzte Landrat Siegfried Walch (CSU) und machte deutlich, dass er ein überparteiliches Amt ausführe. Für ihn gelte stets der Grundsatz: »Erst die Heimat und dann die Partei«.

Gute Zusammenarbeit der Fraktionen betont

Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen den Kreistagsfraktionen in den vergangenen »vier bewegten Jahren« und verwies auf die »enge Verbundenheit zwischen den Freien Wählern und der CSU«. Gerade bei den drängenden Fragen und Herausforderungen unserer Zeit sei klar geworden, »dass wir sehr ähnlich denken«.

Die Zusammenarbeit im Kreistag sei »hervorragend, konstruktiv und sachbezogen« und mache richtig Spaß, gab der FW/UW-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dr. Lothar Seissiger, zurück und ging, wie schon Walch zuvor auf den kürzlich beschlossenen Kreishaushalt ein. Dass dieser mit einem fast einstimmigen Votum beschlossen worden sei, liege daran, dass man alle Fragen und Unklarheiten im Vorfeld klären habe können. Erfreulich sei, dass die Kreisumlage von 51,5 auf 50,5 Prozent sinke.

Auch wenn die CSU angekündigt habe, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen, strebe man als Freie Wähler weiterhin ein Volksbegehren an. Unterschriftenlisten liegen seit 22. Januar aus. Die Gemeinden dürften hier »nicht alleine gelassen werden«, eine Gegenfinanzierung müsse gewährleistet sein, so Seissiger.

Chiemings Bürgermeister Benno Graf stellte in seinem Grußwort die Vorzüge seiner Gemeinde vor. Zu den Plänen der CSU, die Straßenausbaubeitragssatzung abzuschaffen, forderte er »eine Lösung für ganz Bayern, mit der die Bürger und die Gemeinden entlastet werden und wir nicht mehr abgewatscht werden«.

Erfolgreich auf kommunaler Ebene bleiben

Angesichts des drohenden »Weiter so« der Großen Koalition in Berlin und dem Rechtsruck auf Landesebene kämen auf die Freien Wähler einige Herausforderungen zu, so der stellvertretende FW/UW-Kreisvorsitzender Manfred Kösterke. Auf kommunaler Ebene wolle man weiterhin eine erfolgreiche Politik für den Bürger und für die Region machen. mmü