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430 Traunreuter eroberten »das Herz Altbayerns«

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Vom Straubinger Bahnhof aus ging´s gemeinsam zum Hof des alten Herzogschlosses. Die Traunreuter Stadtkapelle führte den Zug an – und zog die Blicke auf sich. (Foto: Mix)

Traunreut. 430 Traunreuter sind im Sonderzug auf Reisen gegangen. Ihr Ziel: Straubing. Die meisten von ihnen zog es nicht nur in die historische Altstadt, sondern auch auf das Gäubodenfest, das zweitgrößte Volksfest Bayerns.


Eigentlich hätten noch mehr Traunreuter mit auf Reisen gehen können, denn die Sonderzugfahrt war nicht ausgebucht. Vier Doppelstockwagen reichten für die Beförderung der 430 Teilnehmer aus. Bürgermeister Franz Parzinger zeigte sich dennoch vollauf zufrieden: »Über 400 Teilnehmer, das ist doch enorm«, sagte er.

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Nach Ankunft in Straubing wurden die Gäste aus Traunreut vom Bahnhof zum Hof des alten Herzogschlosses geführt. Polizeiwagen sorgten für freies Geleit durch die Straßen, die Stadtkapelle Traunreut führte den langen Zug an und zahlreiche Straubinger am Straßenrand beobachteten neugierig, was denn hier vor sich geht. Die offizielle Begrüßung im Namen der Stadt Straubing übernahm am Schlosshof Werner Schäfer, der bereits beim Einführungsvortrag im Traunreuter Heimathaus seine Stadt vorgestellt hatte.

»In Landshut wird regiert, in Straubing wird gefeiert«

Er gab auch gleich das Motto aus, indem er zitierte: »In Landshut wird regiert, in Passau wird gebetet, in Straubing wird gefeiert.« Schäfer hatte im Vorfeld der Reise in enger Zusammenarbeit mit den Traunreuter Organisatoren dafür gesorgt, dass alles reibungslos abläuft. Er entschuldigte Oberbürgermeister Markus Pannermayr, der gerade das Gäubodenvolksfest eröffnete, als der Sonderzug aus Traunreut eintraf.

Das Gäubodenfest war mit Sicherheit auch für viele Fahrtteilnehmer ein Grund, warum sie dabei waren. Eine Gruppe junger Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut nutzte den Nachmittag, um ausgiebig auf dem Volksfest zu feiern und die angegliederte Ostbayernschau, eine riesige Gewerbeschau, zu besichtigen. Ein paar St. Georgener suchten sich das Festzelt aus, in dem die »Straubinger Volksfestmusik« spielte, eine Kapelle, das nach Meinung der Zuhörer »die beste Bierzeltmusi aller Zeiten« machte.

Die meisten Zugreisenden machten jedoch nach der Ankunft in Straubing erst einmal bei der Stadtführung mit, die die sieben Stationen auf »Straubings Goldenem Weg« beinhaltete. Karmelitenkirche, Ursulinenkirche, das Gäubodenmuseum mit dem bekannten römischen Schatz, der Stadtturm, die Dreifaltigkeitssäule und das ehemalige Herzogschloss, das heute das Finanzamt der Stadt beherbergt, waren Stationen der Führungen. Lediglich die Kirche St. Jakob und St. Tiburius konnte man nur von außen sehen, da sie derzeit aufgrund von Restaurierungsarbeiten geschlossen ist.

Zum ersten Mal bei der Sonderzugfahrt dabei waren Sepp Daxenberger und seine Frau Regina aus St. Georgen. Seine Söhne hatten ihm die Fahrt zum Geburtstag geschenkt, weil er schon immer mal das Gäubodenfest besuchen wollte. »Es war wirklich eine rundum gelungene, sehr schöne Fahrt«, freute sich der Beschenkte. Ebenfalls zum ersten Mal bei der Stadtreise dabei war Gerhard Andersch, der sich allein zur Fahrt anmeldete und mit niemand verabredete. Dennoch traf er ganz viele Bekannte und genoss die Zugfahrt und die Geselligkeit sehr. Für Christine Wurm aus Traunreut war es neben anderen Eindrücken einfach nur schön, »bei einem Eiskaffee am Stadtplatz zu sitzen und die Leute zu beobachten«.

Unter den Fahrtteilnehmern waren auch die Gewinner von Freitickets, darunter eine Gruppe Frauen aus Altenmarkt. Eine von ihnen, Silvia Kliemann, kennt Straubing bestens, da sie selber aus der Stadt stammt und regelmäßig dort hinkommt. Sie konnte ihren Mitreisenden zu den Erläuterungen des Stadtführers noch viele Details erzählen.

Mehr auf die Kultur beschränkten sich Gerhard und Regina Maier aus Haßmoning. Sie machten neben der Stadtführung auch noch die historische Führung zum Friedhof von St. Peter mit, die sie sehr beeindruckte. Gerhard Maier freute sich auch, dass er eine niederbayerische Spezialität probieren konnte, ein Ochsenschwanzragout, das er zuvor noch nie gegessen hatte.

»Straubing hat mir bisher am besten gefallen«

Bereits zum fünften Mal waren fünf unternehmungslustige Frauen aus Traunreut bei der Zugreise dabei. »Straubing hat mir bisher von allen Städten am besten gefallen«, meinte eine von ihnen. Jedes Mal mit dabei ist auch eine Gruppe des AWO-Ortsvereines. Die AWO-Mitglieder machten sich einen gemütlichen Tag, bummelten durch die Stadt, deren Blumenschmuck ihnen besonders positiv auffiel, und lobten die gute Organisation der Zugreise.

Fröhliche Menschen und zufriedene Gesichter sah man bei der Rückfahrt von Straubing im ganzen Zug. Im Bistrowagen ging es besonders bei der Rückfahrt heiß her. Dort wurde zu Disco-Musik getanzt, es wurde viel erzählt vom Tag und gelacht. Die Stimmung war bestens und so mancher war fast ein wenig enttäuscht, als der Heimatbahnhof erreicht war.

2015 soll die nächste Sonderzugfahrt »Traunreut geht auf Reisen« stattfinden. Wohin es gehen wird, steht noch nicht fest. mix