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500 Gläubige feierten in Reit im Winkl ihren neuen Pfarrer

Reit im Winkl. Viel Freude und Erleichterung war zu spüren, aber auch Respekt vor den kommenden Aufgaben: In einem großen Festgottesdienst wurde am Sonntagabend in der Reit im Winkler Pfarrkirche die offizielle Amtseinführung des neuen Pfarrers, dem 50-jährigen Martin Straßer gefeiert. An der eineinhalbstündigen Messe hatten sich Vertreter der benachbarten Gemeinden Schleching, Unterwössen, Oberwössen und Reit im Winkl beteiligt.

Eine »Wegzehrung« für den neuen Pfarrer: Der Vorsitzende des Reit im Winkler Pfarrgemeinderates Walter Petersen (links) und für die Kirchenverwaltung, Christian Gobmaier (rechts), übergeben namens der Kollegen aus den anderen Orten einen Korb mit Lebensmitteln an Martin Straßer.

»Wir sind so froh, dass du da bist«

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Aus diesen vier Ortschaften soll künftig ein gemeinsamer Pfarrverband gegründet werden. Dazu übergab der Traunsteiner Dekan Georg Lindl im Rahmen der Messe dem neuen Pfarrer die offizielle Urkunde. In zahlreichen Begrüßungsreden in der anschließenden Feier im Festsaal wurde überdeutlich, mit welcher Freude und Herzlichkeit die Gläubigen aller vier Orte ihrem neuen Pfarrer gegenübertreten. Annemarie Speicher, Sprecherin der örtlichen Frauengemeinschaft brachte dies so auf den Punkt: »Wir sind so froh, dass du da bist, hier bist du dahoam«.

Schon zu Beginn des Festgottesdienstes stellte Dekan Georg Lindl fest, dass der neue Pfarrer »dort angekommen ist, wo er hingehört«. Er nahm damit Bezug auf seine Herkunft aus Rottau, weshalb er die Menschen der Region so gut verstehe. In der Urkunde, die ihm der Dekan überreichte und die von Reinhard Kardinal Marx unterzeichnet war, wurde Straßer offiziell damit beauftragt, einen Pfarrverband aus den vier Gemeinden aufzubauen.

Dies bedeutet für die vier Gebirgsorte eine gravierende Änderung ihrer jahrhundertealten Kirchentradition. Bis 2015 sollen Strukturen für diesen Pfarrverband geschaffen werden, den Martin Straßer federführend leiten wird, den aber auch die beiden Diakone Erik Oberhorner und Klaus Mühlberger, die Ruhestandspriester Josef Kreuzpointner und Paul Voggenauer, sowie der aus Indien stammende Pater Jim John Vadakkumparambil OCarm aufbauen sollen.

In seiner Ansprache beschrieb der neue Pfarrer kurz seinen Werdegang, der von seinem ersten Beruf des Schreiners, bis zur Diakonweihe 1995 und Priesterweihe ein Jahr später reichte. Erst vor wenigen Tagen konnte er seinen 50. Geburtstag feiern.

Über 50 Ministranten, 13 Priester und Diakone

Weit über 500 Gläubige aus den vier Gemeinden waren in die übervolle Pfarrkirche gekommen, darunter viele Fahnenabordnungen der einzelnen Ortsvereine. 13 Priester und Diakone gestalteten den Gottesdienst zusammen mit über 50 Ministranten, gleich vier musikalische Gruppierungen – jeweils eine aus jeder der vier Ortschaften – verliehen dem Gottesdienst einen würdigen, stimmungsvollen Rahmen. Mit dabei waren der Reit im Winkler Männergesangverein, die Wössener Waisenbläser, die Alphornbläser aus Schleching und aus Oberwössen die Walchschmid Sänger.

In einem langen Festzug, angeführt von der Musikkapelle, wurde Martin Straßer, der bereits zum 1. Dezember seine neue Stelle angetreten hatte, nach dem Gottesdienst zum Festsaal geleitet. Die Gelegenheit des Stehempfangs nutzten dort Vertreter von kirchlichen wie gemeindlichen Einrichtungen der vier Orte.

Während sich der Schlechinger Bürgermeister Josef Loferer darüber freute, dass Martin Straßer »einer von uns ist, der uns versteht, weil er unsere Sprache spricht«, warnte der Unterwössener Bürgermeister Hans Haslreiter auch vor den kommenden Aufgaben, welche die Bildung eines solchen Pfarrverbandes mit sich brächten. Die Menschen aller vier Orte müssten deshalb zusammenarbeiten. Ein Appell, der von verschiedenen Rednern immer wieder unterstrichen wurde.

Der Reit im Winkler Bürgermeister Josef Heigenhauser ergänzte: »Wir haben bereits gespürt, dass Ihnen Ihre Aufgabe nicht Beruf, sondern Berufung ist, dass Sie uns Wegweiser sein wollen.«

Eine »Wegzehrung« für die Fahrten

Damit die Fahrten zwischen den einzelnen Gemeinden nicht zu anstrengend würden, übergab der Vorsitzende des Reit im Winkler Pfarrgemeinderates, Walter Petersen im Namen seiner Amtskollegen dem neuen Pfarrer augenzwinkernd einen Korb mit diversen Lebensmitteln, »als Wegzehrung auf Fahrten zwischen den Ortschaften gewissermaßen.« ost