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51 Passen maßen sich beim Schnalzen

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Die Pallinger Schnalzer-Burschen kamen mit einem Dirndl als Aufdraherin. (Foto: Waldherr)

Palling – »Oane, zwoa, drei, dahi geht's« – dieses oder ein ähnliches Kommando war beim 39. Preisschnalzen »Rund um den Waginger See« von 51 Passen auf dem Pallinger Sportplatz ein ums andere Mal zu hören.


Ein Großaufgebot an Schnalzern – 22 Jugend-Passen und 29 Allgemeine Passen – waren gekommen, um zu ermitteln, wer am gekonntesten schnalzt. Das bestimmten die Schiedsrichter in ihren blickdichten, aber schalloffenen Kabinen. Bei den Allgemeinen Passen siegte schließlich Waging IV, bei der Jugend die Pass Schönram I.

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Ausrichter der Großveranstaltung war der Trachtenverein »d’ Stoabergler« Palling mit ihren Schnalzern. Mittags hatten sich die Passen zum Zug geordnet, um hinter der Blaskapelle Palling zum Sportplatz zu marschieren, begleitet von Trachtler-Vorstand Hans Gastager, Schirmherrn und Bürgermeister Josef Jahner und Schnalzer-Chef Christian Perreiter. Jahner sagte in einer kurzen Ansprache, er habe gern die Patenschaft für diese Veranstaltung übernommen und freue sich, dass sie nun wieder einmal in Palling stattfinde.

Zunächst zeigten die Jugendpassen ihr Können. Dass das Schnalzen nicht nur ein Erlebnis für das Gehör ist, sondern dass man auch optisch die Anstrengung der Schnalzer gut mitverfolgen kann, erlebten die vielen Zuschauer. Da standen die »Aufdraher« an vorderster Position einer exakten Reihe der Schnalzer, scharrten mit den Füßen in den Hobelspänen, bis sie den richtigen festen Stand hatten, riefen die Schnalzer »Had's g'schickt?«, schutzten mit den Oberschenkeln im Rhythmus »Oane, zwoa, drei« und riefen das Kommando »Dahi geht's!«.

Nacheinander sausten die Goaßln durch die Luft, sodass sich ein geordnetes Rad von Schnalzerschlägen ergab. Sichtlich angespannt waren die Gesichtsmuskeln der Schnalzer, die Joppen, Röcke und die Zöpfe flogen, während die Goaßln sicher über ihren Köpfen sausten. Neunmal wurde pro Durchgang geschnalzt. Je nach dem, wie genau und homogen die Schläge zu hören waren, vergaben die Schiedsrichter ihre Punkte. Es dauerte etwa zwei Stunden, bis alle Passen dran waren und sie am Ende mit einem Generalpasch einen nochmals sehr beeindruckenden hörbaren Abschluss setzten.

Anschließend stärkten sich die Schnalzer und Helfer in der Turnhalle mit Brotzeit, Getränken, Kaffee, Kuchen und Schmalzgebäck, das der Trachtenverein organisiert hatte. Die Blaskapelle Palling spielte zur Unterhaltung.

Saaldorfs Bürgermeister Bernhard Kern übernahm als Vorsitzender der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel die Aufgabe, vier Pallinger Schnalzer für ihr besonderes Engagement mit dem Silbernen Schnalzerabzeichen zu ehren: Anton Helmberger und Georg Hartl, die 26 Jahren als Aktive Schnalzer dabei waren; fast genauso lang dabei sind Andreas Seehuber und Christian Perreiter, der bis vor kurzem der Chef der Pallinger Schnalzer war.

Die mit Spannung erwartete Siegerehrung brachte schließlich folgende Ergebnisse: Bei den Allgemeinen Passen siegte Waging IV mit 164 Gesamtpunkten. Auf dem zweiten Platz landete Waging II, Platz drei ging an Tittmoning II, Platz vier an Laufen II und Platz fünf an Schönram II. Bei den Jugend-Passen holte sich Schönram I mit 142 Gesamtpunkten den Sieg und verwies damit Waging II und Waging I auf die Plätze zwei und drei. Platz vier sicherte sich Tittmoning, Platz fünf ging an Roth I. Bei den Allgemeinen gab es als Wanderpokal einen Humpen, bei der Jugend die Wandergoaßl. cw