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Kreisfeuerwehrverband stellte Jahresbilanz 2013 vor – Hohe Auszeichnung für Hermann Steinmaßl

5456 Mal Alarm für die Feuerwehren im Kreis Traunstein

Traunstein. Die 81 Feuerwehren im Landkreis Traunstein rückten im letzten Jahr insgesamt 5456 Mal aus und bewältigten dabei 4338 Einsätze. Das sind 1794 Einsätze mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung von 70 Prozent entspricht. Die Zahl der Alarmierungen (2013: 3600) stieg um 67 Prozent. Die rund 4550 Feuerwehrmänner und -frauen im Landkreis leisteten bei den Einsätzen 117 700 Stunden ehrenamtlichen Dienst. Die enorm gestiegenen Alarmierungs- und Einsatzzahlen rühren aus der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni. Während der heißen Phase des Jahrhunderthochwassers »fuhren« die Feuerwehren innerhalb von 48 Stunden mehr als 1500 Einsätze und damit halb so viele Einsätze wie üblicherweise in einem ganzen Jahr. Die Einsatzbilanz 2013 stellte Kreisbrandrat Hans Gnadl bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein vor, die zugleich Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter im Landkreis Traunstein war.

Hohe Feuerwehr-Auszeichnung für den bisherigen Landrat Hermann Steinmaßl (links): Er wurde mit der Silbernen Ehrennadel in Lorbeer des Kreisfeuerwehrverbandes und dem Ehrenkrug ausgezeichnet. Die Ehrung überreichten Kreisbrandrat Hans Gnadl (rechts) und Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein. (Foto: Volk)

Der größte Teil der Alarmierungen hatte einen Einsatz der technischen Hilfeleistung zur Folge. 3245 Alarmierungen betrafen unter anderem die Beseitigung von Sturm- und Hochwasserschäden, die Menschenrettung bei Verkehrsunfällen, Einsätze zum Schutz der Umwelt, wie das Binden von Öl auf Fahrbahnen oder Gewässern, Türöffnungen, um hilflose Personen zu befreien oder der Unfall von Schienenfahrzeugen.

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715 Mal rückten die Floriansjünger im Landkreis zum Löschen von Bränden unterschiedlichen Ausmaßes aus. Bei den insgesamt fünf Großbränden im letzten Jahr waren 43 Feuerwehren mit ihren Löschmannschaften tätig. Die Ersthelfer-Einheiten (First-Responder) der Feuerwehren, vorrangig der Feuerwehren Waging und Grabenstätt, rückten 284 Mal aus und leisteten qualifizierte Hilfe bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt. 291 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen (Konzerte, Sportveranstaltungen usw.) wurden geleistet. 252 Mal gab es Fehlalarm. Die technischen Hilfeleistungen sind mit 59 Prozent der Gesamtalarmierungen die Hauptaufgabe der Floriansjünger. Dem gegenüber betrafen nur 13 Prozent der Feuerwehreinsätze die klassische Aufgabe des Feuerlöschens.

Kreisbrandrat Gnadl lobte die Feuerwehren, die auch schwierigste Einsatzsituationen meistern und unter höchster Anspannung professionelle Arbeit leisten. Zudem betonte der Kreisfeuerwehrchef, dass der Dienst zum Schutz und zur Hilfe der Allgemeinheit freiwillig und unentgeltlich erbracht werde. Dieses ehrenamtliche Engagement der 4130 Feuerwehrmänner und -frauen hob der Kreisbrandrat besonders würdigend hervor.

In 61 der 81 Feuerwehren im Landkreis sind Frauen als Feuerwehrdienstleistende tätig. Gnadl freute sich, dass immer mehr Frauen als Aktive bei den Feuerwehren mitwirken. Er stellte in diesem Zusammenhang Daniela Rottner vor, die erste und bisher einzige Frau im Landkreis, die als 1. Kommandantin tätig ist. Sie führt die aktive Mannschaft der Feuerwehr Hart an.

Einschließlich der Ausbildung, Übungen, Lehrgängen sowie Vor- und Nachbereitung von Einsätzen haben die Aktiven letztes Jahr rund 450 000 Stunden ihrer Freizeit in den Dienst der Feuerwehren und das Wohl der Allgemeinheit gestellt. 709 Aktive unterzogen sich einer Leistungsprüfung. 496 Feuerwehrler absolvierten die Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung mit Erfolg; die Prüfung der »Gruppe im Löscheinsatz« absolvierten 213 Teilnehmer. Der Kreisfeuerwehrverband veranstaltete 30 Fachlehrgänge, an denen 609 Aktive teilnahmen. 1464 Feuerwehrler im Landkreis sind als Atemschutzträger ausgebildet. Davon nahmen im letzten Jahr 1547 an den regelmäßigen Belastungstests teil. In der Brandsimulationsanlage im Feuerwehrgerätehaus Traunreut wurden 62 Lehrgänge mit 302 Atemschutzträgern veranstaltet.

864 Buben und Mädchen gehören den Jugendfeuerwehren im Landkreis Traunstein an. Fast alle Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis betreiben aktiv Jugendarbeit und Nachwuchsförderung, berichtete Stephan Hellmuth, Fachkreisbrandmeister für die Jugendarbeit. 165 Jugendliche haben im letzten Jahr die Prüfung zur Jugendleistungsspange und damit die Grundausbildung für den Anwärter erfolgreich bestanden. Besonderes Ereignis des letzten Jahres war der Kreisjugendfeuerwehrtag in Traunreut, an dem über 500 Jugendfeuerwehrler mitwirkten.

Der scheidende Landrat Hermann Steinmaßl würdigte die Feuerwehren für die geleisteten Dienste für das Gemeinwohl. »Auf die Feuerwehren im Landkreis ist Verlass, sie sind selbstlos für Andere da und unverzichtbar für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger«, betonte Steinmaßl. Fast ausnahmslos leisten die Floriansjünger im Landkreis Traunstein ihren Dienst ehrenamtlich und gleichzeitig in höchster Weise professionell. Dies haben sie vor allem bei der Hochwasserkatastrophe im letzten Jahr bewiesen. »Die Feuerwehren sind Ausdruck von Teamgeist, Gemeinschaft sowie Einsatz und Verantwortung für das Gemeinwohl«, lobte Steinmaßl.

Kreisbrandrat Hans Gnadl überraschte Steinmaßl mit einer hohen Feuerwehrauszeichnung. In Würdigung seiner Verdienste um die Feuerwehren im Landkreis Traunstein wurde er mit der Silbernen Ehrennadel in Lorbeer des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein ausgezeichnet – eine Ehrung, die neben Steinmaßl bislang nur wenigen Personen zu teil wurde. Zudem überreichte der Kreisbrandrat den Ehrenkrug an Steinmaßl. Mit dieser Auszeichnung werden üblicherweise Kommandanten geehrt, wenn sie ihr Amt niederlegen oder aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Steinmaßl zeigte sich sichtlich überrascht und freute sich über die Anerkennung seiner Unterstützung für Feuerwehren. pv