weather-image
32°

5000 Euro Zuschuss für neue Kleinkunstbühne

2.6
2.6
Bildtext einblenden
Der Aufführungsraum der entstehenden Kleinkunstbühne in Grabenstätt. Hier sollen sich bald junge talentierte Künstler die Klinke in die Hand geben und ihr Publikum begeistern. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Die im hinteren Gebäudetrakt der ehemaligen Firma Seidel an der Chieminger Straße entstehende Kleinkunstbühne (»Theater in der alten Strickerei«) der Jugendtheater Musik-und-Kunst- AG nimmt langsam Gestalt an. Bei einem Ortstermin überzeugte sich der Gemeinderat von dem Projekt, ehe er sich mit dem Antrag der AG und des Fördervereins für einen einmaligen Investitionszuschuss in Höhe von 5000 Euro befasste.


Mit dem Geld soll der Umbau unterstützt werden, aber nicht der laufende Geschäftsbetrieb. Die Räte gaben dafür – wenn das Landratsamt das Vorhaben baurechtlich genehmigt und einer detailliertere Kostenaufstellung vorgelegt wird – grünes Licht.

Anzeige

»Unterstützen etwas, das schon da ist«

»Wir investieren für unsere Jugend und in unsere Zukunft, ich kann das nur unterstützen«, betonte Andreas Lukas (Freie Wähler) und sprach damit seinen Kollegen aus der Seele. »Wir unterstützen etwas, was schon da ist, deswegen habe ich keine Angst, dass das nicht funktioniert«, fügte Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) mit Blick auf die »Junge Chiemseer Bühne« an.

Wie die zweite AG-Vorsitzende und Gemeinderätin Doris Biller beim Ortstermin betont hatte, handle es sich um ein ambitioniertes Projekt, das »wir mit unseren Kooperationspartnern Salztheater Traunstein und Chiemgau-Ensemble in Angriff genommen haben«. Es seien bereits 35 000 Euro investiert und seit März über 1000 Arbeitsstunden in Eigenleistung aufgewendet worden. Das Gebäude sei seit August unbefristet gemietet mit dreimonatiger Kündigungsfrist.

Um die großen Investitionen besser stemmen zu können, verkaufe man »Kunstbausteine« für 250, 500 oder 1000 Euro, so AG-Vorsitzender Rudolf Rett. Die Sponsoren werde man mit ihrem Baustein in einer Glasvitrine im Eingangsbereich entsprechend würdigen.

Ein Großteil des Mobiliars wie die im Eingangsbereich und die Sitzbänke im Aufführungsraum stammen aus der ehemaligen Bar »Cocktail« in Chieming. Insgesamt wird es rund 65 Sitzplätze geben. An der Bar sollen Flaschengetränke verkauft werden. Barrierefreie Toiletten sind im Entstehen und auch in punkto Fluchtwege und Parkplätze ist bereits alles geregelt.

Jährlich 18 Auftritte plus »offene Kleinkunstbühne«

Zweimal jährlich soll die »Junge Chiemseer Bühne«, das vormalige Grabenstätter Jugendtheater, jeweils fünfmal auftreten. Auch wöchentliche Proben sind dort geplant. Das renommierte Salztheater Traunstein wird jährlich zirka acht Vorstellungen geben. Einige besonders talentierte ehemalige Darsteller des Jugendtheaters Grabenstätt sind mittlerweile Teil des Salztheater-Ensembles unter der Leitung von Gerhard Brusche, der auch bei der »Jungen Chiemseer Bühne« Regie führt. Beide Vereine planen zudem eine gemeinsame Theaterweihnacht.

Ziel des Projekts »Offene Bühne« sei es, so Biller, mit jugendlichen Freiwilligen ein ansprechendes Kleinkunstprogramm ohne kommerzielle Absichten und zu fairen Eintrittspreisen zu bieten. »Junge Leute aus allen Kleinkunstsparten erhalten eine attraktive Auftrittsmöglichkeit und unsere unterstützende Begleitung«, so die AG-Vorsitzenden.

Man erhalte keine Subventionen oder anderweitige Unterstützungen, sondern arbeite inklusive Management ehrenamtlich. »Unser Ziel ist, kostendeckend zu arbeiten«, so Rett. Was von den Einnahmen nach Abzug der Kosten übrig bleibe, komme den Künstlern zugute. Roman Metzner (CSU) hatte vor der Abstimmung wissen wollen, ob es sich um einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb oder einen gemeinnützigen Verein handelt.

Kulturelle Vielfalt weiter ausbauen

Geplant sind neben den Theateraufführungen unter anderem Lesungen, Konzerte, Kabarett, Comedy, Musicalrevuen und Veranstaltungen für Kinder. »Die kulturelle Vielfalt soll auf unserer Kleinkunstbühne weiter ausgebaut werden und daher werden wir unterschiedlichste kulturelle Events stattfinden lassen«, verriet Biller. »Mal schauen, wie es angenommen wird«. »Wir sind nach allen Seiten offen«, so Rett.

Insbesondere Solisten und Duos, Nachwuchskünstler und Künstler aus der Region sollen eine Chance bekommen und dürfen sich um einen Auftritt bewerben. Wenn alles nach Plan läuft, ist am 14. Oktober Eröffnung. mmü