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3601 Alarme für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein

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350 Mal rückten die Feuerwehren im Landkreis zu Verkehrsunfällen aus, häufig zur Menschenrettung, wenn Personen im Fahrzeug eingeklemmt oder eingeschlossen waren und befreit werden mussten. (Foto: Volk)

Die 81 Feuerwehren im Landkreis Traunstein bewältigten im letzten Jahr 3601 Einsätze. Das sind 646 Einsätze weniger als im Vorjahr (4247) – ein Rückgang von rund 15 Prozent.


Die rund 4442 Feuerwehrmänner und -frauen im Landkreis Traunstein leisteten bei den Einsätzen 72 304 Stunden ehrenamtlichen Dienst. Letztmals stellte der aus dem Amt scheidende Kreisbrandrat Hans Gnadl die Einsatzbilanz bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein vor, die zugleich Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter im Landkreis Traunstein war.

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Der allergrößte Teil der Alarmierungen entfiel auf technische Hilfeleistungen. 1854 Alarmierungen betrafen unter anderem die Menschenrettung bei Verkehrsunfällen, die Beseitigung von Sturm- und Hochwasserschäden, Einsätze zum Schutz der Umwelt oder Türöffnungen, um hilflose Personen zu befreien. 263 Personen wurden von den Floriansjüngern lebend gerettet, 45 Mal konnten Personen nur noch tot geborgen werden. 710 Mal rückten die Floriansjünger im Landkreis Traunstein zum Löschen von Bränden unterschiedlichen Ausmaßes aus. Bei den acht Großbränden im letzten Jahr waren 68 Feuerwehren mit ihren Löschmannschaften gefordert. Die technischen Hilfeleistungen sind mit 51,5 Prozent der Gesamtalarmierungen die Hauptaufgabe der Floriansjünger. Nur 20 Prozent der Einsätze betraf die klassische Aufgabe der Feuerwehren, das Löschen von Bränden.

Die Ersthelfer-Einheiten (First-Responder) der Feuerwehren, vorrangig der Wehren Waging und Grabenstätt, meisterten 342 Einsätze und leisteten qualifizierte Hilfe bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt. 349 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen (Konzerte, Sportveranstaltungen usw.) wurden erbracht. Als »Sonstige Tätigkeiten« wurden 346 Einsätze verbucht, zum Beispiel für Sicherungs-, Absperr- und Ordnungsaufgaben, wie die Absicherung von Festumzügen oder Prozessionen. Von den 3601 Einsätzen waren 316 Fehlalarme, darunter auch einige böswillige Alarme.

Walch: Unverzichtbar für die Sicherheit

Gnadl lobte die Feuerwehren, die alle Einsatzsituationen gemeistert und professionelle Arbeit für Menschen in Not und die Allgemeinheit leisteten. Zudem betonte er, dass der Feuerwehrdienst im Landkreis ausschließlich freiwillig erbracht wird. Dieses ehrenamtliche Engagement der fast 4500 Feuerwehrmänner und -frauen im Landkreis hob Gnadl besonders würdigend hervor. Landrat Siegfried Walch dankte den Feuerwehren für die geleisteten Dienste für das Gemeinwohl. »Die Feuerwehren im Landkreis sind unverzichtbar für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger – wir wissen, was wir an unseren Feuerwehren haben. Sie sind zur Stelle, selbstlos, engagiert und tragen Verantwortung für die Gesellschaft, betonte Walch.

Einschließlich Ausbildung, Übungen, Lehrgängen sowie Vor- und Nachbereitung von Einsätzen haben die Aktiven rund 300 000 Stunden ihrer Freizeit in den Dienst der Feuerwehren und das Wohl der Allgemeinheit gestellt. An den Fachlehrgängen, die der Kreisfeuerwehrverband veranstaltete, nahmen mehr als 500 Aktive teil. 1721 Floriansjünger im Landkreis sind als Atemschutzträger ausgebildet. Davon nahmen im letzten Jahr 1502 an den regelmäßigen Fortbildungen (Belastungstests) teil. In der Rauchdurchzündungsanlage (RDA) in Übersee wurden 88 Teilnehmer geschult; in der Brandsimulationsanlage im Gerätehaus Traunreut fanden 45 Lehrgänge mit 335 Atemschutzträgern statt.

Fast 1000 Nachwuchs-Floriansjünger

Den Jugendfeuerwehren im Landkreis Traunstein gehören 977 Buben und Mädchen an, wie Kreisjugendwart Stephan Hellmuth stolz berichtete. Damit habe Traunstein von allen Feuerwehrkreisverbänden in Oberbayern die meisten jungen Feuerwehranwärter. Zu verdanken sei dies den gut ausgebildeten und motivierten Jugendwarten und deren engagierter Arbeit, was Hellmuth ausdrücklich würdigte. 174 Jugendliche und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor haben 2016 die Prüfung zur Jugendleistungsspange und damit die Grundausbildung für den Anwärter bestanden. 43 Anwärter absolvierten zudem die Jugendflamme, den Leistungstest des Deutschen Feuerwehrverbands. Die erfolgreiche Jugendarbeit der Wehren im Landkreis wurde auch beim Wissenstest deutlich, an dem 541 Buben und Mädchen teilnahmen, so viele wie nie zuvor. Auch der Kreisjugendfeuerwehrtag in Petting mit über 450 jungen Mitwirkenden war ein Erfolg.

Kreisbrandinspektion neu formiert

Der neue Kreisbrandrat Christof Grundner stellte die neu formierte und um einige Fachberater ergänzte Kreisbrandinspektion vor. Die vier Kreisbrandinspektoren (KBI) sind Georg König aus Übersee (Land 2 - südlicher Landkreis) Günter Wambach aus Fridolfing (Land 3 - östlicher Landkreis), Christian Schnebinger aus Obing (Land 4 - nördlicher Landkreis) und Martin Schupfner (Land 5 - Landkreismitte). Neu im Amt als Kreisbrandinspektor ist Martin Schupfner. Er ist Nachfolger von Manfred Unterstein aus Traunreut, der zusammen mit Kreisbrandrat Hans Gnadl in den »Feuerwehr-Ruhestand« ging. Schupfner war bisher 1. Kommandant der Feuerwehr Stein, gab die Tätigkeit als Aktivenchef aber ab.

Erneut als Kreisbrandmeister (KBM) berufen wurden Martin Hochreiter und Josef Egginger (Land 4), Hans Heinrich und Georg Fleischer (Land 3) sowie Josef Walter (Land 5). Neu als KBM berufen wurden Stefan Reichelt aus Chieming (Land 5), Stephan Hellmuth aus Ruhpolding und Thomas Mayr aus Marquartstein (beide Land 2). Die drei neu berufenen Kreisbrandmeister folgen auf die auf eigenen Wunsch oder wegen Erreichen der Altersgrenze ausgeschiedenen Kreisbrandmeister Karl-Heinz Handrick, Josef Steinhauer und Alfred Waschin. Jeder der Kreisbrandmeister ist für etwa zehn Feuerwehren in seinem Bereich zuständig und deren erster Ansprechpartner.

Berufen wurden auch mehrere neue Fach-Kreisbrandmeister (Fach-KBM): Für die Jugendarbeit zuständig und damit Kreisjugendwart ist Thomas Göls aus Grassau. Ihm stehen drei Fachberater als Unterstützung zur Verfügung. Göls tritt in diesem Amt die Nachfolge von Stephan Hellmuth an, der zum Kreisbrandmeister berufen wurde. Stefan Thurner aus Trostberg ist neuer Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, ihm steht als Fachberater Rudi Rosenhuber aus Petting zur Seite. Josef Linner aus Seeon ist wie bisher Fach-Kreisbrandmeister für Ausbildung und Technik und Fach-Kreisbrandmeister Thorsten Lohner aus Grassau bleibt für EDV, Daten und Kommunikation verantwortlich. Er wird auch weiterhin von Maximilian Bogner als Fachberater unterstützt. Ingo Klepke ist Fach-Kreisbrandmeister für Digitalfunk. Noch nicht besetzt sind zwei Stellen, der Fach-Kreisbrandmeister für Gefahrgut sowie für Ausbildung, Taktik und Führung.

Neu geordnet hat Kreisbrandrat Grundner auch die Struktur und Zuständigkeiten der Fachbereiche innerhalb des Kreisfeuerwehrverbands. 13 Fachbereiche gibt es, neu ist die Besetzung des Fachbereichs 4 durch Andreas Horler von der Werkfeuerwehr AlzChem. Er ist für den vorbeugenden Brand-, Gefahren- und Umweltschutz sowie für Werkfeuerwehren zuständig. Der Fachbereich 10 »Frauen« wird von Martina Seehuber von der Feuerwehr Nirnharting geleitet und dem Fachbereich 12 »Musik« steht Alois Reichl vom Fanfarenzug der Feuerwehr Trostberg vor. pv