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50 Jahre begeisterter Blasmusikant

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Ehrungen gab es bei der Musikkapelle Inzell. Unser Bild zeigt Stefan Schnee (von links) und Florian Waschinger, die beide die bronzene Ehrennadel des Musikbunds für Ober- und Niederbayern erhielten, sowie Engelbert Plenk und Sepp Rieder, die mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurden, und Bürgermeister Hans Egger. (Foto: Werner Bauregger)

Inzell – Den Rahmen des Muttertagskonzerts der Musikkapelle Inzell nutzen Bürgermeister Hans Egger und die Vorstandschaft dazu, verdiente, langjährige aktive Musikanten zu ehren. Sage und schreibe 50 Jahre lang ist nun schon Sepp Rieder, wohnhaft in Weißbach, als Klarinettist bei der Kapelle. Für dieses Jubiläum überreichte ihm Egger die goldene Ehrennadel des Musikbunds für Ober- und Niederbayern (MON) und eine Ehrenurkunde, unterzeichnet vom MON-Präsidenten Dr. Marcel Huber.


Die gleiche Auszeichnung ging an Engelbert Plenk, der mit Flügelhorn und Trompete seit 40 Jahren aktiv in der Inzeller Kapelle musiziert. Die bronzene Ehrennadel mit Urkunde wurde an diesem Abend 1. Vorstand und Tubist Florian Waschinger und seinem Stellvertreter und Klarinettisten Stefan Schnee verliehen, die beide 15 Jahre lang aktiv Musizieren. Die Vorstandschaft der Kapelle gratulierte Plenk und Rieder zusätzlich mit einer Flasche Wein und einem Gutschein.

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Bürgermeister Egger würdigte alle Geehrten, insbesondere aber die beiden Musiker, die schon sehr lange aktiv sind, für ihre enorme Leistung. Diese sei nicht hoch genug einzuschätzen, da nicht nur fast wöchentlich Proben anstehen, sondern das ganze Jahr über viele Termine für die Gemeinde und den Tourismus, Feste im Laufe des Kirchenjahres, Beerdigungen, Hochzeiten, Festlichkeiten und Feste in Inzell oder in der Umgebung musikalisch begleitet werden müssen.

Eine Musik, die alle Altersschichten begeistert

Im Namen der Gemeinde Inzell spreche er den Geehrten aus diesem Grund ein ehrliches, herzliches Dankeschön aus. Es sei auch wunderbar, dass dies auch im fortgeschrittenen Alter und in einem einzigartigen kameradschaftlichen Miteinander von Jung und Alt noch möglich sei. Heraus komme »a schene Musi«, die alle Altersschichten begeistern könne und auch den Musikanten selber sehr viel Freude bereite.

Enttäuscht und verärgert zeigte sich der Bürgermeister hingegen vom MON, der nicht zum ersten Mal mit Abwesenheit glänzte. Keiner der Verantwortlichen habe es für notwendig gehalten, angesichts solch hoher Auszeichnungen diese persönlich an die verdienten Musikanten zu überreichen. Ein solches Verhalten wertete Egger als unmögliches und trauriges Armutszeichen. Diese Ignoranz sei so nicht hinnehmbar.

Von Ansager Heine Albrecht gefragt, gab Sepp Rieder danach noch kurz einige Details zu seinem Werdegang preis. Demnach lernte er bereits in der Volksschule, Zither zu spielen. Die Wahl, Klarinette zu lernen, hatte auch einen praktischen Hintergrund. Er hatte nämlich beim Aufstieg zu einer Bergmesse am Gamsknogel gesehen, dass sich die Bassisten, Tenorhornisten und alle, die größere Instrumente spielten, ganz schön abschleppen mussten. Rieder amüsant weiter: »Do hob i ma denkt, do muasd da hoid guad übalegn‘n, wos für a Instrument das‘d lernst!« Da es zuhause auf dem Holzbuamhof bereits eine Klarinette gab, fiel die Entscheidung noch einmal einfacher. So lernte er zusammen mit seinem Nachbarn und jahrzehntelangen Klarinettenpartner Sepp Holzner beim Ruhpoldinger Musikmeister Nistler dieses Instrument – und das mit Erfolg! Über das Konzert berichten wir noch gesondert. wb