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510 000 Schritte von Tscherms nach Grassau

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Endlich angekommen. Nach zwei Wochen über Berge und durch Täler erreichten die vier Tschermser Michael Unterthurner, Walter Mahlknecht, Paul Obertimpfler und Klaus Pöder Innerhofer (von links) ihr Ziel. Jeder wanderte dabei mindestens 510 000 Schritte für einen guten Zweck.

Grassau. Glücklich und voller neuer Eindrücke trafen die vier Tschermser Wanderer Klaus Pöder Innerhofer, Walter Mahlknecht, Paul Obertimpfler und Michael Unterthurner in Grassau ein. Vor 14 Tagen waren sie in Tscherms in Südtirol losmarschiert und überquerten Berge und Täler, insgesamt 283 Kilometer. Ein Grund der Wanderung ist das 50-jährige Partnerschaftsjubiläum zwischen Tscherms und Grassau.


Diese Jubiläumswanderung war keine neue Erfindung. Die vier Männer nahmen sich die Jubiläumswanderung von vor 25 Jahren zum Vorbild. Damals wollte ebenfalls eine Gruppe wanderlustiger Tschermser den Weg nach Grassau zu Fuß zurücklegen. In nur sieben Tagen meisterten sie ihre Wanderroute. Jahre zuvor waren es einige Grassauer, die unter Konrad Strehhuber von Grassau nach Tscherms marschierten.

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Bedeutend längere Strecke ausgewählt

Zum 50-jährigen Jubiläum legte die Wandergesellschaft aber noch eins drauf und wählte eine bedeutend längere Strecke. In zwei Wochen wollten die vier die Tour bewältigen, die auch einige Gipfel einschloss. Die Gruppe startete an der Meraner Seilbahn und wanderte über das Penser Joch, Brixner Hütte, die Pfunderer Berge und Edeltrauthütte nach Heilig Geist bis ins hintere Ahrnthal. Dort angekommen ging es auf der Strecke, die bereits vor 25 Jahren gewandert wurde, weiter. Auch wurde in den gleichen Hütten und Pensionen genächtigt wie vor 25 Jahren, bestätigte Michael Unterthurner, der als einziger der Gruppe damals schon mitgewandert war, als minderjähriger Bub.

Anstrengend sei die Tour nicht gewesen, dafür umso interessanter, so die Wanderer. Die vier »reisten« auf eigene Kosten, finanzierten Nachtlager und Verpflegung aus eigner Tasche, jedoch mit einem großen karitativen Ziel: »Wir haben ausgerechnet, dass bei 283 Kilometern rund 510 000 Schritte pro Person zusammenkommen«, erklärte Walter Mahlknecht. Wenn jeder Schritt mit einem Cent honoriert werde, könne so eine Spendensumme von 5100 Euro pro Person erzielt werden. Sparschweine wurden in Tschermser und in Grassauer Geschäften aufgestellt und wollten gefüttert werden. Ob das erhoffte Ergebnis erreicht wurde, steht noch nicht fest. Je zur Hälfte werde mit der Spende der Sebastiani-Hilfsdienst in Tscherms und in Grassau die Musiktherapie des sechsjährigen Julius Schmidl unterstützt.

Bergwacht als Begleitung auf der letzten Wegstrecke

An der hinteren Dalsenalm wartete die Grassauer Bergwacht auf die Wanderer und nach einer Rast begleitete die Bergwacht die Tschermser auf der letzten Wegstrecke. Mit Applaus wurden sie in Grassau empfangen. Bürgermeister Rudi Jantke hieß die Tschermser willkommen. Auch der Tschermser Bürgermeister Roland Pernthaler freute sich über die Ankunft seiner Landsleute. Natürlich wartete auch der kleine Julius auf die Männer, die sich für den guten Zweck aufmachten und die Familie des kleinen Buben dankte den Tschermsern für ihr Engagement.

Für Michael Unterthurner war es eine besondere Überraschung, dass seine Familie ebenfalls von Tscherms anreiste und ihn in die Arme schloss. In 25 Jahren möchte Unterthurner die Strecke noch einmal gehen und dann vielleicht seinen Sohn mitnehmen. tb