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52 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze in der Stadt

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Die Vorsitzende des Müttervereins Traunstein, Anja Preuster (links) und ihre Tochter Janina sangen mit Kindern und weiteren Beteiligten ein Lied zur Eröffnung der neuen Krippe. (Foto: Buthke)

Traunstein. Mit dem kirchlichen Segen von Stadtpfarrer Georg Lindl und dem evangelischen Pfarrer Sebastian Stahl wurde die Kinderkrippe an der Vonfichtstraße offiziell eingeweiht. Eine Krippe bedeute schon vom Wortsinn her einen Ort des Geborgenseins und des Wohlfühlens, erklärte Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der Feier und betonte, dass sich Traunstein als kinder- und familienfreundliche Stadt der Verantwortung bewusst gewesen sei, Betreuungsangebote in ausreichender Zahl und mit guter Qualität zur Verfügung zu stellen.


Insgesamt gibt es jetzt 188 Krippenplätze in Traunstein

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»Und so können wir nach der Kinderkrippe am Klosterberg mit 39 Betreuungsplätzen nun auch die Kinderkrippe an der Vonfichtstraße einweihen«, freute sich Kösterke mit den Gästen. Hier könnten bis zu 52 Kleinkinder angemessen betreut werden. Die modernen, kindgerechten Räume böten alles, was für die Betreuung Ein- bis Dreijähriger wichtig sei. Insgesamt stünden jetzt 188 Krippenplätze in der Großen Kreisstadt zur Verfügung.

Der Bau beider städtischer Kinderkrippen sei aufgrund der rasant steigenden Nachfrage dringend notwendig gewesen. Der Bau von gleich zwei Kindertagesstätten für zusammen 5,5 Millionen Euro sei für die Stadt nicht leicht zu schultern gewesen, unterstrich das Stadtoberhaupt. Die Kinderkrippe an der Vonfichtstraße werde rund 2,65 Millionen Euro kosten, die mit 1,34 Millionen Euro gefördert würden.

»Was uns auf kommunaler Ebene aber schwere Sorgen bereitet, sind die Betriebskosten. Vonseiten des Freistaats besteht dringender Handlungsbedarf, denn die landesgesetzlichen Regelungen zur Kinderbetreuungsfinanzierung weisen eine erhebliche strukturelle Unterfinanzierung auf«, sagte der Oberbürgermeister. Er sprach von einer Finanzierungslücke von 20 bis 25 Prozent der Betriebskosten (rund zwei Millionen Euro), die die Stadt voll trage. Der Freistaat als zuständiges Organ sei gefordert, die finanzielle Förderung der Betriebskosten deutlich aufzustocken.

Für die schnelle Lösung der Standortfrage auf dem Gelände des Studienseminars St. Michael dankte er unter anderem Direktor Markus Moderegger und der Erzdiözese München-Freising mit Generalvikar Peter Beer, die 2600 Quadratmeter auf Erbbaurecht zur Verfügung gestellt hat. Zusammen mit dem Architekten Andreas Leonhard, den Projektanten und Baufirmen sei es dann gelungen, das Gebäude innerhalb von nur acht Monaten zu bauen. Kösterke sprach von einem Vorzeigeprojekt, das einerseits den Anforderungen an eine moderne Kinderbetreuungseinrichtung gerecht werde, andererseits auch ökologischen Ansprüchen genüge.

Die Stadt als Bauherr habe die Trägerschaft in die vertrauensvollen und erfahrenen Hände des Vereins Mütterzentrum Traunstein als freigemeinnützigen Partner gelegt. Seit 27 Jahren leiste er unverzichtbare Arbeit für die Familien in Traunstein und weise jahrzehntelange Erfahrung bei der Kinderbetreuung auf.

»Leuchtturmprojekt« in ökologischer Hinsicht

Von einem »Leuchtturmprojekt« sprach Architekt Andreas Leonhard. Es sei ein ökologisches Haus, das fast nur aus vorgefertigten Holzelementen bestehe. Es sei quasi ein Passivhaus mit einem äußerst günstigen Energiestandard und einem angenehmen Raumklima. Durch Energierückgewinnung werde Energie für Heizung und Strom gewonnen.

Glücklich war die Gefühlswelt der Vorsitzenden des Mütterzentrums, Anja Preuster, weil der Bau in so kurzer Zeit geschafft wurde. Er sei so, wie sie es sich vorgestellt hätten und die Kinder fühlten sich wohl. »Die Stadt Traunstein hat früh erkannt, wie wichtig neue Konzepte in der Kinderbetreuung sind. Der Oberbürgermeister und sein Stadtrat waren am Puls der Zeit«, war Preuster voll des Lobes. Der Versorgungsgrad an Krippenplätzen in Traunstein liege bei 70 Prozent und reiche gerade einmal aus. Sie sprach den Druck und das Leid der Frauen an, die außerhalb der Buchungszeit arbeiteten und wünschte sich hier Verbesserungen, nicht nur in den Kinderkrippen, sondern auch in den Kindergärten. Bjr