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4405 Einsätze für die Feuerwehren im Kreis Traunstein

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Mehr als jeder zweite der insgesamt 4405 Einsätze, zu denen die Feuerwehren im Landkreis Traunstein im vergangenen Jahr ausrückten, war eine technische Hilfeleistung, wie die Menschenrettung bei Verkehrsunfällen, wenn verletzte Personen im Fahrzeug eingeklemmt waren und befreit werden mussten. (Foto: Volk)

Traunstein – Die 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein bewältigten im vergangenen Jahr 4405 Einsätze – 804 Einsätze mehr als im Jahr zuvor. Die 4503 Feuerwehrler im Landkreis Traunstein leisteten dabei 75 207 (72 304) Stunden ehrenamtlichen Dienst. Kreisbrandrat Christof Grundner stellte die Einsatzbilanz bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein vor, die zugleich Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter der Feuerwehren im Landkreis Traunstein ist.


Der größte Teil der Alarmierungen waren demnach technische Hilfeleistungen. 2269 Alarmierungen betrafen Verkehrsunfälle und Einsätze zum Schutz der Umwelt, etwa zum Beseitigen von Ölspuren auf Fahrbahnen. Vor allem Unwetter-Einsätze waren der Grund für eine deutliche Steigerung der technischen Hilfeleistungen. Allein in der Nacht zum 19. August, als ein kurzes, aber heftiges Sturmtief über den Landkreis zog, hatten die Wehren mehrere Hundert Einsätze zu bewältigen. Schwerpunkt war das Achental, wo der »Chiemsee Summer« abgebrochen und das Festivalgelände evakuiert werden musste.

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752 Brände, darunter acht Großbrände

752-mal rückten die Feuerwehrler zu Bränden aus, darunter acht Großbrände, wie der einer Maschinenhalle in Baumham bei Palling am 3. April. Trotz des Einsatzes von sieben Wehren mit über 120 Mann wurde die landwirtschaftliche Halle damals komplett zerstört. Nur 17 Prozent aller Einsätze waren Brände – die klassische Aufgabe der Feuerwehren. Die Ersthelfer-Einheiten (First-Responder), vorrangig in Waging und Grabenstätt, leisteten bei 262 Einsätzen Hilfe bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt. 319 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen wurden erbracht. Als sonstige Tätigkeiten wurden 803 Einsätze verzeichnet, zum Beispiel für Sicherungs-, Absperr- und Ordnungsaufgaben bei Festumzügen oder Prozessionen. Neben den 4405 Einsätzen gab es auch 319 Fehlalarme.

Kreisbrandrat Grundner sagte, an jedem Tag des Jahres gab es rechnerisch zwölf Einsätze – alle zwei Stunden rückte im Landkreis eine Feuerwehr aus. »Das alles ehrenamtlich, freiwillig und für ein Dankeschön«, betonte er. Mit 4503 Aktiven – 4101 Männern und 402 Frauen – sowie 977 Buben und Mädchen in den Jugendfeuerwehren sind die Feuerwehren die größte ehrenamtliche Hilfsorganisation im Landkreis.

Landrat Siegfried Walch betonte, dass Heimat, Freiheit und Lebensqualität vor allem Sicherheit bräuchten, ebenso Menschen, die diese gewährleisten. Die Feuerwehren trügen neben Polizei und weiteren Hilfs- und Rettungsdiensten in hohem Maße zur Sicherheit der Bürger bei. »Wir dürfen besonders stolz auf das Ehrenamt und die Feuerwehren sein – die Feuerwehren sind das Rückgrat im Hilfeleistungssystem.« Besondere Anerkennung verdienten jedoch die Führungskräfte wie Kommandanten, die Verantwortung übernehmen, sich vorne hinstellen und Entscheidungen treffen. »Was Feuerwehren und Rettungsdienste betrifft, ist der Landkreis professionell aufgestellt«, freute sich Walch.

»Feuerwehr besteht nicht nur aus aktivem Dienst und moderner Technik – sondern vor allem aus Ausbildung«, machte Grundner deutlich. Aus- und Fortbildung seien der Grundstock der Feuerwehren. Mit mehreren tausend Lehrgangsteilnehmern sei der Kreisfeuerwehrverband einer der großen Bildungsträger. Im letzten Jahr nahmen 4543 Feuerwehrangehörige an Aus- und Weiterbildungskursen sowie Leistungsprüfungen teil. Gerade in die Ausbildung wurde im letzten Jahr besonders investiert. Die Übungs- und -ausbildungsstrecken für Atemschutzträger in Traunstein und Trostberg wurden von Grund auf modernisiert. Grundner würdigte Landrat Walch und den Landkreis für die finanzielle Förderung der Ausbildungsstätten.

Thomas Göls, Fach-Kreisbrandmeister für die Jugend, informierte über Neuigkeiten. So erhält der Kreisfeuerwehrjugendtag am 22. September in Kienberg ein völlig neues Konzept. Dieses wurde mit Jugendlichen und Jugendwarten erarbeitet. Neu ist auch ein Jugendinformations- und -anwerbetag am 21. Juli, bei dem landkreisweit die Feuerwehrgerätehäuser geöffnet werden und junge Leute Feuerwehrluft schnuppern können. Die Jugendarbeit sei ein sehr wichtiger Bestandteil der ehrenamtlichen Arbeit und die Zukunft der Wehren, betonte Göls. »Wir müssen dranbleiben, junge Menschen für den Feuerwehrdienst zu begeistern, sonst bekommen wir Probleme, zum Beispiel bei der Tagesmannschaftsstärke.«

Wieviel Gutes in Sachen Jugendarbeit im letzten Jahr geschehen ist, machte Göls mit dem Rückblick auf den hervorragend organisierten Kreisjugendfeuerwehrtag in Siegsdorf, den Wissenstest der Jugendfeuerwehren mit über 500 Teilnehmern und die Verteilung des Friedenslichts aus Bethlehem deutlich, das sich die Jugendfeuerwehren zur Aufgabe gemacht haben. pv