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500. Streuobsthochstamm in Lampoding gepflanzt

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Berufsschullehrer Klaus Herold zeigt den Schülern die richtige Anbindetechnik. (Foto: Sojer)

Kirchanschöring – Zwei neue Obstanger wurden vom Landschaftspflegeverband Traunstein mit 24 Schülern aus der Berufsschule III, Fachrichtung Gartenbau, im Bereich der Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel angelegt. Gemeinsam pflanzten die Berufsschüler mit ihren Lehrern Klaus Herold und Manfred Maier sowie Carsten Voigt vom Landschaftspflegeverband Traunstein je acht neue Bäume auf zwei Wiesen in Lampoding an – und damit den 500. Streuobsthochstamm.


Einmal im Jahr beteiligt sich die Staatliche Berufsschule an der Aktion »Streuobsthochstammpflanzung« mit dem Landschaftspflegeverband. Die Schüler im ersten Lehrjahr lernen den Aushub des Pflanzlochs, die Einbettung des Wühlmauskorbs, die Pfosten optimal zu setzen, die Anbindetechnik und schließlich den Pflanzschnitt.

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Carsten Voigt vom Landschaftspflegeverband erklärte: »Der Vorteil ist, dass sich die Obstwiesenbesitzer die Arbeit sparen, während die Schüler das fachgerechte Pflanzen der Bäume erlernen. Vor allem aber verstehen die Schüler auch, warum man Obstwiesen wieder vermehren will und erfahren den Hintergrund der Fördermaßnahme.« Mit ihrem Engagement leisten die angehenden Landschaftsgärtner auch praktische Naturschutzarbeit, die es ihnen ermöglicht, sich mit der Thematik nicht nur theoretisch auseinanderzusetzen.

Bürgermeister Hans-Jörg Birner und Projektleiterin Marlene Berger-Stöckl von der Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel sind zufrieden. Das Ziel, das sich die Ökomodellregion seit ihren Anfängen 2014 gesetzt hat, nämlich die Einpflanzung von 1500 Streuobsthochstämmen, ist nach zwei Jahren bereits zu einem Drittel geschafft.

Die Charakteristik von Streuobstwiesen ist die extensive Bewirtschaftung, Erhaltung alter Regionalsorten und die Sortenvielfalt in bester Qualität. Die Früchte entsprechen nicht der makellosen EU-Norm und sind deshalb in ihrer Form unverkennbar ein natürliches, heimisches Produkt. Ein Streuobstbaum bietet zudem einen ausgezeichneten Lebensraum für eine artenreiche Pflanzen- und Tiervielfalt. Auf mehreren »Etagen« lassen sich viele seltene Vögel, Kleinsäuger und zahlreiche Insektenarten nieder.

Über den Begriff »Streuobstwiese« gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine beruht darauf, dass auf den Wiesen Streu (Heu als Einstreu für die Tierhaltung) und Obst gewonnen wurde. Eine andere, wahrscheinlichere Erklärung begründet den Namen damit, dass die Obstbäume durch den weiten Abstand den Eindruck vermitteln, als wären sie zufällig so verstreut worden. Diese aufgelockerte Anordnung prägt das Landschaftsbild erheblich mit. Ein reifer Obstanger ist ein echtes Naturerlebnis, das nicht nur zum Naschen, sondern auch zum Verweilen einlädt.

Im Frühjahr wird es im Landkreis keine eigene Pflanzaktion geben, sondern erst wieder im Herbst 2017. Willkommen sind wieder Streuobstfreunde aus der gesamten Ökomodellregion, die zu weiteren Pflanzaktionen bereit sind. Genaue Auskünfte über die Förderungen und Voraussetzungen gibt es beim Landschaftspflegeverband in Traunstein. soj

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