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40 Kleinkinder haben in der neuen Kinderkrippe Platz

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Pfarrer Georg Lindl (links) und Pfarrer Sebastian Stahl (Mitte) übergaben zusammen mit Oberbürgermeister Manfred Kösterke ein Kreuz und eine Kinderbibel für die neue Kinderkrippe an Theresa Hain (links) und Birgit Humm. (Foto: Buthke)

Traunstein. Mit der kirchlichen Segnung wurde die neue Kinderkrippe am städtischen Kindergarten nun durch die katholischen und evangelischen Stadtpfarrer Georg Lindl und Sebastian Stahl offiziell eingeweiht. Wie Oberbürgermeister Manfred Kösterke in seiner Festrede ausführte, können in der Stadt Traunstein rechtzeitig zum neuen Betreuungsjahr 145 Krippenplätze für Ein- bis Dreijährige angeboten werden. Es ist die erste Kinderkrippe im Betrieb und Eigentum der Stadt.


Neubau wurde in zwölf Monaten realisiert

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»Innerhalb von nur zwölf Monaten ist es gelungen, den Neubau zu realisieren. Ein wirklich olympisches Bauprojekt«, lobte Kösterke die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, den Architekten, den Fachplanern und den ausführenden Firmen. In dem dreigeschossigen, barrierefreien Gebäude finden sich wegen der städtebaulichen Situation auf nur etwas über 300 Quadratmeter Grundfläche moderne Aufenthalts-, Ruhe- und Sanitärräume für 40 Kleinkinder. Ein Zwischenbau, in dem die Küche mit Essbereich untergebracht ist, verbindet den Neubau mit dem bestehenden Kindergartengebäude.

Die Kinderkrippe wurde im energieeffizienten Passivhausstandard errichtet. Durch eine gute Dämmung, eine spezielle Verglasung und eine besondere Lüftungsanlage kommt sie ohne ein herkömmliches Heizungssystem aus. »Im Vergleich zu einem Neubau in Niedrigenergiebauweise benötigt ein Passivhaus nur ein Fünftel der Energie«, schilderte der Oberbürgermeister die Vorteile. Die Mehrinvestitionen für das Passivhaus lägen bei rund fünf Prozent der Baukosten, die sich innerhalb der ersten zehn Jahre rechneten. Die Gesamtkosten bezifferte er auf 2,67 Millionen Euro, die vom Freistaat Bayern mit rund einer Million Euro gefördert werden. Eine Investition in die Zukunft, freute sich Kösterke.

»Als familien- und kinderfreundliche Stadt liegt es uns besonders am Herzen, für unsere jüngsten Bürgerinnen und Bürger adäquate Betreuungsmöglichkeiten in ausreichender Zahl und guter Qualität anbieten zu können«, betonte das Stadtoberhaupt. Bisher standen 105 Krippenplätze für unter Dreijährige in Traunstein zur Verfügung. Damit nahm die Stadt schon eine Spitzenposition im Landkreis ein und erfüllte bereits die Durchschnittsvorgabe der Bundespolitik. »Dennoch läuft der bedarfsorientierte Ausbau der Plätze für die Betreuung von Kleinkindern in Traunstein weiterhin auf Hochtouren«, machte der Oberbürgermeister deutlich.

An der Vonfichtstraße baut die Stadt eine weitere Kinderkrippe für bis zu 52 Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren, deren Fertigstellung Ende des Jahres geplant ist. Die Zahl der Betreuungsplätze wird dann auf über 170 ansteigen. Damit wird das Betreuungsangebot im Fünf-Jahres-Vergleich nahezu verdreifacht.

Die Stadt habe damit rechtzeitig auf die gesetzliche Neuerung reagiert, wonach ab dem 1. September für jedes Kind ab einem Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz besteht, betonte Kösterke. Mit dem Bau und Betrieb städtischer Betreuungseinrichtungen sowie der Bezuschussung von freigemeinnützigen Trägern unterstreiche die Stadt völlig unabhängig von gesetzlichen Vorgaben ihren Anspruch, sich besonders für die Belange der Kinder und Familien einzusetzen. Mit der Übergabe des Stadtwappens an Theresa Hain und Birgit Humm übertrug Kösterke die Schlüsselgewalt an die künftigen Nutzer.

Man sei ganz gut durchs Ziel gekommen, stellte Architekt Gernot Vallentin aus Dorfen fest. Es sei einfach toll, wie es alle zusammen geschafft hätten. »Verschiedene Dinge müssen zusammenpassen, damit eine Sache gut wird«, sagte er und zählte die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Planungsbüros und der Baufirmen auf. Beim Bau selbst seien drei Dinge zusammengekommen: der harte Winter, die starke Konjunktur mit vielen Baustellen (»Die Firmen mussten sich zerreißen«) und der große Zeitdruck, unter dem alle standen.

Dreigeschossiges Gebäude ist »ein Hingucker«

»Das Gebäude spricht für sich und es wurde sauber gemacht«, meinte Vallentin. Alle hätten sich bemüht, auch mit den Kosten sorgfältig umzugehen. »Alle haben versucht, den Rahmen auch unter den Bedingungen, unter denen sie standen, weitgehend im Auge zu behalten.« Ein Passivhaus habe hohe technische Standards, aber alles sei reibungslos über die Bühne gegangen, so der Architekt weiter.

Zur Diskussion, ob es ein dreigeschossiges Gebäude sein müsse, sagte er, dass es gerade wegen seiner besonderen Form ein »Hingucker« sei, ohne aufdringlich zu sein. »Das Gebäude ist ein Teil des Stadtgebildes«, unterstrich Vallentin. Seine Frau Rena übergab dem Oberbürgermeister eine Plakette, die den Besuchern künftig den Hinweis geben wird, dass es sich bei der Kinderkrippe um ein Passivhaus handelt. Bjr