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40 Jahre Umweltbildung und Forschung

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Blick auf das ehemalige Kapuzinerkloster mit Klostergarten, wo heute die Tagungen der ANL stattfinden. (Foto: ANL)

Laufen – Moore, Schmetterlinge, artenreiche Almwiesen oder Malen mit Erdfarben: In vielen Projekten und Themenbereichen engagiert sich seit 40 Jahren die »Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege« (ANL) in Laufen. Sie wurde am 1. Juli 1976 als erste Naturschutzakademie in Deutschland gegründet. Mit einer Reihe von Veranstaltungen, wie dem »Markt der Vielfalt« am Sonntag, 26. Juni, im Klostergarten des Kapuzinerhofs und dem Open-Air »Naturschutz rockt« am 9. Juli im Stadtpark Laufen, feiert die ANL dieses Jubiläum.


Die staatliche Einrichtung gehört zum Bayerischen Umweltministerium. Der Gründung ging ein Landtags-Beschluss voraus. Sitz der anfangs mit nur drei Mitarbeitern ausgestatteten Fachstelle war zunächst das ehemalige Landratsamt, das heutige Amtsgericht. Ihre Aufgaben, am Anfang nur Umweltbildung und Publikation, wurden 1982 um den Bereich »Anwendungsorientierte ökologische Forschung« erweitert, also Naturschutzforschung und Umsetzung der Forschung in Lehre und Praxis. Zum 1. Januar 1977 wurde Dr. Wolfgang Zielonkowski zum ersten Direktor ernannt.

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1978 zog die ANL in das ehemalige Gesundheitsamt an der Poststraße um. Vier Jahre später wurde die ehemalige Sonderschule an der Seethaler Straße in ein Lehr- und Verwaltungsgebäude umgebaut. Franz Josef Strauß war der Einrichtung sehr verbunden: Beim Seminar »Naturschutz und Gesellschaft« in Benediktbeuern 1983 hielt der damalige Bayerische Ministerpräsident das Hauptreferat. Ein Höhepunkt waren auch die »Bayerischen Naturschutztage« vom 22. bis 24. Oktober 1984 in Laufen.

Bereits 1985 informierten Mitarbeiter der ANL den Umweltausschuss des Landtags über die Problematik mit dem Nährstoff-Eintrag und der Wasserqualität im Abtsee, ein Thema, das die Akademie bis heute beschäftigt. Das zehnjährige Bestehen feierte sie 1986 mit Staatsminister Alfred Dick und Ministerpräsident Alfons Goppel. Die Anzahl der Mitarbeiter war 1987 bereits auf 25 gestiegen. 1990 wurde der Betrieb der Ökologischen Lehr- und Forschungsstation im drei Kilometer entfernten Straß aufgenommen.

1992 übernahm Dr. Christoph Goppel die Leitung der ANL. Diese war 1993 maßgeblich beteiligt bei der Entwicklung einer bundesweiten Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer. Im selben Jahr fand die erste »Abtsee-Konferenz« zur Wasserqualität statt. Nicht nur europaweit, sondern sogar interkontinental erregte die Akademie Aufmerksamkeit, wie beispielsweise 1996 der Besuch des Umweltministers von São Paulo in Brasilien in Laufen zeigte.

Mit einem Festakt und einem Bürgerfest wurde am 26. September 2001 das Bildungszentrum und Gästehaus Kapuzinerhof offiziell eröffnet. Zum Beginn der UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« kam 2005 der herausragende deutsche Moor-Ökologe Prof. Dr. Michael Succow, Träger des alternativen Nobelpreises, als Gastredner nach Laufen.

2006 trafen sich in Laufen 90 Schmetterlings-Experten aus ganz Europa zu einer internationalen Fachtagung. Eine deutsch-japanische Gemeinschaftstagung 2007 richtete den Fokus auf die »Biodiversität in Feuchtgebieten«. 2008 wurde die 100 000. Teilnehmerin einer ANL-Veranstaltung geehrt. Am 1. April 2014 übernahm Dieter Pasch die Amtsgeschäfte als Direktor. Wie groß auch das Interesse der Bevölkerung dank der kontinuierlichen Arbeit inzwischen ist, zeigten 2015 die über 1000 Besucher beim Einweihungsfest für den Moorerlebnisweg im Schönramer Filz.

Drei Standorte in und um Laufen

Heute hat die ANL 31 Beschäftigte in Teil- und Vollzeit, darunter 13 Wissenschaftler und drei Standorte in und um Laufen: Das Verwaltungs- und Schulungsgebäude an der Seethalerstraße ist Sitz der Mitarbeiter und bietet Schulungsräume mit IT-Ausstattung und optischen Geräten sowie ein Umweltbildungslabor. Das Bildungszentrum mit dem angeschlossenen Hotel »Kapuzinerhof« vereint modernen Tagungskomfort mit dem Ambiente des ehemaligen Klosters. In der »Ökostation Straß«, ein wichtiges Exkursionsgebiet für Lehre und Forschung, werden etwa 18 Hektar Grünland aus Naturschutzperspektive gepflegt und die Arbeiten wissenschaftlich begleitet. vm