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42 Kameradschaften kamen zur Gauversammlung

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Fast 67 000 Euro aus dem Landkreis Traunstein für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Unser Foto zeigt die Scheckübergabe mit (von rechts) Hannes Burghartswieser, Brigadegeneral Matz, Bereichsgeschäftsführer Jörg Raab, Gauvorstand Michael Bernauer, Oberstleutnant a. D. Erwin Wudtke und Hauptfeldwebel der Reserve Martin Schwarz.

Ruhpolding. Die Gauversammlung der Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigau in Ruhpolding im Hotel zur Post richtete die Krieger- und Soldatenkameradschaft Ruhpolding aus. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Trachtenkapelle »D' Rauschberger-Zell« mit Dirigent Stefan Huber.


Nach dem Protokollbericht von Schriftführer Michael Koch und dem Kassenbericht von Georg Steiner resümierten der Gauvorsitzende Michael Bernauer und sein Stellvertreter Anton Linner das abgelaufene Vereinsjahr. Neben den beiden Gauvorstandsitzungen nannten sie die Gauwallfahrt nach Maria Eck, die Wallfahrt zur Kampenwand, das 140. Gründungsfest in Engelsberg sowie der Vereine in Laufen und Leobendorf als besondere Höhepunkte. Unter den 44 wahrgenommenen Terminen waren auch das 125. Jubiläum in Rottau, die vielen Teilnahmen am Volkstrauertag und die Informationsveranstaltung der Gebirgsjägerbrigade 23 zum Thema Afghanistan in Bad Reichenhall.

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Viel Aufmerksamkeit erregten die Ausführungen des Kommandeurs der Gebirgsjägerbrigade 23 »Bayern«, Brigadegeneral Michael Matz, zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr, an der auch die Reichenhaller Brigade maßgeblich beteiligt war. Die über zehnjährige Geschichte der Bundeswehr am Hindukusch habe mit dem Tod der Fotojournalistin Anja Niedringhaus eine neue Dimension erfahren. Zu den Aufgaben der dort stationierten Truppen gehören die Schaffung eines sicheren Umfeldes und die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Letztere hätten am 18. Juni 2013 bereits für Afghanistan die Verantwortung übernommen. Die Frage nach Fortschritten beantwortete er mit: »Ich sage ja«. Der Hunger nach Bildung sei sehr groß und die schulische Ausbildung auch von Mädchen habe Fuß gefasst. Was allerdings angesichts der fehlenden Arbeitsplätze nach der Schule werde, könne auch er nur mit Sorge betrachten.

Neben Bildungseinrichtungen seinen auch für die Landwirtschaft Bewässerungsanlagen entstanden und eine direkte Fluglinie von Masa e Sharif nach Hamburg eingerichtet worden. Die Hauptbedrohung liege aber immer noch bei den Sprengfallen. Er sei froh, dass der Bundeswehr jetzt eine gute Ausrüstung zur Verfügung stehe. »Diese hat sich in den letzten zehn Jahren signifikant verbessert«. Wenn am 31. Dezember dieses Jahres der ISAF-Einsatz endet, blieben aber noch viele Fragen offen. Ein möglicher Folgeauftrag zur Ausbildung der Sicherheitskräfte stehe im Raum. Sein Resümee lautete, dass es mit der Wirtschaft aufwärtsgehe. Er sah aber die Kräfte, die gegen die Regierung arbeiten, durchaus kritisch. Ob sich der Einsatz für jährlich 430 Millionen Euro gelohnt habe, könne er noch nicht beantworten, betonte Matz. »Die Zukunft wird es zeigen.«

Der Bezirksgeschäftsführer Oberbayern des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Jörg Raab, erinnerte, dass rund 800 000 Gefallene aus Grablagen geborgen wurden. 832 Kriegsgräberstätten beider Weltkriege würden zur Mahnung aufrufen. In seinem Rückblick auf den Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren begonnen hatte, sagte Raab, dass damals 65 Millionen Männer und Frauen dem Ruf in ganz unterschiedlichen Verwendungen gefolgt seien. Verdun stehe bis heute für die Grauen des Krieges. »Die Vergangenheit ist niemals tot«, rief er den Zuhörern zu.

Der Volksbund finanziere sich zu 22 Prozent aus Geldern der öffentlichen Hand, der Rest müsse aus Spenden aufgebracht werden. Über 736 000 Euro seien in Oberbayern zusammengekommen, mit 66 996,78 Euro liege der Landkreis Traunstein beim Sammelergebnis an zweiter Stelle. Dieser Scheck wurde schließlich symbolisch von Brigadegeneral Matz, Gauvorstand Michael Bernauer, dem Vorsitzenden der KSK Ruhpolding, Hannes Burghartswieser, dem Beauftragten der Bundeswehr für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Landkreis Traunstein, Oberstleutnant a. D. Erwin Wudtke, und dem Stellvertretenden Kreisvorsitzenden des Volksbundes, Hauptfeldwebel Martin Schwarz, an den Bezirksgeschäftsführer übergeben.

Anschließend wurden noch Michael Bernauer und Anton Linner für ihre Verdienste um den Volksbund mit der Ehrennadel des Volksbundes ausgezeichnet. Zum Abschluss der Gauversammlung informierte Festleiter Anderl Hofmann noch über das 200-jährige Bestehen der örtlichen Krieger- und Soldatenkameradschaft, das am 24. Mai stattfindet. Hab