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4935 Besucher in der Burg Stein an der Traun

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Im Hochschloss an der Steiner Burg soll die Treppe zum zweiten Obergeschoß wieder hergestellt werden. (Foto: Mix)

Traunreut. Die Burgführer des Vereins der Freunde der Burg Stein führten im vergangenen Jahr 4935 Besucher durch die Steiner Höhlenburg, darunter 2296 Kinder. Beim Klausentag im Oktober besichtigten über 200 Interessierte die Behausung des früheren Klausners. Heuer soll die Wiederherstellung der Treppe in das zweite Obergeschoß des Hochschlosses erfolgen. Die Planungen sind eingereicht und die Förderanträge laufen. Wann mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, ist jedoch unklar.


Der Verein der Freunde der Burg Stein hat aktuell 397 Mitglieder. Wie aus dem Bericht des Vorsitzenden Michael Elsen bei der Jahreshauptversammlung hervorging, wurden 2013 deutlich weniger Gäste als in den Vorjahren durch die Burg geführt, da sie wegen der Felssicherungsarbeiten für einige Wochen nicht zugänglich war. Die weitere Restaurierung des Hochschlosses, besonders die Wiederherstellung der Treppe zum zweiten Stock im ursprünglichen Zustand, beschäftigt den Verein und seinen Vorsitzenden nach wie vor stark.

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Der Zugang zu dem obersten Stockwerk soll mit einer ziegelgemauerten Treppe wieder hergestellt werden, um die dortigen Räume nutzen zu können. Allein die Planungskosten dafür belaufen sich auf rund 17 000 Euro. Zuschussanträge wurden gestellt an die Stadt Traunreut, den Landkreis, den Bezirk und das Amt für Denkmalpflege. Elsen zählte in seinem Bericht die Schwierigkeiten, die bisher notwendigen Änderungen in der Planung und den vielen Papierkram auf. »Hoffentlich können wir überhaupt noch heuer mit den Arbeiten beginnen«, so sein Fazit, denn Baubeginn könne erst sein, wenn von allen Seiten Einverständnis mit den Plänen herrschen und die Zuschüsse bewilligt sind.

Erfreulich für den Verein ist nach Worten des Vorsitzenden, dass nun zusammen mit dem Georgiverein ein Raum für Requisiten im Pfarrheim in St. Georgen zur Verfügung steht. Beim Ritterfest in der Burg letztes Jahr an Pfingsten präsentierte sich der Verein erfolgreich und auch der im Herbst erschienene Burgbrief über alte Häuser in Stein kam sehr gut an. Auch heuer soll wieder ein Burgbrief erscheinen. Das vereinsinterne Burgfest ist am 26. Juli geplant, die Klause öffnet am Kirchweihsonntag, 19. Oktober und die Herbstversammlung findet am 14. November statt. Laut Kassenbericht von Robert Blobner musste der Verein im letzten Jahr ein Minus von 1300 Euro hinnehmen, das aus den Rücklagen ausgeglichen werden konnte.

Elsen betonte im Vorfeld der Neuwahlen, dass dies seine letzte Kandidatur sei. Nach über 20 Jahren als zweiter und inzwischen zwölf Jahren als erster Vorsitzender sei es an der Zeit, das Amt bei der nächsten Wahl in drei Jahren in andere Hände zu übergeben. »Neue Ideen sind notwendig und der Verein braucht junge Leute.« Neben Elsen als Vorsitzendem wurden auch Erich Wernhöfer als zweiter Vorsitzender, Kassier Robert Blobner und Schriftführer Hans J. Schubert wieder gewählt. Kassenprüfer sind Hans Huber und Hans Schupfner. Zu Beisitzern gewählt wurden Alexander Blobner, Johannes Danner, Richard Fenzl, Josef Fürmeier, Edith Huber, Helmut Mörtl, Wolfgang Neuhauser, Paul Obermeier, Andreas Rieger, Gabriele Schneider, Georg Stadler, Erwin Wudke und Reimund Wudke. Der frühere Traunreuter Stadtarchivar Mario Puhane bleibt Mitglied, lässt sein Mandat als Beisitzer jedoch ruhen.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung berichtete Matthias Haupt, Leiter des Stadtarchivs von Wasserburg, über die moderne Archivierung von Unterlagen anhand des Beispiels der Stadt Wasserburg. Bis zum Jahr 2000 gab es hier keine hauptamtliche Betreuung des Archives. Seit er das Archiv leitet, wurde ein Neubau errichtet, in dem nun alle Archivalien gereinigt und sortiert untergebracht sind, die davor im historischen Rathaus lagerten. Haupt ist es wichtig, dass das Archiv den Menschen zugänglich ist, denn er will die Vergangenheit erfahrbar machen und nicht nur verwalten.

Archiv steht jedermann zur Verfügung

»Wir sind für die Bürger da, die im Archiv forschen wollen. Das Archivgut ist kulturelles Erbe, das jedermann zur Verfügung stehen sollte«, lautet seine Devise. Etwa 1200 Nutzer pro Jahr holten sich Informationen im Archiv, es gebe immer wieder Ausstellungen, Aktionen mit den Schulen und eine sehr informative, lebendige Internetseite des Archivs.

Wie schon in der Vergangenheit wies Elsen erneut darauf hin, dass er sich eine Verbindung von Bücherei, Archiv und eventuell sogar Museum in Traunreut in einem gemeinsamen Bau vorstellen könnte. »Wasserburg zeigt, wie lebendig ein Archiv sein kann, so etwas würde ich mir für die fernere Zukunft auch für Traunreut wünschen«, betonte Elsen. mix