weather-image
20°

36 neue Gesellen erlernten den »Zukunftsberuf Metallbauer«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Freisprechungsfeier der Metaller: Prüfungsbester ist Michael Forster (Zweiter von links). Obermeister Franz Pfeffer (von links), Prüfungsvorsitzender Fritz Graßl und stellvertretender Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter gratulierten. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Die heimischen Metall-Fachbetriebe in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land freuen sich über beruflichen Nachwuchs.


36 junge Handwerker wurden im Bildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern in Traunstein nach ihrer drei- beziehungsweise dreieinhalbjährigen Lehrzeit freigesprochen. Viele Familienangehörige und Vertreter der Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen begingen mit den angehenden Gesellen den Festtag.

Anzeige

Franz Ertl, der Regionalleiter der Handwerkskammer, lobte diese in seiner Begrüßung: »Ihr habt ganz tolle Arbeit geleistet, ihr seid drangeblieben und habt auch die Durchhänger gemeistert.« Er warb für den Meisterbrief. Jetzt hätten die jungen Metaller mit dem Bestehen der Gesellenprüfung die erste Stufe ihrer Karriereleiter erklommen, der Meisterbrief eröffne neue Perspektiven.

Der Obermeister der Metall-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land, Franz Pfeffer, monierte die rückläufige Zahl an Auszubildenden, die das Metall-Handwerk erlernen. Er sparte nicht mit kritischen Worten und bemängelte eine abnehmende Ausbildungsfähigkeit. Gleichzeitig hätten nahezu alle jungen Handwerker mehr oder weniger eine Übernahmegarantie, seien die Facharbeiter doch gesucht. Es sei aber wichtig, dass das weltweit hochgelobte, duale Ausbildungssystem auf einem hohen Niveau bleibe.

Oberstudiendirektor Wolfgang Kurfer blickte auf die zu Ende gegangene Lehrzeit zurück, die »umfangreich, wertvoll und herausfordernd« gewesen sei. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Innung: »Nur zusammen ist eine gute Ausbildung möglich.« Nach den dreieinhalb Jahren Ausbildung im »Zukunftsberuf Metallbauer« sagte der Schulleiter der gewerblichen Berufsschule an die jungen Facharbeiter gerichtet: »Hut ab.« Die erfolgreiche Lehre eröffne auch zukünftig viele Wege in der beruflichen Weiterentwicklung. Techniker, Meister, ein Studium oder auch eine spätere Tätigkeit als Berufsschullehrer seien mögliche künftige Perspektiven.

Prüfungsvorsitzender Fritz Graßl bedankte sich beim Prüfungsausschuss für die gute Zusammenarbeit und stellte das Zusammenwirken zwischen dem Bildungszentrum, den Berufsschulen in Traunstein und Traunreut und der Innung heraus. »Alle Teilnehmer haben während der Prüfung gut und mit großem Elan gearbeitet«, so sein Fazit. Eine Teilnehmerin hat den Abschluss der Fachpraktikerin für Metallbau, Fachrichtung Konstruktionstechnik, erfolgreich abgeschlossen. Fünf Teilnehmer beendeten die Gesellenprüfung im Sommer mit Erfolg. Bei der Winterprüfung traten 31 Prüflinge an, die bis auf einen Teilnehmer alle erfolgreich waren und mit einem Gesamtdurchschnitt von 76 Prozent aus allen Prüfungsteilen abschlossen.

Sie seien oft an die Grenzen ihrer Fertigkeiten angelangt, sagte Tobias Sinzinger in seiner Eigenschaft als Vertreter der Junggesellen. Er bedankte sich bei den Lehrkräften und den anwesenden Firmenvertretern. Einem höheren Verdienst stünde jetzt mehr Verantwortung gegenüber, sie seien sich bewusst, dass sie nach außen hin nun auch ihre jeweiligen Betriebe repräsentieren würden.

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter nannte die heutige Freisprechung den Höhepunkt der Ausbildungszeit. »Heute ist ihr Tag.« Es sei ein Tag der berechtigten Freude über den erreichten persönlichen Erfolg und eine wichtige Hürde für den weiteren beruflichen Werdegang. Er brach eine Lanze für das Handwerk, der Spruch »Handwerk hat goldenen Boden« gelte auch in der heutigen Zeit. Dass das Handwerk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei, werde auch dadurch deutlich, dass im Einzugsgebiet der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land in den 15 Innungen über 1100 Betriebe organisiert seien.

»Lebenslanges Lernen ist wie ein 'Sesam öffne dich'«

Kotter machte klar, dass trotz des erreichten Erfolgs ein dauerhaftes Weiterbilden unerlässlich sei: »Lebenslanges Lernen ist wie ein 'Sesam öffne dich' für den beruflichen Erfolg.« Gemäß der Jahrhunderte alten Tradition sprach Kotter die Junggesellen dann in einer kurzen feierlichen Zeremonie von den Pflichten ihrer Lehrzeit frei und hob sie in den Gesellenstand. Dem folgte ein lang anhaltender Applaus der Anwesenden.

Anschließend erhielten die jungen Metallbauer ihre Gesellenbriefe. Prüfungsbester ist Michael Forster aus Tittmoning vom Ausbildungsbetrieb Schechtl in Tittmoning.

Zum Abschluss würdigte Schulleiter Wolfgang Kurfer noch die Arbeit des Prüfungsvorsitzenden Fritz Graßl, der kürzlich wertvolle Unterrichtsmodelle für die Schule gesponsert hat. Für den richtigen Ton bei der Freisprechungsfeier sorgte die »Schnupfer-Musi« aus Truchtlaching. awi