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5700 Corona-Schnelltests für 41 Schulen im Landkreis

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5700 Corona-Schnelltests haben 41 Schulen im Landkreis Traunstein bekommen.

Die Schulen im Landkreis Traunstein haben damit begonnen, Corona-Schnelltests anzubieten. Schüler, Lehrer und Angestellte können sich freiwillig auf Covid-19 untersuchen lassen. 15 Minuten dauert der Test – dann weiß man Bescheid. Das Landratsamt hat nach Angaben von Pressesprecher Michael Reithmeier insgesamt knapp 5700 Tests an 41 Schulen im Landkreis Traunstein ausgeliefert. Es handle sich um ein Produkt der Firma Siemens: um den »Clinitest Rapid Covid-19 Antigen-Test«.


Für eine schnelle und reibungslose Verteilung der Tests sorgten die Feuerwehren im Landkreis. Einmal mehr stellten sie sich in der Bekämpfung der Pandemie in den Dienst an der Gemeinschaft. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands waren diesmal die Feuerwehren Grassau, Pietling, Schnaitsee, Traunreut und Traunstein unterwegs. In ihren Mehrzweck- und Logistikfahrzeugen fuhren sie sämtliche Haltestellen an und versorgten somit innerhalb weniger Stunden die Schulen mit den Coronatests.

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Die Firma Siemens hat für den Clinitest Rapid Covid-19 Antigen Self-Test in der vergangenen Woche eine befristete Sonderzulassung durch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte erhalten – und zwar für die Eigenanwendung durch Laien in Deutschland. Mittels eines Abstrichstäbchens wird eine Probe aus den Nasenlöchern entnommen. Der Abstrich wird dann in einem Reagenz ausgewaschen, wobei ein spezifisches Protein aus der Oberfläche des Virus gelöst wird. Diese Flüssigkeit wird in eine Aussparung in der Testkassette getropft. Innerhalb von 15 Minuten wandert die Testflüssigkeit in das Sichtfeld der Kassette und wird durch einen Strich sichtbar. An der Position und Anzahl der Striche wird erkennbar, ob ein positives oder negatives Testergebnis vorliegt – einer bedeutet »negativ«, zwei »positiv«.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hatte am Freitag betont: »Wir haben entschlossen reagiert und frühzeitig 8,6 Millionen Corona-Selbsttests pro Monat gesichert.« Oberste Priorität habe ein noch stärkerer Schutz an Schulen und in Kitas. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo ergänzte: »Die Selbsttests machen unsere Schulen für unsere Kinder und Lehrkräfte noch sicherer. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Präsenzunterricht. Ich bin froh, dass wir den Schulen eine große Anzahl dieser Tests zur Verfügung stellen können.«

Die Selbsttests gehen laut den Ankündigungen in München an alle Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in Bayern. Lieferungen bekommen damit staatliche, kommunale und private Schulen, schulvorbereitende Einrichtungen sowie Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und Heilpädagogische Tagesstätten.

Erste Schnelltests am gestrigen Montag

Unter den ersten Schulen im Landkreis Traunstein, die die Schnelltests bekamen, war das Chiemgau-Gymnasium (CHG) in Traunstein. Schulleiter Markus Gnad berichtete, das CHG habe »sehr kurzfristig« die Information erhalten, dass sie zur Verfügung stehen. Das CHG habe dann für jeden Schüler, Lehrer und Angestellten, die sich in der Schule aufhalten, jeweils einen Test bestellt – in der Summe 220. Und die Lieferung sei dann auch postwendend gekommen. Das CHG habe bereits am gestrigen Montag den Schnelltest anbieten können.

Alle Schüler des zwölften und letzten Jahrgangs, die an dem Test teilnehmen wollten, begaben sich in der Früh um 7.50 Uhr in die Turnhalle. Dort nahmen sie an einem freien Tisch Platz – und dann erledigten sie den Selbsttest.

Einige Tests seien übrig geblieben, bilanzierte Gnad am Mittag nach dem Testlauf. Ein Drittel oder die Hälfte – genaue Zahlen hatte der Schulleiter bis dato noch nicht vorliegen – hatte von der Möglichkeit des Testens Gebrauch gemacht.

Insbesondere auch viele Lehrer nahmen das Angebot an. Einer von ihnen war der Schulleiter selbst. Und er betonte hinterher, dass der Schnelltest längst nicht so unangenehm sei wie der PCR-Test. Das Teststäbchen werde lediglich in den Nasenvorhof eingeführt – und damit nicht so weit. »Ich hoffe, es spricht sich herum, dass der Test nicht weh tut«, sagt Gnad. Er hofft, dass möglichst viele Schüler und Lehrer das Stäbchen zur Hand nehmen. Denn die Schnelltests in Corona-Zeiten gehen seiner Ansicht nach eindeutig in die richtige Richtung: Sie sind nötig, um den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Gnad hält sie für unverzichtbar: »Ich kann mir nicht vorstellen, Schüler ohne Schnelltest dauerhaft zu unterrichten.«

Nach dem »Testlauf« gibt das CHG nun dem Landratsamt laut Gnad eine Rückmeldung. Die Schulleitung gedenke, Verbesserungen anzuregen. Im Brennpunkt stehe unter anderem die Handhabung. Schließlich seien, wie sich herausgestellt habe, mehrere Handgriffe gleichzeitig zu bewältigen, was so nicht oder nur schlecht zu leisten sei.

Das Chiemgau-Gymnasium habe die Schüler nacheinander den Schnelltest durchführen lassen – was unterm Strich viel Zeit in Anspruch genommen habe. »Fast eine Stunde haben wir gebraucht«, erzählt Gnad. Als Ziel gab er aus, dass die Schüler die Schnelltests gleichzeitig machen. Dann könne man viel Zeit sparen.

»Die Teilnahme an dem Test ist freiwillig«, so Gnad. »Die Nichtteilnahme ist mit keinerlei Nachteilen verbunden.« Und er betonte, dass die Aktion weiterlaufe. Seinen Angaben zufolge will das CHG allen Abschlussschülern bis auf Weiteres jeden Montagmorgen die Gelegenheit zu einem Selbsttest geben.

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